Zahlt Flensburg nicht? Bauer Knop droht mit K8-Sperre

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Im Norden

Stadt zahlt seine Rechnung nicht: Jetzt will Bauer Knop die K8 wieder sperren

Stinksauer über den Zahlungsrückstand: Bauer Ingo-Willi Knop
Sebastian Iwersen

Die K8 in Flensburg-Tarup liegt auf dem Grundstück des Landwirtes Ingo-Willi Knop. Der fordert eine Nutzungsentschädigung, die die Stadt aber verweigert. Nun droht der Bauer damit, die Straße erneut zu sperren.

Im Streit um die K8 in Flensburg-Tarup verweigert die Stadt Flensburg dem Landwirt Ingo-Willi Knop, besser bekannt als Bauer Knop, die Zahlung einer Nutzungsentschädigung. Der sieht eine Abmachung gebrochen und droht nun damit, die Straße erneut zu sperren.

Der Streit zwischen Knop und dem Flensburger Rathaus füllt nach 15 Jahren Auseinandersetzung und mehreren Verfahren schon Dutzende Aktenordner – und nun könnte ein weiterer hinzukommen, dessen Rückenschild die Aufschrift „Inkasso“ tragen könnte.

Stadt Flensburg soll Knop 100 Euro pro Tag bezahlen

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Denn aufgrund der Tatsache, dass die Straße auf das Feld von Knop asphaltiert wurde und die Stadt mit dem ersten Enteignungsverfahren scheiterte, fordert der Landwirt eine Entschädigung dafür, dass die Trasse trotzdem genutzt werden kann. Doch mit der Zahlung dieser Rechnung ist die Stadt nun in Rückstand geraten.

„Wir haben uns auf 100 Euro pro Tag geeinigt“, sagt Knops Berater Kurt Kaufmann. Die Vereinbarung sei mündlich mit Kämmerer Henning Brüggemann bei einem Gespräch im Rathaus am 29. Januar 2025 getroffen worden, behauptet Kaufmann. Für den Zeitraum seit Eröffnung der Straße im Mai 2019 bis April 2025 bezahlte die Stadt diesen Betrag von immerhin rund 200.000 Euro auch. „Innerhalb weniger Tage nach Unterzeichnung eines entsprechenden Vergleichs war das Geld auf meinem Konto“, sagt Landwirt Knop.

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Grüne Rundballen liegen an einer kurvigen Straße; im Hintergrund fährt ein Auto durch eine bewaldete Landschaft.
Die Taruper Umgehungsstraße verläuft über das Grundstück von Landwirt Ingo-Willi Knop.
Sebastian Iwersen

Also ging Knop davon aus, dass die Abmachung mit dem Kämmerer weiterhin Bestand habe, und schickte nach 15 Monaten wieder eine Rechnung: Für 455 Tage zu jeweils 100 Euro fordert Bauer Knop 45.500 Euro vom Rathaus. Am 20. August schickte er die Rechnung ab.

Ohne Einigung auch keine Nutzungsentschädigung mehr?

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Als nach über einer Woche, entgegen den vorherigen Erfahrungen, noch kein Geld eingegangen war, fragte der Landwirt nach. „Plötzlich hieß es, wenn ich die Vereinbarung mit der Stadt nicht unterschreibe, bekomme ich auch keine Nutzungsentschädigung mehr“, ärgert sich Knop.

Die Unterschrift unter den Vertrag, der eigentlich den Verkauf des Knopschen Landes für die K8 und seiner weiteren Grundstücke in Tarup besiegeln sollte, verweigert der Landwirt bisher, da er mit den Konditionen nicht einverstanden ist.

Knop wollte ursprünglich 17 Millionen

„Ganz ursprünglich habe ich mal 17 Millionen Euro für 17 Hektar Land gefordert“, erklärt Knop und begründet seine Forderung mit einem Fall aus einem anderen Bundesland, wo ein Landwirt mit diesem Quadratmeterpreis von 100 Euro für Ackerland entschädigt worden sein soll, allerdings auf einer wesentlich kleineren Gesamtfläche. Allerdings kommt auch keiner der bisher mit dem Fall betrauten Gutachter zu einem derartigen Bodenwert.

Roter Pkw fährt auf einer Straße an einem handbeschriebenen Hinweis und einem Zaun vorbei.
Die K8 hat der Landwirt zur Privatstraße erklärt.
Sebastian Iwersen

Knop rechnet vor: „Die Stadt will mir jetzt nur rund 50 Prozent dieser Summe geben, also möchte ich das Land auch nach dem Verkauf noch 50 Jahre nutzen können.“ Er bezeichnet das als die „50:50“-Lösung. Bei der Stadt Flensburg ist man von Knops Rechenbeispiel aber wenig begeistert und lehnt weitere Verhandlungen über das gemachte Angebot hinaus ab.

Stattdessen geht man seitens der Stadt nun den Rechtsweg: Ein neuer Bebauungsplan wurde aufgestellt und soll am 24. September von der Ratsversammlung abgesegnet werden. Willigt Knop weiterhin nicht in das Angebot der Stadt ein, will diese erneut ein Enteignungsverfahren einleiten. Knop würde dann statt neun Millionen Euro nur noch bis zu 300.000 Euro Entschädigung bekommen, könnte aber für die Beseitigung der nicht mehr notwendigen Lärmschutzwälle auf seinem Land trotzdem noch einen Millionenbetrag kassieren.

Stadt Flensburg spricht von „einmaliger Abschlagszahlung“ im Jahr 2024

Bei der Stadt Flensburg sieht man die Sache mit der Vereinbarung von vor zwei Jahren etwas anders, als es Knop behauptet. „Es handelt sich nicht um eine Vereinbarung zur laufenden Zahlung einer Nutzungsentschädigung“, sagt Verwaltungssprecher Clemens Teschendorf. „Wir haben Herrn Knop im Jahr 2025 eine einmalige Zahlung als Nachteilsausgleich geleistet“, bestätigt er. Diese sei allerdings eine „Abschlagszahlung“ auf die bei einer Einigung zu zahlenden Summen gewesen.

Mann mit grüner Kappe und dunkler Jacke steht mit verschränkten Armen auf einem Parkplatz.
Landwirt Ingo-Willi Knop wundert sich darüber, dass die Stadt plötzlich nicht mehr zahlen will.
Sebastian Iwersen

„Für weitere Zahlungen an Herrn Knop sehen wir keine Anspruchsgrundlage“, teilt Clemens Teschendorf mit. Auch weitergehende Zugeständnisse in Richtung seiner Forderungen seien nicht möglich. „Da wir mit Steuergeldern arbeiten, orientieren sich unsere Angebote an den Verkehrswerten, und davon können wir auch nur minimal abweichen“, erklärt der Stadtsprecher. Eine Zustimmung zu Knops aktueller Forderung schließt er aus.

Kein Geld, kein Verkehr mehr: Bauer Knop will die K8 sperren

Doch gegenüber der aus seiner Sicht in Zahlungsverzug geratenen Stadt Flensburg zieht jetzt auch Knop die Daumenschrauben an – und droht mit etwas, das er schon einmal erfolgreich durchgesetzt hatte: „Wenn die Stadt nicht bezahlt, muss ich die Straße eben sperren“, sagt Knop schulterzuckend. Das tat er zuletzt im Sommer 2022 und wurde dafür später wegen Nötigung zu einer Geldstrafe von 900 Euro verurteilt. Einen erneuten Sperrungsversuch im Februar 2026 vereitelten Ordnungsamt und Polizei, da die Behörden Wind von der Sache bekommen hatten.

Die Ankündigung der Sperrung aufgrund der nicht bezahlten Rechnung hat Knops Berater auch bereits gegenüber der Stadt mitgeteilt. „Das wurde mit Gleichgültigkeit quittiert“, wundert sich der Landwirt. Er hat der Stadt eine Frist zur Zahlung bis zum 30. September gesetzt. (Dieser Artikel erschien zuerst auf SHZ.de.)

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