Stadtradeln im Schwalm-Eder-Kreis: 86-Jähriger radelt 1010 Kilometer

Stand: 16.09.2026, 14:00 Uhr

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Die Gewinner beim Stadtradeln.

Stadtradeln endet: 1337 Menschen legten im Schwalm-Eder-Kreis fast 320.000 Kilometer zurück und vermieden laut Kreisverwaltung 52 Tonnen CO₂. © Schwalm-Eder-Kreis

Beim Stadtradeln 2026 traten 1337 Menschen im Schwalm-Eder-Kreis in die Pedale – und sammelten fünfmal so viele Kilometer wie im Vorjahr.

Schwalm-Eder – Melsungen ist beim Stadtradeln 2026 die aktivste Kommune im Schwalm-Eder-Kreis. 77.550 Kilometer legten die Teilnehmer aus der Bartenwetzerstadt zurück – verteilt auf etwa 3800 Fahrten. Auch Spangenberg und Felsberg schnitten stark ab: Spangenberg kam auf knapp 21.000 Kilometer und mehr als 1000 Fahrten, Felsberg auf 31.300 Kilometer und rund 2400 Fahrten. Gemessen an der Einwohnerzahl belegten die drei Kommunen damit die ersten drei Plätze im Kreis. Das teilt der Landkreis mit.

Insgesamt haben sich vom 31. Mai bis zum 20. Juni 1337 Menschen in 135 Teams am Stadtradeln beteiligt. Bei 16.980 Fahrten kamen 319.671 Kilometer zusammen. Im vergangenen Jahr waren es im gesamten Schwalm-Eder-Kreis noch rund 60.000 Kilometer. Nach Angaben der Kreisverwaltung wurden durch die Fahrten rund 52 Tonnen CO₂ vermieden.

B. Braun bei Unternehmen vorne

Auch bei den Unternehmen ging der erste Platz nach Melsungen: B. Braun stellte mit 147 aktiven Radfahrern das stärkste Firmenteam. Zusammen kamen die Beschäftigten auf 41.895 Kilometer. Bei den Vereinen lag die EMTB-Community Schwalm-Eder mit 40 Teilnehmern und 12.042 Kilometern vorn. Beim Schulradeln setzte sich die Drei-Burgen-Schule aus Felsberg durch. 94 Teilnehmer legten insgesamt 17.473 Kilometer zurück.

Für die Kommunalwertung wurden die gefahrenen Kilometer auf die Einwohnerzahl umgerechnet. Melsungen mit etwa 14.000 Einwohnern lag dabei vor Spangenberg mit etwa 6070 und Felsberg mit rund 10.700 Einwohnern. Die Rangfolge zeigt damit vor allem, wo im Verhältnis zur Größe der Kommune besonders viele Kilometer zusammenkamen.

Der Schwalm-Eder-Kreis führt den starken Anstieg gegenüber dem Vorjahr vor allem auf die größere Beteiligung der Kommunen zurück. Die meisten Städte und Gemeinden hatten sich auf einen gemeinsamen Zeitraum verständigt. Unterstützt wurden sie dabei vom Nahmobilitätskoordinator des Kreises, Stefan Cichosz.

Jüngste Teilnehmerin ist 5 Jahre alt

Landrat Winfried Becker sagte bei der Preisverleihung am Sonntag auf der Märchenbühne in Gudensberg, das Fahrrad spiele längst nicht mehr nur für den Tourismus eine Rolle. Auch im Alltagsverkehr sei der Radverkehr ein wichtiger Faktor. Die gemeinsame Abstimmung der Kommunen habe zusätzliche Dynamik geschaffen.

Dass beim Stadtradeln unterschiedliche Generationen mitmachen, zeigt die Altersspanne der Teilnehmer: Sie reicht von fünf bis 86 Jahren. Der älteste Teilnehmer war Hermann Martin, Jahrgang 1940. Er fuhr 1010 Kilometer. Jüngste Teilnehmerin war die 2021 geborene Martha Meinecke.

Als Familien- und Generationenteam wurden sechs Mitglieder der Familie Veith aus Neuental ausgezeichnet. Sie kamen gemeinsam auf 2100 Kilometer. Der Lospreis unter allen Teilnehmern mit mindestens 50 gefahrenen Kilometern ging an einen Thorsten aus Melsungen.

Förderung in Gefahr

Die Preisverleihung fand im Rahmen der Abschlussveranstaltung der „Tour de Chattengau 2026“ auf der Märchenbühne in Gudensberg statt. Trotz Regens waren nach Angaben der Stadt Niedenstein rund 200 Menschen bei der 38 Kilometer langen Tour durch Edermünde, Niedenstein und Gudensberg dabei.

Die gute Nachricht für den Radverkehr kommt allerdings vor dem Hintergrund einer Debatte über die künftige Finanzierung. Zuletzt hatte der Vorstoß des Landes Hessen für Kritik gesorgt, die Förderung des Stadtradeln-Wettbewerbs zu streichen. Kommunen und Verbände warnten vor einem falschen Signal für den Radverkehr.