NFL: Jetzt sind die Männer aus der zweiten Reihe gefordert
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25.09.2026 | 20:05 Uhr
Schon nach zwei Wochen fallen in der NFL zahlreiche namhafte Quarterbacks teils langfristig aus. Ihre Ersatzleute stehen parat, doch wer sind sie und was kann man von ihnen erwarten?
In der NFL kann sich in einer Woche alles um große Erwartungen drehen und in der nächsten um einen Spieler, der verletzt am Boden liegt. Das zeigte sich in der Nacht auf Dienstag erneut, als Jaxson Dart im Spiel gegen die Los Angeles Rams nach einem harten Tackle an sein Knie griff und das Feld verlassen musste.
Der Quarterback der New York Giants hatte gerade erst seine erste vollständige Saison als Starter begonnen und in der Vorwoche noch einen beeindruckenden Sieg gegen den Rivalen Dallas Cowboys gefeiert. Nun ist seine Saison vorbei.
Verletzungen gehören im Football dazu. Für die 32 NFL-Klubs ist es jedes Jahr aufs Neue die harte Realität: Früher oder später fällt ein wichtiger Spieler aus und ein anderer muss seinen Platz einnehmen. In dieser Saison scheint dieser Moment für viele Teams besonders früh zu kommen.
Nach zwei Wochen hat es bereits fünf Starting Quarterbacks erwischt: Sam Darnold, Kyler Murray, Caleb Williams, Jayden Daniels und eben Dart. Die Spiele gehen derweil weiter. Nur wenige Sekunden nach dem Ausfall des wichtigsten Spielers steht sein Ersatz bereit. Doch wer sind die Quarterbacks, die jetzt plötzlich vor der schwierigen Aufgabe stehen, ihre Starter zu ersetzen?

Drew Lock, Seattle Seahawks
Sam Darnold zog sich eine Hüftverletzung im Season Opener gegen die New England Patriots zu und musste nach nur einer Angriffsserie das Feld verlassen. Für ihn übernahm Drew Lock, der selbst schon viel Erfahrung mitbringt. Lock wurde 2019 von den Denver Broncos gedraftet, wurde dort aber nach zwei Jahren zum Opfer des Mega-Deals zwischen den Broncos und Seahawks um Russell Wilson. So spielte er bereits für die Seahawks, allerdings nur als Backup.
Nach einem wenig erfolgreichen Zwischenstopp bei den New York Giants kehrte er 2025 nach Seattle zurück. Und fand sich dort erneut mit der Rolle als Backup ab, diesmal hinter Darnold. Durch Darnolds Verletzung spielte er weite Teile des Openers und startete auch in Woche 2 im Spiel bei den Arizona Cardinals. Lock spielte mutig, warf den Ball immer wieder tief und nutzte seine Beine, wenn sich vor ihm Raum bot. Gegen die Patriots führte er Seattle zu einem Comeback-Sieg, ehe er eine Woche später gegen die Cardinals noch überzeugender auftrat.
Auch wenn Darnold womöglich schon am Sonntag im Gastspiel bei den Commanders (19 Uhr live bei Sky Sport) zurückkehren wird, hat Lock zumindest gezeigt, dass die Seahawks keinen Gang zurückschalten müssen, wenn er einspringen muss.
Marcus Mariota, Washington Commanders
Ein weiterer Name, der inzwischen fest mit der Rolle des klassischen Backups verbunden ist, ist Marcus Mariota. Der in Hawaii geborene Quarterback wurde im Jahr 2015 als zweiter Pick des Draft von den Tennessee Titans ausgewählt. Dort war er einige Jahre Starter, erfüllte die hohen Erwartungen jedoch nie. Später bekam er noch Chancen bei den Raiders und Falcons, doch auch dort gelang es ihm nicht, dauerhaft Erfolg zu haben.
Bei den Philadelphia Eagles wurde er im Jahr 2023 erstmals zum echten Backup. Eine Saison später wechselte er zu den Washington Commanders, um auch dort als Ersatz für den neuen Superstar Jayden Daniels zu fungieren. Doch bereits im vergangenen Jahr hatte Daniels mit mehreren Verletzungen zu kämpfen. Nun fällt Daniels mit einer Verletzung am linken Ellenbogen erneut aus, sodass Mariota inzwischen einiges an Spielzeit gesammelt hat.
Mariota spielt ähnlich wie Daniels. Auch wenn er nicht ganz so schnell unterwegs ist, ist er ebenfalls gut zu Fuß. Er spielt ruhiger und versucht vor allem, den Ball in die Hände seiner Playmaker zu bringen. Gegen Dallas übernahm er die Offense ohne großes Risiko und hielt die Commanders im Spiel. Voraussichtlich wird er auch in dieser Saison wieder eine wichtige Rolle spielen.
Jameis Winston, New York Giants
Im Draft 2015 wurde einer noch vor Mariota ausgewählt. Und auch er ist inzwischen in der Rolle des Backups angekommen. Sein Name: Jameis Winston. Auch Winston war nur zu Beginn seiner Karriere Starter in der NFL, zunächst fünf Jahre bei den Tampa Bay Buccaneers, anschließend noch kurzzeitig in New Orleans. Seither gilt er als Wandersmann und fungiert hauptsächlich als Backup. Seit 2025 tut er dies bei den Giants, nachdem er zuvor bei den Cleveland Browns als Ersatzquarterback tätig war.
Die Zuschauer können Spektakel erwarten, sobald Winston das Feld betritt. In seiner letzten Saison bei den Buccaneers sorgte Winston mit 33 Touchdown-Pässen, aber auch 30 Interceptions für Schlagzeilen. Eine 30/30-Saison ist einzigartig in der NFL.
Fakt ist: Winston hat keine Angst davor den Ball zu werfen und geht dabei oft ein (zu) hohes Risiko ein. Das führt regelmäßig zu Interceptions, aber auch zu spektakulären Touchdowns. Winston ist kein Quarterback, der ein Spiel einfach ruhig verwaltet: Er kann eine Offense mit wenigen Plays explodieren lassen, ein Spiel aber genauso schnell aus der Hand geben.

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Adams-Gala bringt Rams ersten Saisonsieg
Tyson Bagent/Case Keenum, Chicago Bears
Im zweiten Spiel der Saison verletzte sich Bears-Quarterback Caleb Williams am rechten Oberschenkel. Sein Ersatz war Tyson Bagent, der seit 2023 als Undrafted Free Agent in Chicago spielt und dort zu den Backups gehört. Doch auch er erlitt im selben Spiel eine Gehirnerschütterung.
Dadurch besteht die Möglichkeit, dass im Monday NIght Game (Di.enstag, 2.15 Uhr live bei RTL und Sky Sport) sogar die dritte Option der Bears under Center steht. Das wäre Case Keenum, der bereits 38 Jahre alt ist. Der Routinier spielt seit 2012 in der NFL und hat inzwischen für acht verschiedene Teams gespielt.
Keenum ist ein völlig anderer Spielertyp. Während die jungen Bears-Quarterbacks gerne selbst laufen und mit ihrer Improvisationsfähigkeit Plays am Leben halten, geht es bei Keenum vor allem um Erfahrung, Übersicht und das schnelle Finden des richtigen Passes. Er muss die Offense der Bears nicht neu erfinden, sondern vor allem dafür sorgen, dass die Maschine weiterläuft.
Sollte Bagent wieder einsatzbereit sein, ist er wiederum der Mann, der bereits bewiesen hat, dass er in Notfällen bestehen kann. Er kam 2023 bereits zu vier Starts für Chicago und weiß daher, wie es sich anfühlt, plötzlich vom Backup zum Starter befördert zu werden.
Carson Wentz, Minnesota Vikings
Nicht nur die Bears hatten am vergangenen Wochenende Quarterback-Probleme. Auch der Gegner musste bereits am ersten Spieltag mit einem Ausfall klarkommen: Kyler Murray war als Starter vorgesehen, erlitt jedoch gleich in der ersten Woche eine Gehirnerschütterung.
Sein vorübergehender Ersatz war Carson Wentz, der sich den Backup-Platz gegen den jungen J.J. McCarthy sicherte, der vor zwei Jahren noch als designierter Starter in Minnesota galt. McCarthy - der zehnte Pick insgesamt 2024 - enttäuschte bislang auf ganzer Linie.
Wentz ist inzwischen selbst auf die Rolle des Backups festgelegt, nachdem er bei den Eagles, Indianapolis Colts und Commanders seinen Platz als dauerhafter Starter verloren hatte. Dennoch bringt er etwas mit, das für Minnesota von großem Wert ist: einen starken Arm. In Woche 3 bei den Buccaneers kehrt jedoch bereits Murray zurück und Wentz wechselt wieder an die Seitenlinie.
Verwendete Quelle: ntv.de