Startet die Broadcom-Aktie jetzt durch?

Stand: 05.09.2026, 12:19 Uhr

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Broadcom stellt eine Umsatzverdopplung in Aussicht. Nach der jüngsten Delle im Kurs, könnte das Anleger zurück in die Aktie bringen.

Die Börse ist bei Broadcom anspruchsvoll geworden. Selbst ein Quartal mit einem Umsatzplus von 86 Prozent, einer operativen Marge von fast 68 Prozent und einem Rekord-Free-Cashflow reichte nicht aus, um die Aktie nach oben zu treiben. Im Gegenteil: Nach dem jüngsten Rekordhoch im Juni bei knapp 500 US-Dollar hat der Kurs rund ein Viertel verloren.

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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit BÖRSE am Sonntag.

Was Konzernchef Hock Tan für die kommenden Jahre in Aussicht stellte, lässt allerdings mal mindestens aufhorchen. Broadcom nämlich will im Geschäft mit KI-Chips nicht nur weiter kräftig wachsen – der Umsatz soll sich innerhalb von zwei Jahren sogar verdoppeln. Damit ergibt sich für Anleger eine interessante Konstellation: Das operative Geschäft läuft auf Hochtouren, die Aktie notiert deutlich unter ihrem Rekordniveau.

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Bei den US-Chips von Broadcom geht es um Technik zur Anbindung an Kommunikations-Netze. (Archivbild) © Andrej Sokolow/dpa

KI-Geschäft mit enormer Dynamik

Broadcom entwickelt unter anderem maßgeschneiderte KI-Beschleuniger und Netzwerkchips für die großen Betreiber von Rechenzentren und profitiert damit erheblich vom weltweiten Ausbau der KI-Infrastruktur. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 kletterte der Konzernumsatz auf 29,6 Milliarden Dollar. Besonders dynamisch entwickelte sich das KI-Halbleitergeschäft: Die Erlöse legten binnen eines Jahres um 221 Prozent auf 16,7 Milliarden Dollar zu. Auch auf der Ergebnisseite überzeugte Broadcom. Der bereinigte operative Gewinn stieg um 92 Prozent auf mehr als 20 Milliarden Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 3,32 Dollar. Darüber hinaus erwirtschaftete im Quartal 13,7 Milliarden Dollar freien Cashflow – fast die Hälfte des Umsatzes. Das zeigt, dass das rasante Wachstum auch in erheblichem Umfang Liquidität erzeugt.

Die Börse will noch mehr

Dass die Reaktion der Anleger auf diese Quartalsbilanz zunächst verhalten geriet, liegt weniger in den abgelieferten Zahlen als in den hohen Erwartungen. Broadcom muss mittlerweile Ergebnisse liefern, die selbst ambitionierte Prognosen noch übertreffen. Das gelang beim Ausblick auf das vierte Quartal nicht ganz. Für das laufende Schlussquartal stellt Broadcom einen Umsatz von rund 34,8 Milliarden Dollar in Aussicht. Das entspräche einem Wachstum von 93 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die bereinigte operative Marge soll bei etwa 66 Prozent liegen.

Für Anleger dürfte nun zunehmend die längerfristige Perspektive entscheidend werden. Broadcom erwartet für das laufende Geschäftsjahr rund 58 Milliarden Dollar Umsatz mit KI-Chips. Im darauffolgenden Geschäftsjahr soll dieser Wert auf 115 Milliarden Dollar steigen. Ein Jahr später werden sogar 230 Milliarden Dollar angepeilt. Anders ausgedrückt: Innerhalb von zwei Jahren soll sich das KI-Geschäft verdoppeln. Für einen Konzern mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 1,7 Billionen Dollar sind das gewaltige Ambitionen.

Breitere Kundenbasis als Pluspunkt

JP Morgan bestätigte nach den Zahlen die Einstufung „Overweight“, hält an einem Kursziel von 580 Dollar fest und führt die Aktie sogar auf der „Analyst Focus List“. Analyst Harlan Sur bezeichnete das Quartal zwar als durchwachsen, sieht aber bei den Kunden des KI-Geschäfts eine erfreuliche Entwicklung. Die zunehmende Zahl großer Abnehmer könnte die Abhängigkeit von einzelnen Unternehmen reduzieren. Zwar bleibt eine gewisse Konzentration bestehen. Broadcom entwickelt jedoch auch viele Lösungen gemeinsam mit seinen Kunden. Die Chips und Systeme sind auf deren konkrete Anforderungen zugeschnitten. Ein Wechsel des Lieferanten ist dadurch nicht ohne weiteres möglich.

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Noch ist die Rally nicht zurück

Anleger sollten nicht erwarten, dass die Aktie nach den jüngsten Zahlen automatisch wieder Richtung Rekordhoch marschiert. Die Erwartungen an Broadcom bleiben extrem hoch, darin liegt das kurzfristige Risiko. Auch die Konkurrenz schläft nicht. Immer mehr Chipanbieter versuchen vom wachsenden Bedarf an KI-Infrastruktur zu profitieren. Broadcom allerdings besitzt einen entscheidenden Vorteil: Das Unternehmen ist tief in die Infrastruktur der großen KI-Plattformen integriert. Und die jüngste Prognose zeigt, dass das Management offenbar davon ausgeht, dass der Boom noch längst nicht vorbei ist. Sollte Broadcom tatsächlich auf dem Weg zu 230 Milliarden Dollar KI-Umsatz sein, könnte sich der jüngste Kursrückgang im Rückblick als Zwischenstation erweisen.