Statement-Sieg gegen Melsungen! Füchse überraschen zum Bundesligastart

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Dass dieser grauhaarige Mann noch zu solchen Emotionsausbrüchen in der Lage ist! Andreas Palicka mag mit 40 Jahren in einem Alter sein, in dem die meisten Leistungssportler längst zum gemütlichen Teil nach ihrer Karriere übergegangen sind. Der Torhüter Palicka allerdings hat in diesem Sommer bei den Füchsen Berlin noch einmal ein neues Abenteuer in seiner Karriere gewagt. Und gleich in seinem ersten Bundesligaspiel für die Handballer aus der Hauptstadt zeigte er, wie sehr das Feuer noch in ihm brennt.

„Ich bin zwanzig Jahre jetzt im Handball unterwegs, aber irgendwie fühle ich mich noch nicht wie vierzig“, sollte Palicka später am Abend sagen. „Hier ist mein neues Zuhause, das war eine richtig geile Stimmung heute.“

Füchse Berlin besiegen Melsungen zum Start der Handball-Bundelsiga

Dafür war der Schwede vor allem im ersten Durchgang des Duells mit der hoch eingeschätzten MT Melsungen ganz wesentlich mitverantwortlich. In der 23. Minute etwa, als er nach einem Ballverlust der Hessen seine Chance sah und mit einem Wurf übers ganze Feld ins verwaiste Tor der Gäste traf. Palicka schrie all seine Emotionen heraus. Es war der Treffer zum 14:7, das Ende einer rauschhaften Anfangsphase der Füchse – und die größte akustische Eruption der 8132 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle an diesem Donnerstagabend.

Im Grunde war von diesem Moment an klar, dass die Berliner die neue Spielzeit der Bundesliga mit einem Sieg eröffnen würden. Das 33:31 (17:9) gegen Melsungen verzückte das heimische Publikum und überraschte die Handball-Republik. Denn mit einer derartigen Leistung war nach einem schwierigen Sommer und einer herben Klatsche im Supercup gegen den SC Magdeburg (31:38) nicht wirklich zu rechnen gewesen.

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Doch schon früh am Abend gab es Anlass zur Hoffnung: Die ersten drei Füchse-Treffer hatten die drei Rückraumspieler fein säuberlich unter sich aufgeteilt. Welthandballer Mathias Gidsel eröffnete, Matthes Langhoff und Tobias Gröndahl knüpften an. Das entzauberte für den Moment all die Kritiker, die im personell ausgedünnten Berliner Rückraum eine zu große Abhängigkeit von Gidsel sahen.

Gröndahl und Langhoff (mit neun Toren bester Füchse-Schütze) zeigten sich allerdings auch im weiteren Spielverlauf deutlich entschlossener als noch vergangenes Wochenende gegen Magdeburg. Das galt ebenso für die Defensive. Mit dem angestammten Mittelblock Marsenic/Darj zu Beginn hatte das Team von Trainer Nicolej Krickau einen besseren Zugriff.

Abwehrleistung stark verbessert gegenüber dem Supercup

„Unser Auftreten, unsere mentale Herangehensweise, war heute sehr stark“, lobte der Coach. „Vor allem hinten. Das hat es sehr leicht gemacht.“

Denn die Abwehrreihe hatte ihren Torhüter Palicka gut unterstützt, der mit sechs Paraden vor der Pause ein Garant der starken Anfangsphase war. Mit einem guten Polster im Rücken fehlte es den Berlinern im zweiten Durchgang dann allerdings wieder ein wenig in der Defensive, auch das Torhütergespann baute ab.

Der Füchse-Sieg geriet nie ernsthaft in Gefahr. Wegen einer arg schludrigen Endphase wurde das Ergebnis erst in den Schlusssekunden knapp. Doch das Statement war da schon längst gesetzt: Die Füchse kommen in dieser Saison vielleicht doch wieder für Höheres infrage.