Stau bis zum Rathaus: Krifteler Tankstelle verkauft Super für 1,94 Euro

Stand: 01.10.2026, 20:00 Uhr

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Am Donnerstag, 1. Oktober 2026, greift der Tankrabatt. Die Preise gehen runter, an der Krifteler Total Energies kostet der Liter Super deutlich weniger als an anderen Tanken im Kreis. Die folge ist eine lange Schlange und Verkehrschaos am Ortsausgang.In direkter Nachbarschafts zur Tankstelle und der Frankfurter Straße liegt die Kita Obstgärtchen. Erzieherin Cornelia Flass muss das Hupkonzert über sich ergehen lassen.

In direkter Nachbarschaft zur Tankstelle und der Frankfurter Straße liegt die Kita Obstgärtchen. Erzieherin Cornelia Flass muss das Hupkonzert über sich ergehen lassen. © Robin Kunze

Der Tankrabatt lässt die Spritpreise fallen – in Kriftel staute sich die Schlange am Donnerstagmorgen bis kurz vor das Rathaus. Erzieherinnen einer Kita direkt daneben klagten über ein Hupkonzert seit halb acht.

Kriftel – Am frühen Donnerstagvormittag staut es sich auf der Frankfurter Straße bis kurz vor das Rathaus. Die Ampel am Friedhof springt mehrere Male auf Grün, doch dem Lkw, der dort steht, bringt das nichts. Es geht in Richtung Ortsausfahrt einfach nicht voran. Obwohl der Lastkraftfahrer deutlich höher sitzt als die anderen Verkehrsteilnehmer, erklärt er dem HK-Reporter: „Ich seh’ nicht, was da vorn los ist. Ist da etwa eine Tankstelle?“ Volltreffer – am Donnerstagmorgen war die Total Energies auf der Frankfurter Straße wahrscheinlich sogar die beliebteste Tankstelle im Main-Taunus-Kreis. Den Liter Super gab es gestern früh für 1,94 Euro. Wer E10 tankt, zahlte sogar nur 1,88 Euro. Damit war die Krifteler Tanke verführerisch günstig im kreisweiten Vergleich. In Hofheim und Hochheim kostete der Liter Super 2,08 Euro, in Flörsheim 2,14 Euro und in Eschborn gar 2,19 Euro.

Am Donnerstag, 1. Oktober 2026, greift der Tankrabatt. Die Preise gehen runter, an der Krifteler Total Energies kostet der Liter Super deutlich weniger als an anderen Tanken im Kreis. Die folge ist eine lange Schlange und Verkehrschaos am Ortsausgang.Ordnungspolizist Said Ramdani muss eingreifen.

Am vergangenen Donnerstag, 1. Oktober, greift der Tankrabatt. Die Preise gehen runter, an der Krifteler Total Energies kostet der Liter Super noch weniger als an anderen Tanken im Kreis. Die Folge ist ein langer Rückstau auf der Frankfurter Straße und Verkehrschaos am Ortsausgang. Ordnungspolizist Said Ramdani muss eingreifen. © Robin Kunze

Chaos in Hattersheim sogar noch größer

Eine junge Frau, die sich ganz vorne in der Schlange befand und nur noch zwei Autolängen vom Ort der Glückseligkeit – der Zapfsäule – entfernt war, berichtet, sie und ihr Freund hätten jetzt eine knappe Viertelstunde angestanden. Die Fahrer weiter hinten in der Schlange hatten nicht so viel Glück. „Wir waren allerdings vorher noch in Hattersheim. Da war es noch schlimmer“, berichtet die Fahrerin. In der Main-Stadt gab’s den Liter Super für 2,01 Euro. Der zweitniedrigste Preis zu diesem Zeitpunkt. Das Chaos dort rund um die beiden Selbst-Tanken auf der Hofheimer Straße sowie auf dem Gelände des Globus-Marktes in der Heddingheimer Straße sei noch größer als am Krifteler Ortsausgang gewesen.

Das können die Erzieherinnen der Kita Obstgärtchen bestätigen. Die Frauen sitzen um Viertel nach zehn im Außenbereich, direkt an der langen Metall-Lawine auf der Frankfurter Straße. Die Chefin habe um kurz vor 7 Uhr versucht, in Hattersheim noch zu tanken, das Vorhaben aber erfolglos aufgegeben, berichtet eine Erzieherin. Sie ist aufgrund des Hupkonzerts kaum zu verstehen. Die Nerven einiger Autofahrer liegen offenbar blank. Kollegin Cornelia Flass kommt näher an den Zaun. „Das geht hier schon seit halb acht so“, berichtet sie. Für die Kinder sei die lange Schlange und selbst das dröhnende Gehupe noch unterhaltsam, für die Erzieherinnen allerdings der „Horror“. „Und um 12 Uhr ist Schlafenszeit. Die Schlafräume liegen allerdings direkt hier zur Straßenseite“, berichtet Flass.

Dann setzt tatsächlich ein Moment der Stille ein. Die Verkehrsteilnehmer haben sich untereinander verständigt: Wer zur Tankstelle möchte, der hält sich im eigentlich einspurigen Kreiselbereich ganz rechts auf, damit links jene Verkehrsteilnehmer vorbeikönnen, die aus dem Ort raus und Richtung A 66 wollen. Der Segen hält nur wenige Minuten. Ein Fahrer, der aus Richtung Frankfurt kommt und mit der Absprache nicht vertraut sein kann, fährt die Lücke am Kreiseleingang wieder zu. Und das Hupkonzert beginnt von Neuem.

Seit der Benzinpreis täglich nur noch einmal geändert werden darf, nämlich um 12 Uhr, hat sich das Tankverhalten der Kunden umgekehrt, erklärt Sebastian Kleinschmidt. Zuvor, führt der Tankstellen-Bezirksleiter aus, seien die meisten Kunden eher abends gekommen, da dort die Preise in der Regel nochmals fielen. „Jetzt ist der größte Ansturm eher morgens“, sagt Kleinschmidt, „aber was heute los ist, das ist schon extrem.“ Die Kunden wissen: Ist der Preis vor 12 Uhr günstig, wird er danach eher steigen, als nochmals zu fallen. Der seit diesem Donnerstag gültige Tankrabatt tut das Übrige. Am Morgen sei der Tanklaster da gewesen, ob der Sprit aber für wirklich alle reiche, würden die kommenden Stunden zeigen. An der Kasse zahlt derweil eine Kundin, die Augenblicke zuvor noch sichtlich angespannt an der Zapfsäule stand. Dann steigt sie in ihr Auto und fährt mit vollem Tank und einem breiten Grinsen der Erleichterung vom Hof. Geschafft.

Zu diesem Zeitpunkt ist es rund um den Kreisel wieder etwas ruhiger geworden. Aufgelöst hat sich der Rückstau gegen 11 Uhr zwar noch immer nicht, aber jetzt greift Ordnungspolizist Said Ramdani in das Verkehrsgeschehen ein, mit einer Ruhe, die an diesem Vormittag höchstens noch der eingangs erwähnte Lastkraftfahrer aufbringt. Dass dieser noch vor der Auffahrt zur A 66 im Stau stehen würde, hätte er aber wohl auch nicht gedacht.