Steirische Kinder Spitzenreiter bei Adipositas-Diagnosen
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Adipositas-Fälle bei Kindern und Jugendlichen nehmen österreichweit stark zu. Am meisten Diagnosen gab es 2025 in der Steiermark. Wie Eltern ihre Kinder unterstützen können.

© Adobestock
vor 54 Minuten20. Oktober 2026 um 05:30
Es ist keine Neuigkeit, dass Übergewicht sowie Adipositas auch bei Kindern und Jugendlichen immer mehr zum Problem wird. Das belegt etwa der neueste österreichische COSI-Bericht (Childhood Obesity Surveillance Initiative) der Weltgesundheitsorganisation WHO. Dieser zeigt, wie wichtig dieses Thema ist. Rund jeder dritte Bub und jedes vierte Mädchen in der dritten Schulstufe ist von Übergewicht oder Adipositas betroffen.
Daten der Österreichischen Gesundheitskasse zeichnen ein ähnlich dramatisches Bild. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit einer dokumentierten Adipositasdiagnose (Fettleibigkeit) ist bei der ÖGK innerhalb von zwei Jahren von 775 auf 1.415 gestiegen. Das ist ein Plus von 83 Prozent. Auch die ambulanten Behandlungen aufgrund von Adipositas sind demnach angestiegen: Waren es 2024 noch 503, wurden es 2025 bereits 1.047.
Steiermark bei Adipositas Spitzenreiter
In Bezug auf Adipositasdiagnosen war 2025 die Steiermark Spitzenreiter – in keinem Bundesland gab es mehr Fälle. Betroffen waren im Vorjahr 262 steirische Kinder und Jugendliche. Doch vor allem der Anstieg der letzten Jahre ist enorm. Gab es 2023 bei ÖGK-versicherten Kindern zwischen 0 und 17 Jahren 43 Adipositasdiagnosen, waren es 2024 gar nur 38 , bevor der massive Anstieg im Jahr 2025 erfolgte.
Gerade bei Übergewicht ist es notwendig, früh gegenzusteuern. Denn Adipositas ist eine chronische Erkrankung. Und das Übergewicht wächst sich auch nicht aus: Rund 80 Prozent der betroffenen Kinder und Jugendlichen sind später auch im Erwachsenenalter von Adipositas betroffen. Fettleibigkeit ist zudem nicht nur ein kosmetisches Problem. Kinder leiden unter dem zusätzlichen Gewicht, gesundheitliche Folgen stellen sich schon in jungen Jahren ein. Die Entwicklung des Bewegungsapparates kann ebenso betroffen sein, auch das Risiko für psychische Erkrankungen steigt.
Was Eltern tun können
Doch wie können Eltern ihre Kinder unterstützen bzw. wie kann man Übergewicht vorbeugen? „Regelmäßige Bewegung ist eine der wichtigsten Maßnahmen“, sagt ÖGK-Kinderärztin Gabriele Berger. Denn Bewegung wirkt sich auf vielerlei Art und Weise auf die kindliche Entwicklung aus: Herz, Kreislauf, Muskeln und Knochen werden gestärkt, der Stoffwechsel verbessert und das Immunsystem unterstützt. Auch die psychische Gesundheit profitiert: „Bewegung fördert das Selbstbewusstsein und kann die Konzentrationsfähigkeit sowie das soziale Lernen verbessern“, sagt Berger.
Muss das Kind aber aus diesem Grund in einen Sportverein? Nein, betont die Expertin. „Bewegung muss nicht immer in Form einer klassischen Sporteinheit stattfinden. Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang, den sie ausleben dürfen sollten.“ Auch tägliche Bewegung wie zu Fuß gehen, Radfahren, Tanzen oder Fangen spielen zählt als Bewegungseinheit. Für Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 18 Jahren werden mindestens 60 Minuten Bewegung täglich mit mittlerer bis höherer Intensität empfohlen. Kindergartenkinder sollten insgesamt mindestens drei Stunden am Tag körperlich aktiv sein, davon mindestens eine Stunde mit mittlerer bis höherer Intensität.
Tipps für mehr Bewegung im Alltag
- Alltagswege nutzen: Zu Fuß zur Schule gehen und viele Wege zu Fuß bewältigen, Treppen steigen, Radfahren
- Gemeinsam aktiv sein: Ob Spielplatz, Spaziergang oder Tanzen im Wohnzimmer – Hauptsache, es macht Spaß
- Bildschirmfreie Zeit einplanen: Bewusst Zeit für Bewegung schaffen
- Vorbild sein: Handy weglegen und gemeinsam etwas unternehmen. Oft reicht es schon, miteinander an die frische Luft zu gehen.
Bildschirmzeit frisst Bewegungszeit
Oft frisst die Bildschirmzeit die Freizeit auf, aber: Nicht das einzelne Computerspiel ist entscheidend, sondern wie viel Zeit insgesamt vor Bildschirmen verbracht wird. Bewegung, Freunde und kreative Freizeitaktivitäten sollten dabei nicht zu kurz kommen. Besonders in Bezug auf die Nutzung digitaler Geräte sollten Eltern als Vorbild vorangehen.
Auch eine ausgewogene Ernährung spielt natürlich eine Rolle, ebenso ausreichend Schlaf. Bemerken Eltern, dass das Gewicht stetig steigt, sollten sie früh Unterstützung suchen – aber ohne dem Kind Schuldgefühle zu vermitteln oder es wegen seines Gewichts unter Druck zu setzen. Es ist auch nicht angeraten, strenge Diäten auf eigene Faust zu beginnen. Erste Anlaufstelle ist die Kinderärztin bzw. der Kinderarzt.
Unterstützung für Familien
Im Rahmen von easykids und easykids fix können Familien mit übergewichtigen Kindern zwischen sechs und 14 Jahren bei der ÖGK Unterstützung erhalten. Mehr Informationen gibt es auf der Website der ÖGK.
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