Bundeshaushalt 2027: Zwei neue Steuern und mehrere Steuererhöhungen geplant

Steuererhöhungen, neue Zuckersteuer und mehr: Das steht im Bundeshaushalt 2027

Stand: 12.09.2026, 14:25 Uhr

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Der Bundeshaushalt 2027 wurde offiziell in den Bundestag eingebracht. Er stopft ein Finanzloch in Milliardenhöhe, aber es werden auch neue Schulden gemacht.

Berlin – Diese Woche wurde der Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2027 in den Bundestag eingebracht. Geplant sind unter anderem weitere Investitionen in Wirtschaft, Klimaschutz und Verteidigung. Auch zahlreiche Steuererhöhungen sind geplant und natürlich die Einführung der neuen Zuckersteuer. Positiv bewertet das Bundesfinanzministerium, dass es trotz der schwierigen globalen Lage gelungen sei, „die Haushaltskonsolidierung deutlich voranzubringen“.

Lars Klingbeil

Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat diese Woche den Haushaltsentwurf für 2027 vorgestellt. © Moritz Frankenberg/dpa

Konkret konnte „die Lücke von ursprünglich 34 Milliarden Euro vollständig geschlossen“ werden, heißt es in der Pressemeldung weiter. Erreicht wird das unter anderem durch zahlreiche Steuererhöhungen, aber auch Einsparungen auf der Ausgabenseite sowie Maßnahmen zum Bürokratieabbau.

Haushaltsentwurf 2027 vorgestellt: Neue Steuern sollen Milliarden einbringen

Erhöht werden etwa die Alkohol- und Tabaksteuer. Allein die Erhöhung der letzteren soll laut dem Bundestag im kommenden Jahr 756 Millionen Euro extra in die Staatskasse spülen. Bei der höheren Schaumweinsteuer rechnet der Bundestag 2027 mit Mehreinnahmen in Höhe von 380 Millionen Euro. Bis 2031 sollen sich die zusätzlichen Einnahmen dann auf rund 2,2 Milliarden Euro summieren.

Hinzu kommen zwei neue Steuern. Zum einen eine neue Plastiksteuer. Bei dieser handelt es sich um eine EU-Abgabe, die die Mitgliedsstaaten schon seit 2021 entrichten müssen. Pro Kilogramm nicht verwertbarem Plastik werden 80 Cent fällig. Bisher zahlte die Bundesregierung die Abgabe, die für Klimaschutz und die Förderung von Kreislaufwirtschaft genutzt wird, aus eigener Tasche. Künftig wird sie jedoch an die Unternehmen weitergegeben. Ob diese sie an die Endverbraucher weitergeben, wird sich zeigen, ist aber wahrscheinlich.

Die andere neue Steuer ist die Zuckersteuer. Sie soll den Konsum zuckerhaltiger Lebensmittel reduzieren. Ein Ansatz, der in Großbritannien bereits erfolgreich umgesetzt wurde. Viele Hersteller reduzierten dort die Menge an zugesetztem Zucker in ihren Lebensmitteln nach der Einführung der Zuckerabgabe. Auch in Deutschland sind deshalb viele Menschen für die Zuckersteuer.

Hohe Ausgaben für Rüstung und Investitionen in die Wirtschaft geplant

Große Ausgaben sieht der Haushalt unter anderem für Investitionen in die Wirtschaft vor. Die Gelder sollen dabei gezielt für Zukunftsinvestitionen eingesetzt werden. Auch in die Energieinfrastruktur soll weiter investiert werden. Angesichts der jüngsten Angriffe auf Umspannwerke gewinnt dies zusätzlich an Bedeutung.

Des Weiteren werden weitere Mittel für die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit Deutschlands eingeplant. Die Verteidigungsausgaben steigen 2027 deutlich auf 109,7 Milliarden Euro. Außerdem unterstützt Deutschland weiterhin die Ukraine in ihrer Verteidigung gegen Russland. 2027 sind dafür 11,6 Milliarden Euro vorgesehen. (Quellen: Bundesfinanzministerium, Bundestag) (sp)