Stiftung Warentest: Dieser Staubsauger ist Testsieger – prominente Marke enttäuscht
Stiftung Warentest Dieser Staubsauger ist Testsieger – prominente Marke enttäuscht
Service · Stiftung Warentest hat 141 Staubsauger von 34 Marken über mehrere Jahre hinweg untersucht. Im Gesamtranking liegt eine deutsche Marke vorne und hat auch weitere gute Alternativen. Ein Star auf dem Markt enttäuscht allerdings.
07.10.2026 , 07:52 Uhr
Klassisch mit Kabel oder modern mit Akku? Stiftung Warentest hat 141 Staubsauger getestet. (Symbolbild)
Foto: dpa-tmn/Silvia Marks
- Stiftung Warentest hat seit 2022 141 Staubsauger getestet.
- Der Testartikel offenbart: vor allem Geräte von Qualitätsmarken aus Deutschland überzeugen.
- Ein regelrechter Star auf dem Markt schwächelt jedoch in den Testergebnissen.
Die Suche nach dem besten Staubsauger kann zur Nervenprobe werden. Kabel, Akku, Beutel oder Wasserfilter sind nur einige Unterscheidungsmerkmale und auch die Anwendungsfelder wie Holzböden, Fliesen oder Teppich sind völlig individuell. Stiftung Warentest hat seit 2022 insgesamt 141 Modelle gecheckt und kommt zum aktuellen Qualitätsurteil: der beste Staubsauger kommt von Bosch. An sich überzeugt die Marke, allein in den Top 10 nach Gesamtnote sortiert, sind die Schwaben sieben Mal vertreten.
Staubsauger 2026 bei Stiftung Warentest – das sind die Testsieger
Insgesamt schafft es auch 2026 weiterhin kein Staubsauger die Traumnote „sehr gut“ einzuheimsen. Immerhin 57 Modelle sind aber zumindest „gut“ und gleich 63 Staubsauger werden in der zentralen Kategorie „Saugen“ mit „gut“ bewertet.
Ganz oben im Ranking steht folgendes Modell:
- Bosch Serie 8 BGL8XPER – Gesamtnote „gut“ (2,0) – Kategorie „Saugen“ „gut“ (1,9) – günstigster Onlinepreis: 199 Euro
Die gute Gesamtnote hat allerdings eine Einschränkung: Bei der Grobgutaufnahme auf Teppich soll das Gerät weniger überzeugen (Untersuchungsprogramm: Staubsauger ab 09/2024). Für Haushalte mit vielen Teppichböden lohnt sich deshalb der genaue Blick auf die Einzelergebnisse.
Auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung erklärte eine Unternehmenssprecherin von Bosch, dass der Testsieger vor allem auf „eine hohe Energieeffizienz ausgelegt“ sei und es daher „zu einer minimal reduzierten Grobgutaufnahme auf Teppich“ käme. Für Haushalte mit viel Teppichböden empfehle sie ein alternatives, akku-betriebenes Modell. Das genannte Modell „Bosch Unlimited 10 BTS1042WAC“ findet sich ebenfalls im Test und schneidet insgesamt „gut“ ab, erhält allerdings von Stiftung Warentest eine Abwertung wegen der Geräuschentwicklung auf Teppichböden.
Mit einem durchschnittlichen Preis von mindestens 479 Euro ist der Staubsauger auch mehr als doppelt so teuer wie der Testsieger. In Bezug auf weitere Versorgung stellt Bosch klar: „Für beide Modelle stellen wir die Verfügbarkeit von Ersatzteilen, Filtern, Düsen und Akkus über einen Zeitraum von zehn Jahren sicher.“
Die weiteren Treppchenplätze gehen an folgende Staubsauger:
- AEG AB81A2DG – Gesamtnote „gut“ (2,1) – Kategorie „Saugen“ „gut“ (2,0) – (Untersuchungsprogramm: Staubsauger ab 09/2024) – günstigster Onlinepreis: 279 Euro
- Bosch BGB75XSIL – Gesamtnote „gut“ (2,1) – Kategorie „Saugen“ „gut“ (2,2) – (Untersuchungsprogramm: Staubsauger ab 07/2022) – günstigster Onlinepreis: 226,88 Euro
Die Noten allein sind jedoch nicht die ganze Kaufentscheidung. Stiftung Warentest hat über mehrere Jahre hinweg unterschiedliche Gerätetypen geprüft – darunter Bodenstaubsauger mit und ohne Beutel sowie Akku-Staubsauger. Auch die Prüfprogramme werden weiterentwickelt. Die Organisation weist deshalb darauf hin, dass ältere und neuere Testergebnisse nicht immer vollständig miteinander vergleichbar sind. Ein Spitzenplatz in der Gesamtliste beantwortet also nicht automatisch, welches Gerät für jede Wohnung am besten geeignet ist.
Die angegebenen Preise wurden am 1. Oktober 2026 online erhoben und geben den niedrigsten, auffindbaren Preis an.
Eine bekannte Marke schneidet überraschend schwach ab
Eine bekannte Marke fällt in der Auswertung der getesteten Modelle mit schwachen Noten auf: Dyson. Von fünf getesteten Dyson-Modellen erhielten nach der vorliegenden Auswertung:
- drei das Qualitätsurteil „befriedigend“,
- eines „ausreichend“
- und eines „mangelhaft“.
Kein Gerät der Marke kam demnach über die Note 3 hinaus. Ebenfalls lässt sich keine „Schwachstelle“ ausmachen, mal kam es zur Abwertung im Bereich „Saugen“, mal war die „Haltbarkeit“ ein Problem, das Stiftung Warentest monierte. Insgesamt vier Akku-Staubsauger und ein Bodenstaubsauger der Star-Marke standen zwischen 2022 und 2024 auf dem Prüfstand.
Auf SZ-Anfrage hin gibt sich Dyson – angesprochen auf die interne Bewertung der Ergebnisse durch Stiftung Warentest – eher knapp. Zwar „begrüßt“ Dyson „unabhängige Produkttests und schätzt die Rolle, die Organisationen wie die Stiftung Warentest dabei spielen, Verbraucher*innen bei fundierten Kaufentscheidungen zu unterstützen.“
Gleichzeitig weist das Unternehmen darauf hin, dass der Unternehmensfokus darauf liege, „reale Herausforderungen bei der Reinigung zu verstehen und durch Wissenschaft und Ingenieurwesen Technologien zu entwickeln, die diese lösen.“ Neben Stiftung Warentest haben laut Dyson auch weitere Organisationen wie „TÜV SÜD, CHIP, IMTEST und F.A.Z. Kaufkompass“ sich mit Dysonprodukten beschäftigt und sind zu eigenen Erkenntnissen gekommen.
Akku oder Bodenstaubsauger mit Kabel: Welcher Staubsauger ist besser?
Pauschal lässt sich die Frage freilich nicht beantworten. Akkustaubsauger sind besonders beweglich. Sie eignen sich für schnelle Reinigungsarbeiten, kleinere Wohnungen und Treppen, weil kein Kabel umgesteckt werden muss.
Vor dem Kauf sollten Verbraucherinnen und Verbraucher aber auf die Laufzeit, Ladezeit, das Gewicht und die Größe des Staubbehälters achten. Bei längeren Einsätzen kann die Akkulaufzeit zum begrenzenden Faktor werden.
Bodenstaubsauger mit Kabel sind weniger flexibel, müssen aber nicht zum Aufladen pausieren. Sie können bei größeren Flächen und längeren Reinigungseinheiten praktisch sein. Häufig haben sie außerdem ein größeres Fassungsvermögen. Dafür ist der Aktionsradius durch das Kabel begrenzt, und das Gerät kann beim Tragen oder beim Saugen auf Treppen unhandlicher sein.
Welcher Gerätetyp besser passt, hängt deshalb vom Haushalt ab: Wer vor allem Krümel, Staub und Haare zwischendurch beseitigt, schätzt oft die Bewegungsfreiheit eines Akkusaugers. Wer regelmäßig viele Räume oder größere Flächen reinigt, sollte ein Kabelgerät in Betracht ziehen. Eine pauschale Aussage, dass eine Bauart immer besser saugt, lässt sich aus den über Jahre und verschiedene Testprogramme verteilten Ergebnissen nicht ableiten.
Staubsauger mit Beutel oder Staubbox?
Bei Bodenstaubsaugern können Käuferinnen und Käufer außerdem zwischen Geräten mit Staubbeutel und Modellen mit Staubbox wählen. Beutel fassen häufig mehr Schmutz und müssen deshalb nicht so oft gewechselt werden. Beim Entsorgen bleibt der Schmutz im Beutel eingeschlossen. Das kann den direkten Kontakt mit Staub verringern – ein möglicher Vorteil für Allergikerinnen und Allergiker. Dafür entstehen laufende Kosten, und passende Beutel müssen regelmäßig nachgekauft werden.
Staubboxen kommen ohne Einwegbeutel aus. Das spart den regelmäßigen Beutelkauf, macht das Gerät aber nicht automatisch wartungsfrei: Filter müssen je nach Modell gereinigt oder ersetzt werden. Beim Entleeren kann Staub aufgewirbelt werden. Wer eine Box bevorzugt, sollte daher auch prüfen, wie leicht sie sich entnehmen und reinigen lässt und welche Folgekosten für Filter entstehen.
Worauf es beim Kauf eines Staubsaugers außerdem ankommt
Vor dem Kauf eines Staubsaugers lohnt sich ein Blick auf die eigenen Böden und Gewohnheiten. Auf Teppich sind die Reinigungsleistung und die Aufnahme von grobem Schmutz besonders wichtig. In Haushalten mit Tieren sollten Käuferinnen und Käufer zusätzlich prüfen, wie gut sich Haare von Bürste und Düse entfernen lassen. Wer häufig Treppen saugt, dürfte ein leichtes, gut zu tragendes Gerät schätzen. Für Allergiker sind Filter und eine möglichst staubarme Entleerung wichtige Kriterien.
Auch der Anschaffungspreis sollte nicht allein ausschlaggebend sein: Neben dem Anschaffungspreis können Kosten für Beutel, Filter, Ersatzakku oder Verschleißteile anfallen. Vor dem Kauf empfiehlt sich außerdem ein Check, ob das Modell noch erhältlich ist und Ersatzteile angeboten werden.
Fazit: Laut Stiftung Warentest fährt es sich mit Bosch gut, vollends überzeugt aber kein Modell
Nach den derzeit vorliegenden Noten ist der Bosch Serie 8 BGL8XPER mit „gut“ (2,0) der beste Staubsauger im Gesamtranking von Stiftung Warentest. Der BGB75X650 erzielt ein ebenfalls gutes Ergebnis, zeigt aber eine Schwäche bei grobem Schmutz auf Teppich. Welche Bauart im Alltag die beste Wahl ist, hängt davon ab, wie groß die Wohnung ist, welche Böden dort liegen und ob Bewegungsfreiheit oder lange Einsatzzeit wichtiger sind. (sle)