Frankreich gibt Ukraine die Baupläne für Scalp-Raketen – und erlaubt die Produktion im Kriegsland

Storm-Shadow-Klon, Rafale-Jets, Flugabwehr: Frankreich rüstet Ukraine massiv auf

Stand: 15.07.2026, 07:31 Uhr

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Frankreich hat der Ukraine Baupläne für den Marschflugkörper Scalp-EG übergeben. Das Abkommen erlaubt Produktion im Land und öffnet weitere Lizenzen.

Frankreich hat die Baupläne für seinen Marschflugkörper Scalp-EG im Rahmen eines Verteidigungsabkommens an die Ukraine übergeben. Das Abkommen räumt Kiew das Recht ein, die Waffe – im Wesentlichen derselbe schwer aufklärbare Marschflugkörper wie der britische Storm Shadow – in Fabriken in dem vom Krieg gezeichneten Land zu produzieren. Zudem ebnet es den Weg für ukrainische Rüstungshersteller, Aster-Flugabwehrraketen und präzisionsgelenkte Luft-Boden-Bomben des Typs Armement Air-Sol Modulaire (AASM) zu fertigen.

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Dieser Artikel von Joe Barnes entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk.

Das Paket umfasst außerdem eine Bestellung über 16 neue in Frankreich produzierte Rafale-Kampfjets und vier Samp/T-Flugabwehrbatterien, womit die Ukraine das erste Land wäre, das das französisch-italienische System im Gefecht einsetzt. Frankreich und Italien genehmigten zudem die Lizenzproduktion von Aster-30-Abfangraketen in der Ukraine. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der zur Unterzeichnung des Abkommens in Paris weilte, erklärte, es spiegle „Frankreichs wahre Führungsrolle in der Verteidigungszusammenarbeit mit der Ukraine im Interesse ganz Europas“ wider.

Selenskyj lobt „Führungsrolle“: Paris schnürt Rüstungspaket

Die französisch-ukrainische Vereinbarung wirft die Frage auf, ob Großbritannien der Inlandsproduktion der Storm-Shadow-/Scalp-Raketen zugestimmt hat. Zugleich markiert sie jedoch einen weiteren Erfolg für die aufstrebende ukrainische Rüstungsindustrie. Selenskyj besiegelte das Abkommen nur wenige Tage, nachdem Donald Trump zugesagt hatte, der Ukraine die Produktion von PAC-3-Abfangraketen für das amerikanische Patriot-Luftverteidigungssystem zu gestatten. Die Rafale-Jets sollen voraussichtlich 2028 in den ukrainischen Luftraum einfließen, wobei die Piloten eine umfassende Ausbildung benötigen werden, um sie effektiv einsetzen zu können.

Eine Scalp-Rakete wartet darauf, an einer Mirage 2000 montiert zu werden

Frankreich gibt Scalp-Pläne frei – die Ukraine soll selbst bauen. © JACK GUEZ / AFP

Konkrete Termine, wann die ersten französischen Waffen die ukrainischen Produktionslinien verlassen sollen, wurden nicht genannt. In der Vereinbarung heißt es jedoch: „Frankreich genehmigt die Lizenzproduktion von AASM-Bomben und Scalp-Raketen in der Ukraine vor Ende 2026 und so früh wie möglich.“ Angesichts der Komplexität beim Aufbau von Fabriken ist es wahrscheinlicher, dass die ersten Raketen und Bomben erst nach einem möglichen Friedensabkommen gefertigt werden und entweder als Sicherheitsgarantie im Land verbleiben oder in europäische Bestände zurückverkauft werden.

Flugabwehr-Abfangraketen und weitreichende Präzisionswaffen wie Storm Shadow oder Scalp gewinnen zunehmend an Bedeutung für die ukrainische Kriegsstrategie, die darauf abzielt, Ziele tief im Inneren Russlands zu treffen, um den Druck auf Wladimir Putin zu erhöhen. Anfang dieses Jahres setzte die Ukraine britische Storm-Shadow-Raketen ein, um eine von Russlands führenden Rüstungsfabriken zu zerstören, während Raketen und Drohnen Dutzende russische Öl-Anlagen trafen. Gleichzeitig benötigt Kiew jedoch auch Flugabwehrraketen, um seine Städte und die Energieinfrastruktur vor verheerenden russischen Raketenangriffen vor dem Winter zu schützen.

Putins Druckmittel und die ukrainische Antwort

Das Langstreckenbombardement gilt als Putins letztes verbleibendes Druckmittel gegenüber Kiew in möglichen Friedensgesprächen, da die russischen Geländegewinne an der Front weitgehend zum Stillstand gekommen sind. Die Ukraine startet eigene Angriffe über große Entfernung mit inländisch produzierten Drohnen, um russische Ölproduktion zu zerstören, und nutzt von westlichen Staaten gelieferte Raketen und Bomben, um Rüstungsstandorte und befestigte Bunker hinter der Frontlinie ins Visier zu nehmen.