Straße zwischen Saliterersäge und Effenstätt: Sanierungsplan steht fest
Stand: 25.07.2026, 17:30 Uhr
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In Fischbachau spielt ein Gemeinderat per Tablet ein selbst gedrehtes Video von einer maroden Straße ab. Aufgrund knapper Mittel wird aber nur ein Teilstück saniert.
Fischbachau – Eine Videoanalyse einer sanierungsbedürftigen Straße hatten die Fischbachauer Gemeinderäte auch noch nicht erlebt. Ausgerechnet FWG-Neuzugang Korbinian Wieland sorgte kürzlich aber für eine Technik-Premiere im Sitzungssaal. Auf seinem Tablet hatte er ein selbst gedrehtes Video von einer Befahrung der Gemeindeverbindungsstraße von Saliterersäge bis Effenstätt dabei. Dieses könne er auf Wunsch gern über den Beamer abspielen, um den anderen Ratsmitgliedern ein detailliertes Bild von den Fahrbahnschäden im genannten Bereich zu geben. Nach kurzem Zögern hatte Wieland grünes Licht und startete die Befahrung – aus Zeitgründen aber im Schnelldurchlauf.
Wielands Botschaft war klar: Die Straße sei allgemein in schlechtem Zustand, nicht nur auf dem 500 Meter langen Teilstück, das die Verwaltung in der Beschlussvorlage für eine Sanierung auserkoren hatte. Die Firma Isenmann habe die Schadstellen bei einem Ortstermin mit Bauhofleiter Werner Zehetmeier und Vize-Bürgermeister Martin Bacher aufgenommen, hatte Bürgermeister Stefan Deingruber (CSU) vor der Videovorführung zunächst berichtet. In diesem Bereich ab dem Anwesen Effenstätt 2, circa 500 Meter in Richtung Saliterersäge, solle die Straße abgefräst und neu asphaltiert werden. Rund 70.000 Euro werde dies gemäß des Angebots der Firma Isenmann kosten.
Technisch sei das Verfahren eine „tolle Sache“, betonte Deingruber. Der Fahrbahnaufbau sei hinterher sogar mächtiger und bei der letzten Sanierung habe die Straße 15 Jahre lang durchgehalten. Ein Voll㈠ausbau wäre kostenmäßig viel teurer und halte auch nicht ewig.
Gemeinderat zeigt weitere Schäden im Video
Wieland merkte an, dass die Fahrbahn bereits seit fünf Jahren wieder marode sei und sich die Schadstellen nicht nur auf die genannten 500 Meter beschränken würden. In seinem Film beschrieb der FWG-Gemeinderat dann bis zu zehn Zentimeter tiefe Schlaglöcher sowie diverse Risse. Zudem habe der Glasfaserausbau eine lange Schnittnaht hinterlassen.
„So schauen bei uns viele Straßen aus“, erwiderte Deingruber. Doch die Haushaltsmittel seien begrenzt, deshalb müsse man eben Jahr für Jahr priorisieren. „Wir laufen seit 20 Jahren der Bugwelle hinterher, da ist es schwer, von jetzt auf gleich alles aufzuholen.“ Zumal heuer auch noch die Sanierung des Krugalmwegs anstehe. „Und die Lehenpointstraße, die schaut noch viel schlechter aus“, wie Peter Rauffer (FWG) anmerkte.
Auch hier könnte sich das für Effenstätt gewählte Verfahren eignen, erklärte Deingruber und bat Tiefbauunternehmer Heinrich Isenmann (CSU) – nach Rückfrage im Gremium – um eine technische Erläuterung. Von der Beratung und Abstimmung selbst war Isenmann aber natürlich ausgeschlossen. Wie Isenmann erklärte, wird die Fahrbahn zunächst abgefräst und zugleich „auf Null“ profiliiert, um sie auch zu begradigen. Anschließend wird eine sechs Zentimeter starke Schicht frischer Asphalt aufgetragen. Bei der letzten Sanierung in Effenstätt seien es nur vier Zentimeter gewesen, wodurch man nun schon von einer längeren Haltbarkeit ausgehen könne. Auch für die Lehenpointstraße könne er gern ein solches Angebot erstellen, meinte Isenmann.
Andere Projekte zurückgestellt
Zumindest für Effenstätt würden die heuer im Haushalt für den Straßenbau eingeplanten Mittel ausreichen, betonte Michael Gartmaier (CSU). Zumal der Badweg in Wörnsmühl ohnehin aus Zeitgründen nochmal verschoben werden muss, wie Deingruber ergänzte. Einstimmig (ohne Isenmann) erteilten die Gemeinderatsmitglieder dann den Sanierungsauftrag. Deingruber versprach Wieland, die Straße erneut zu begutachten und eventuell weitere Stellen erneuern zu lassen.
Gisela Göttfried (Grüne) und Josef Marx (CSU) plädierten unabhängig davon für die Erstellung eines gemeindeweiten Straßensanierungskonzepts. „Wenn wir immer nur die schlimmsten Stellen flicken“, meinte Marx, „haben wir in 30 Jahren 60 Kilometer vor uns.“