Die Streaming-Falle: Bei diesen Anbietern müssen Sie trotz Abo mit Werbung rechnen
Draußen ist es schon dunkel, der Herbstwind weht, es regnet. Drinnen läuft der Filmabend bei Snacks und gedimmtem Licht. Der Detektiv ist gerade dabei, den Mörder zu entlarven. „Der Täter ist …“ Schnitt. „Ralf Schumacher?!“ Das ist natürlich überspitzt dargestellt, dürfte aber für viele deutsche Streaming-Nutzer ein Stück weit zur Realität gehören. Denn laut einer Statista-Umfrage unter 4.781 Personen zwischen 18 und 64 Jahren nutzten 51 Prozent der Befragten zwischen Juni 2025 und Juni 2026 kostenlose und werbefinanzierte Streaming-Dienste, 46 Prozent zahlen für Angebote mit Werbung wie etwa Netflix.
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Zwar waren mehrfache Angaben möglich und die Daten deuten laut dem Statistikdienst darauf hin, dass viele Streaming-Fans „mehrere Streamingabos abgeschlossen haben und dabei werbefinanzierte und werbefreie Angebote mischen“. (Schließlich gaben 41 Prozent an, für Angebote ohne Reklame zu zahlen.) Die Umfrage zeigt aber deutlich, dass Werbung mittlerweile für viele zum Erlebnis dazugehört.
Günstiger Einstieg ins Streaming nur mit Werbung
Bei der Strategie einzelner Anbieter verwundert das nicht. So kostet das Netflix-Standardabo mittlerweile 15,99 Euro im Monat. Zum Start in Deutschland 2014 waren es noch 8,99 Euro. Da wirkt der Abschluss des Werbeangebots wie der logische Schluss. Auf dem Papier gleichen sich die Leistungen schließlich. Streaming in Full-HD auf zwei Geräten gleichzeitig, Downloads sind möglich. Nur kostet das Werbeabo eben nur 6,99 Euro im Monat.
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Andersherum läuft es bei Amazon Prime Video. Dort läuft seit Februar 2024 Werbung vor und zwischen Filmen und Serien – grundsätzlich für alle. Wer die Anzeigen nicht sehen will, kann sie für drei Euro monatlich abschalten. Auf die eine oder andere Weise haben fast alle großen Anbieter mittlerweile Werbeabos eingeführt. Sie sehen darin offenbar lukrative Wege, um mehr Einnahmen zu generieren. Doch dabei bleibt es nicht. Bei manchen Diensten gibt es auch in teureren Abo-Varianten Anzeigen zu sehen.
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Netflix
Netflix gilt als einer der Pioniere für werbefinanziertes Streaming. Zum Start des sogenannten „Standard-Abos mit Werbung“ war die Rede davon, dass es pro Stunde Streaming vier bis fünf Minuten Reklame zu sehen geben soll. Allerdings hat das Unternehmen bei der Abo-Option in den vergangenen Jahren nachgedreht. Anders als in der Ankündigung beschrieben, sind Downloads mittlerweile (eingeschränkt) möglich, die Auflösung liegt jetzt bei Full-HD, nicht mehr bei HD.
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Wie viel Werbung es heute zu sehen gibt, lässt sich pauschal nicht sagen. Das Unternehmen spricht nur noch von wenigen kurzen Unterbrechungen. Diese sollen immerhin nach Möglichkeit so gelegt werden, dass sie wichtige Szenen nicht unterbrechen. Bei manchen kürzlich veröffentlichten Filmen soll die Reklame nur vor Beginn der eigentlichen Wiedergabe gezeigt werden. Komplett ausgenommen davon sind Videospiele und Titel im Kinderprofil.
Disney Plus
Auch Disney Plus bietet ein reines Werbeabo an, bei dem Anzeigen vor und während des Streamings von Inhalten laufen. Allerdings weist der Streaming-Anbieter darauf hin, dass die Optionen Standard und Premium ebenfalls „Werbeinhalte, Werbung vor oder nach der Wiedergabe von Inhalten, Clips und Trailer für Disney-Inhalte, -Produkte und -Dienste sowie Inhalte mit Branding oder Sponsoring beinhalten“ können. Die Regelung ist neu und dürfte Kunden der teureren Optionen für 10,99 und 15,99 Euro nicht zwingend erfreuen.
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Amazon Prime Video
Amazon macht für seinen Dienst Prime Video deutlich weniger Angaben. „Prime-Filme und -Serien enthalten begrenzte Werbung“, schreibt das Unternehmen als einzige echte Information. Anfangs soll es bis zu drei Minuten Reklame zu sehen gegeben haben. Mittlerweile habe sich der Wert verdoppelt, schrieb Adweek mit Verweis auf interne Dokumente bereits Mitte 2025. Eine offizielle Ankündigung gab es dazu nicht. Ohne Prime-Abo kostet der Dienst 8,99 Euro im Monat oder 89,90 Euro pro Jahr. Um die Werbung abzuschalten, werden drei Euro extra monatlich fällig.
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HBO Max
Seit einigen Monaten ist HBO Max in Deutschland verfügbar. Der Dienst ist direkt mit einem Werbe-Abo gestartet. Wie viel Werbung es zu sehen gibt, verrät der Anbieter allerdings nicht. „Wenn du das Basis-Abo mit Werbung hast, wird vor und während On-Demand-Serien und -Filmen Werbung abgespielt“, ist die einzige Info, die HBO Max mitgibt. Wie bei anderen Diensten lässt sich die Werbung nicht vorspulen oder ganz überspringen. Wer keine Werbung sehen will, muss mindestens 11,99 Euro im Monat für das Standard-Abo zahlen.
Paramount Plus
Bei Paramount Plus enthalten laut einer Support-Seite alle Abo-Optionen Werbung. Abonnenten sehen dann vor und nach einzelnen Titeln Trailer für die Inhalte der Streaming-Plattform. Es gibt zusätzlich ein dediziertes Basic-Abo mit Werbeunterbrechungen in laufenden Filmen und Serien. Auch Paramount Plus nennt keine genaue Minutenanzahl für Reklame pro Streaming-Stunde. Auf Plattformen wie Reddit beschweren sich Nutzer aber schon jahrelang über zu viel Werbung. Eine Auswertung von Ampere Analysis, über die Business Insider berichtet, kommt zum Schluss, dass der Dienst in den USA neun Minuten Werbung pro Stunde zeigt. Mit dem deutschen Angebot ist das jedoch nicht vergleichbar.
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RTL Plus
Bei RTL Plus gibt es in zwei von drei Abo-Optionen Werbung zu sehen. Wie viele Minuten genau pro Stunde verrät das Unternehmen nicht. Die Anzeigen laufen jeweils vor und während der abgespielten Inhalte. Beim Premium-Abo sollen sie jedoch „deutlich weniger“ zu sehen sein als beim günstigeren RTL Plus Basic, informiert der Sender auf einer Übersichtsseite. Auf der Auswahlseite für die Abos gibt der Anbieter zudem noch an, im Basic-Plan werde die Reklame „regelmäßig“ eingespielt. Wie der Name schon sagt, könnt ihr den Anzeigen mit der Option „Premium Werbefrei“ aus dem Weg gehen. Der Zugang kostet 12,99 Euro im Monat.
Apple TV Plus
Als einziger großer Streaming-Dienst verzichtet Apple TV Plus auf ein eigenes Werbe-Abo. Ein wenig Reklame gibt es trotzdem zu sehen. Vor Wiedergabe der Inhalte zeigt Apple Trailer, die auf Filme und Serien im eigenen Angebot hinweisen. Diese lassen sich aber auch überspringen. Auf der eigenen Webseite beschreibt das iPhone-Unternehmen seinen Dienst als werbefrei – abgesehen von den Werbeblöcken bei der Übertragung von Live-Sport-Events.
Als Kunde von Werbe-Abos Werbung umgehen
In vielen Fällen lassen sich Anzeigen trotz eines gebuchten Werbe-Abos auf zwei Wegen umgehen. Dafür muss man allerdings Einschnitte in Kauf nehmen. So wird in Kinderprofilen in der Regel keine Werbung ausgespielt. Diese bieten aber natürlich keinen Zugriff auf Blockbuster. Möglichkeit zwei ist der Download der Inhalte aufs Smartphone oder Tablet. Das ist oft aber nur eingeschränkt möglich. Im Werbe-Abo von Netflix darf man pro Monat nur 15 Titel herunterladen. Disney Plus bietet in der günstigen Option gar keine Möglichkeit zum Download an. Auf Smart-TVs fehlt die Funktion logischerweise.
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