Bis zu zwei Millionen Reisende betroffen: Bodenpersonal in Barcelona streikt unbefristet mitten im Sommer

Streik am Flughafen Barcelona: Bis zu zwei Millionen Passagiere mitten in Hauptreisezeit betroffen

Stand: 04.08.2026, 14:10 Uhr

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Der Flughafen El Prat in Barcelona.

Der Flughafen El Prat in Barcelona. (Archivbild) © dpa

Der Ausstand des Bodenpersonals hat mitten in der Hauptreisezeit begonnen. Betroffen sind unter anderem Passagiere von Lufthansa, Air France, KLM und Air Europa.

Barcelona – Das Bodenpersonal des Flughafens Barcelona-El Prat ist am Dienstag, 4. August, in einen unbefristeten Streik getreten. Dazu hatte die Gewerkschaft CGT aufgerufen. Betroffen sind Beschäftigte des Bodenabfertigers Groundforce, die unter anderem für Check-in, Boarding und Gepäckabfertigung zuständig sind. Nach Angaben der Gewerkschaft beteiligen sich zwischen 1.179 und 1.200 Beschäftigte an dem Ausstand.

Die CGT wirft dem Unternehmen vor, Verhandlungen zu verweigern und Arbeitsbedingungen sowie Arbeitsschutz verschlechtert zu haben. Beschäftigte beklagen nach Gewerkschaftsangaben zu hohe Arbeitsbelastung, Personalmangel, unzureichende Ruhezeiten und fehlende Schulungen. Der Streik soll erst enden, wenn die Forderungen nach einer sicheren und würdevollen Arbeitsumgebung erfüllt werden, laut Diari de Girona.

Ferienverkehr betroffen

Groundforce gehört zur Globalia-Gruppe und übernimmt die Bodenabfertigung an den Terminals 1 und 2 des Flughafens Barcelona-El Prat. Zu den betreuten Fluggesellschaften gehören unter anderem Air Europa, Lufthansa, Air France, KLM, Qatar Airways, Air China, ITA Airways und United Airlines.

Der Streik fällt mitten in die Hauptreisezeit. Zwischen Anfang August und Ende September sind bei den von Groundforce betreuten Fluggesellschaften rund 11.600 Flüge mit knapp 2,4 Millionen Sitzplätzen geplant. Das spanische Verkehrsministerium geht davon aus, dass bis zu zwei Millionen Passagiere von den Auswirkungen betroffen sein könnten, so La Vanguardia.

Gewerkschaft beklagt Arbeitsbedingungen

Nach Angaben der CGT arbeitet Groundforce mit zu wenig Personal. Beschäftigte müssten mehrere Aufgaben gleichzeitig übernehmen und regelmäßig Überstunden leisten. Besonders neue Mitarbeiter erhielten nicht genügend Schulungen. Die Gewerkschaft warnt vor körperlicher Erschöpfung, Stress und einem erhöhten Unfallrisiko.

Zudem wirft sie dem Unternehmen vor, notwendige Maßnahmen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz nicht umgesetzt zu haben. Die Gewerkschaft erklärte, sie bedaure mögliche Beeinträchtigungen für Reisende, betonte jedoch, Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten seien nicht verhandelbar.

Flugstatus vorab prüfen

Wie stark der Flugbetrieb tatsächlich beeinträchtigt wird, ist derzeit noch unklar. Das spanische Verkehrsministerium hat für die Dauer des Streiks Mindestdienstleistungen angeordnet. Je nach Strecke müssen zwischen 35 % und 80 % der geplanten Flüge durchgeführt werden.

Reisenden wird empfohlen, den Status ihres Fluges vor der Anreise bei ihrer Fluggesellschaft zu überprüfen und am Flughafen mehr Zeit für Check-in, Gepäckaufgabe und Boarding einzuplanen.

Der Arbeitskampf folgt auf frühere Störungen an spanischen Flughäfen. Mitte April kam es an Barcelona-El Prat und acht weiteren Flughäfen bereits wegen eines Streiks der Fluglotsen zu Beeinträchtigungen. Wie stark sich der aktuelle Ausstand auf den Reiseverkehr auswirkt, hängt unter anderem von den Mindestdienstleistungen und möglichen neuen Verhandlungen zwischen Gewerkschaft und Unternehmen ab. (Redaktion) Weitere Quellen: Ladevi, Voyages d'affaires, Touristik-aktuell.de, AboutTravel.