Streit um Straßennamen auf Siekhöhe in Göttingen geht weiter
Stand: 23.07.2026, 06:29 Uhr
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Jörg Crepon bringt immer erneut ein Zusatzschild an der Straße an. Darauf steht, dass der Namensgeber NSDAP- und SS-Mitglied war. Außerdem wird auf den Tod von Zwangsarbeitern hingewiesen.
Göttingen – Die Herbert-Quandt-Straße auf der Siekhöhe in Göttingen erinnert an einen umstrittenen Unternehmer. Jörg Crepon kämpft weiterhin für eine Umbenennung oder zumindest für eine Erläuterung durch ein Zusatzschild.
Schon mehrfach hatte Crepon ein entsprechendes Zusatzschild angefertigt. Es war jedoch offenbar immer wieder abmontiert worden. Auf dem Schild erfährt man, das der im Mai 1910 und im Juni 1982 gestorbene Industrielle ein NSDAP- und SS-Mitglied war. Er war Direktor einer Akkumulatorenfabrik, bei der im Zweiten Weltkrieg 400 Zwangsarbeiter starben.
Straße wurde vor etwa 30 Jahren gebaut
Die Mitte der 1990er-Jahre gebaute Straße wurde nach dem bereits damals umstrittenen und als BMW-Retter bekannten Unternehmer, der nach Ansicht von Historikern für den Tod von Zwangsarbeitern verantwortlich ist, benannt. Daran übt Jörg Crepon seit Jahren Kritik und wünscht sich, dass die Straße endlich umbenannt wird.
Bis heute ist er damit nicht weitergekommen. Deshalb hat er das Zusatzschild entworfen. „Das Erläuterungsschild dient dem Zweck, dass nicht nur die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft unvergessen bleiben, sondern auch die Täter und deren schreckliche Taten als Mahnung, dass so etwas sich nicht wiederholen möge“, so Crepon.
Crepon: Gewichtige Gründe sprechen für Umbenennung
Aus Sicht von Crepon sprechen ganz gewichtige Gründe für eine Umbenennung beziehungsweise ein Zusatz-Schild: „Als Personalchef der Akkumulatorenfabrik AG in Hannover, die später zur Varta AG wurde, hat Quandt im Dritten Reich den Tod von mindestens 400 Zwangsarbeitern zu verantworten. Das ist durch Gutachten und öffentlich einsehbare Quellen belegt.“
Von der Stadt heißt es, dass der Name der Herbert-Quandt-Straße 1996 durch einen Ratsbeschluss festgelegt wurde. Der Stadtverwaltung sind nach eigenen Angaben die Hintergründe bekannt. „Aktuell ließe sich daraus aber nicht ein Automatismus ableiten, der zu einer Umbenennung führen würde“, heißt es aus dem Neuen Rathaus. Umbenennungen von Straßen verursachen laut Verwaltung einen erheblichen Aufwand, gerade auch für die Anwohnerschaft der betreffenden Straßen. Jörg Crepon ist von der Haltung der Stadt weiter enttäuscht.