Stromknappheit in Ungarn: BMW hält iX3-Produktion mit Solarstrom aufrecht - Golem.de

Die Stromknappheit in Ungarn und Rumänien bedroht die Autoproduktion. Bei Ford und Mercedes kommen die Werksferien gelegen.

Die BMW-Fabrik im ungarischen Debrecen verfügt über eine 50 Hektar große Photovoltaikanlage. (Bild: BMW)

Die BMW-Fabrik im ungarischen Debrecen verfügt über eine 50 Hektar große Photovoltaikanlage. Bild: BMW

Der Münchner Autohersteller BMW muss die Produktion seines vollelektrischen iX3 in Ungarn derzeit nicht einschränken. Die aktuelle Energiesituation habe "keine Auswirkungen auf die Produktion im Werk Debrecen, die wie geplant läuft", teilte ein Sprecher auf Anfrage von Golem mit. Im Nachbarland Rumänien haben die Hersteller Dacia und Ford die Produktion derzeit eingestellt, wobei dies im Falle Ford auf die geplanten Werksferien zurückzuführen ist.

Ursache für die Stromengpässe in Ungarn und Rumänien ist der niedrige Wasserstand der Donau, der die Kühlung von Atomkraftwerken einschränkt. Ungarns einziges Atomkraftwerk Paks entging am 4. August 2026 nur knapp der kompletten Abschaltung. Der Minimalbetrieb des einzigen AKWs in Ungarn führt dennoch zu erheblichen Lücken in der Stromproduktion.

PV-Anlagen auf 50 Hektar

BMW steht dem Sprecher zufolge mit den relevanten Stellen im engen Austausch. Allerdings verfüge das energieeffizient ausgelegte neue Werk "über umfassende Möglichkeiten, den Energieverbrauch präzise zu steuern". So liefere die mehr als 50 Hektar große Photovoltaikanlage auf dem Werksgelände genug Solarstrom, um das Werk während eines Sommertages tagsüber nahezu vollständig mit Energie zu versorgen.

Aufgrund des Mehrschichtbetriebs werde zusätzliche Energie aus dem Netz bezogen. Durch ein kurzfristig entwickeltes Maßnahmenpaket werde bereits Energie in den Bereichen Anlagenbetrieb, Beleuchtung, Klimatechnik und Ladeinfrastruktur gespart. Dadurch habe das Werk seinen Energieverbrauch seit Anfang August bereits um mehr als zehn Prozent senken können.

Ein möglicher Produktionsstopp würde BMW hart treffen. Der iX3 erfreut sich derzeit einer großen Nachfrage. Der Hersteller hat seit dem Start im Februar 2026 bereits 50.000 Exemplare im Zweischichtbetrieb produziert(öffnet im neuen Fenster). Das Werk spiele "eine entscheidende Rolle für die weitere Skalierung der Neuen Klasse im Produktionsnetzwerk der BMW Group".

Dreiwöchige Werksferien bei Mercedes

Mercedes baut im ungarischen Werk Kecskemét unter anderem den vollelektrischen GLB. Einem Bericht der Stuttgarter Zeitung(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) zufolge legt das Werk derzeit eine seit langem geplante dreiwöchige Produktionspause ein. "Wir beobachten die aktuelle Lage in Ungarn sehr genau und stehen dazu auch mit den zuständigen Behörden in engem, kontinuierlichem Austausch", sagt eine Mercedes-Sprecherin dem Blatt und fügte hinzu: "Derzeit kommt es aber zu keinen Einschränkungen."

In Rumänien sprengte das Militär am 3. August 2026 einen Fels in der Donau, um zumindest einen eingeschränkten Betrieb des AKW Cernavoda sicherzustellen. Premierminister Ilie Bolojan teilte an dem Tag mit, dass Dacia und Ford ihre Produktion in dem Land bis zum 19. August ruhen ließen. Dadurch sei der Strombedarf um 200 Megawatt reduziert worden.

Ein Ford-Sprecher wies die Darstellung Bolojans jedoch zurück. Die Produktion ruhe aufgrund der seit langem eingeplanten Werksferien und stehe nicht in Zusammenhang mit der Stromknappheit.