„Nur wenige sprechen darüber“: Student kauft Haus in Italien für 8200 Euro – und erlebt die bittere Wahrheit

Student kauft altes Haus in Italien für 8200 Euro – und warnt vor einem großen Irrtum

Stand: 04.08.2026, 14:17 Uhr

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Im Internet entdeckte er das Haus und schlug zu. Der Traum in Italien scheint ein Schnäppchen zu sein. In der Realität sieht es jedoch anders aus.

L’Aquila – Ein Juwel in einem verschlafenen italienischen Dorf zu entdecken, klingt nach einem Abenteuer. Ein Student aus Tschechien war gerade 20 Jahre alt, als er sich diesen Traum in Italien 2016 erfüllte. Fotos aus dem Internet genügten ihm. Ohne an die Folgen zu denken, kaufte Jakub das Objekt. Verhandelte den Preis auf 8200 Euro. Das war wohl noch das einfachste an der Geschichte.

View from Cantello-Caldora Castle, Medieval village, Pacentro, Abruzzo, Italy

Traumhaus in Italien: In den Abruzzen gibt es alte Steinhäuser, die auf einen Käufer warten (Symbolfoto). © Imago

Das alte Steinhaus in einem kleinen Dorf in den Abruzzen war über 400 Jahre alt, wie Jakub aber erst später von Dorfnachbarn erfuhr. Im Untergeschoss hatten einst Tiere gestanden und die Menschen darüber gewohnt. Eine Ruine ohne fließendes Wasser oder Heizung, deren Umbau der Student auf seinem Instagram-Account „Casa dei Fichi“ (auf Deutsch: Haus der Feigen) dokumentiert.

„War auf Italien fixiert“: Student kauft altes Haus in Italien – für 8200 Euro

„Ich hatte die Idee, mir ein Haus im Ausland zu kaufen, und war von Anfang an nur auf Italien fixiert. Die Anzahlung habe ich geleistet, obwohl ich das Haus noch nie gesehen hatte“, erzählt Jakub dem slowakischen Lifestyle-Portal Refresher.sk.

Nachdem der Student die Anzahlung von 2500 Euro überwiesen hatte, war er mit dem Geld im Rucksack nach Italien gereist, um den Kaufvertrag beim Notar zu unterschreiben.

Ein-Euro-Häuser in Italien können Käufer ruinieren

Jakub und seine damalige Partnerin Eliška packten beim Renovieren selbst an. Handwerker konnten sich die beiden Studenten damals nicht leisten. Eine Erfahrung, die Jakub skeptisch auf den Hype um die Ein-Euro-Häuser („Case a un euro“) in Italien blicken lässt.

„Die Eurohäuser sind einer der besten Marketing-Schachzüge Italiens. Aber nur wenige sprechen darüber, was danach kommt“, so Jabuk. Alle Kosten für Umbau, Steuern und Gebühren trägt der Käufer bei diesem Konzept selbst.

Der Traum von einer Billig-Ein-Euro-Immobilie kann schnell zur „teuersten Entscheidung deines Lebens“ werden, warnen Italien-Kenner. Die betroffenen Gebäude stehen häufig unter Denkmalschutz in historischen Altstadtkernen. Baugenehmigungen ziehen sich oft jahrelang hin. Käufer verpflichten sich beim Erwerb eines Ein-Euro-Hauses, die vollständige Renovierung innerhalb einer bestimmten Frist abzuschließen. Bei der Sanierung von diesen Schnäppchen müssen Interessenten mit Kostenfallen rechnen. Einige Dörfer bekommen ihre Häuser trotz Billigpreisen allerdings nicht los.

Jakub kaufte sein altes Steinhaus in den Abruzzen auf dem freien Markt – ohne Sanierungspflicht und ohne Frist. 2016 gab es noch kaum die Ein-Euro-Häuser, auch wenn das Konzept laut dem italienischen Kultusministerium bereits 2008 entstand. Um Investoren anzulocken, versteigerte das sizilianische Sambuca di Sicilia im Jahr 2019 ein Dutzend Häuser ab einem Euro. Damit brach eine Welle los. Inzwischen haben mehr als 70 Kommunen ein Projekt eingeführt oder planen es, wie auf dem Wissenschaftsportal Geopop zu erfahren ist.

Eine Investition kann sich lohnen. Jakub lebt mit seiner Familie inzwischen an der Küste der Region. Das alte Steinhaus „Casa dei Fichi“ dient als Wochenendhaus und Ferienunterkunft.(Quellen: Refresher.sk, Instagram, Geopop) (ml)