Neue Studie zu Nervenkrankheit: Forscher sehen eine mögliche, dramatische Rolle von Mikroplastik
Studie zeigt erschreckenden Zusammenhang zwischen Mikroplastik im Gehirn und Risiko für ALS
Stand: 19.08.2026, 14:27 Uhr
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Eine Studie hat zum ersten Mal eine mögliche Rolle von Mikroplastik im Nervensystem für das Entstehen neurodegenerativer Erkrankungen festgestellt.
Es könnte einen Zusammenhang zwischen dem Vorhandensein von Mikroplastik im Nervensystem und dem Risiko für ALS geben: Diese Entdeckung stammt aus einer Studie der Universität Modena und Reggio Emilia und eröffnet eine neue Spur für die Erforschung der Krankheit. Konkret hat die Studie erstmals – ihre Ergebnisse müssen daher noch durch weitere Untersuchungen validiert werden – eine neue Perspektive auf die mögliche Rolle von Mikroplastik bei neurodegenerativen Erkrankungen aufgezeigt.
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Dieser Artikel von Valentina Lanzilli entstand in Kooperation mit Corriere della Sera
Die Studie verglich das Vorkommen von Nanoplastik im zentralen Nervensystem von ALS-Patienten mit den Befunden bei gesunden Personen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass hohe Konzentrationen von Mikroplastik mit einem erhöhten ALS-Risiko verbunden sind, entweder aufgrund einer direkten toxischen Wirkung dieser Schadstoffe oder wegen der Einwirkung anderer giftiger Substanzen, die mit dem Mikroplastik assoziiert sind.

Die Untersuchung ist zudem die erste, die den Zusammenhang zwischen den Konzentrationen und der Größe von Mikroplastik im Blut – wo es durch Umweltexposition und die Aufnahme über die Nahrung vorkommt – und dem Vorhandensein dieser Schadstoffe im Nervensystem charakterisiert. Damit werden die Grundlagen für die Planung und Validierung neuer Studien am Menschen zu diesen besonders aktuellen Umweltkontaminanten gelegt, ebenso wie zu ihrer möglichen Rolle bei der Entstehung von Erkrankungen des Nervensystems.
Veröffentlichung in Fachjournal und beteiligte Forschende
Die Forschung wird derzeit in der renommierten britischen Fachzeitschrift Brain Communications zur Veröffentlichung vorbereitet und nennt als Koordinatoren sowie Erst- und Letztautor der Publikation Marco Vinceti und Jessica Mandrioli. Die Wissenschaftler sind am Fachbereich für biomedizinische, metabolische und Neurowissenschaften von Unimore als Professoren für Epidemiologie beziehungsweise Neurologie tätig.
Die Studie ist aus der engen Zusammenarbeit zwischen Epidemiologen und Neurologen hervorgegangen, zu welcher der grundlegende Beitrag der hygienisch-medizinischen Forschungsgruppe der Universität Catania unter der Leitung der Professorinnen Margherita Ferrante und Gea Oliveri Conti hinzugekommen ist.
„Ob und in welchem Ausmaß diese neuen Kontaminanten, nämlich Nano- und Mikroplastik, für toxische Effekte auf das Nervensystem verantwortlich sind, muss noch abschließend geklärt werden: Unsere Ergebnisse zeigen jedoch ihre Präsenz in vivo im Gehirn und deuten auf eine mögliche neurotoxische Aktivität der Partikel geringerer Größe hin“, kommentierte Prof. Marco Vinceti. „Wir hoffen, dass diese Studie dazu beitragen kann, die Mechanismen des Auftretens von ALS und anderen neurodegenerativen Erkrankungen zu verstehen und ihnen vorzubeugen“.