Papst: „Lässiger“ Stil – Vanity Fair kürt Leo XIV. für Modesinn
KI-Stimme. Info
Sie folgen keinem Trend, sondern setzen ihre eigenen Regeln: Wer auf der diesjährigen „Vanity Fair“-Liste der bestgekleideten Persönlichkeiten landet, braucht vor allem eines – einen unverwechselbaren Stil. Das Magazin hat für seine „Best Dressed List 2026“ zehn Persönlichkeiten ausgewählt, die mit einem eigenständigen modischen Blick und außergewöhnlichen Auftritten auffallen. In diesem Jahr gehört überraschend auch Papst Leo XIV. zu den Auserwählten der Mode-Bibel.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche falle durch seinen „unkonventionellen“ Stil auf, bei dem er die traditionelle Soutane mit Nike-Turnschuhen und Baseballkappen kombiniert, berichtet das Magazin. Laut „Vanity Fair“ zeigte Robert Francis Prevost, so der bürgerliche Name des Papstes, bereits vor seiner Wahl im vergangenen Jahr ein besonderes Gespür für Stil. Als „Father Bob“ habe er seine „bescheidene, cremefarbene Soutane“ aufgewertet, indem er sie mit Nike-Sneakern kombinierte. Auch als Papst habe er sich seinen „Sinn für ironische Lässigkeit“ bewahrt und trage im Alltag auch immer wieder einfach mal eine Kappe.
Lesen Sie auch
Papst Franziskus bekam ganze Titelseite – aber nicht für seinen Stil
Für Aufsehen sorgte zuletzt ein Bild aus dem neu veröffentlichten Dokumentarfilm „Leone a Roma“, auf dem der damalige Augustiner-Prior Prevost im Jahr 2008 beim Weltjugendtreffen in Sydney zu sehen ist – in liturgischem Gewand und mit weißen Nike-Turnschuhen. Das Bild verbreitete sich rasch im Internet. Nutzer analysierten das Modell der Schuhe, bei denen es sich italienischen Medien zufolge um die Nike-Sneaker „Franchise Low“ handeln soll. Das Modell gilt als beliebt bei Hobby-Tennisspielern, wie auch Leo XIV. bekanntlich einer ist.
Leo XIV. ist der erste Papst, der von „Vanity Fair“ für seinen Stil ausgezeichnet wird. 2021 hatte die italienische Ausgabe des Magazins Leos argentinischem Vorgänger Franziskus die Titelseite gewidmet. Der Titel der Sozialenzyklika des Papstes, „Fratelli tutti“ (Alle Brüder), wurde damals auf dem Cover in mehrere Sprachen übersetzt. Im Mittelpunkt stand dabei der Appell des Papstes zur Geschwisterlichkeit.
Auch interessant
Wirbel um Papst Benedikts Schuhe: „Nicht Prada, sondern Christus“
Das Outfit der Päpste ist seit jeher ein Thema. So hatte der Sinn des deutschen Papstes Benedikt XVI. für Mode in seinen Pontifikatsjahren zwischen 2005 und 2013 häufig für Aufsehen gesorgt. 2008 wurde Joseph Ratzinger, der bürgerliche Name von Benedikt XVI., von der Zeitschrift „Esquire“ zum elegantesten Mann der Welt gekürt. 2005 war der gebürtige Bayer zur Adventszeit bei einer Audienz auf dem Petersplatz in einer pelzbesetzten Mütze, die an den Weihnachtsmann erinnerte. Die Kopfbedeckung mit der Bezeichnung „Camauro“ ging auf das Mittelalter zurück. Zu anderer Gelegenheit trug Benedikt einen prächtigen roten Samtumhang mit Hermelinbesatz – ein weiteres traditionelles päpstliches Kleidungsstück, das lange in Vergessenheit
geraten war.
Als Benedikt in leuchtend roten Slippern auftrat, kursierten Gerüchte, der Papst würde Prada-Schuhe tragen. Die Vatikan-Zeitung „Osservatore Romano“ erwiderte, dass das Interesse des Papstes an Kleidung nichts mit Mode, sondern mit der Liturgie und deren Symbolen zu tun habe. „Der Papst trägt also nicht Prada, sondern Christus“, schrieb das Blatt damals. Doch die Papst-Garderobe kann auch Probleme machen: Noch heute wird in Rom gerne die Geschichte von Johannes XXIII., dem „guten Papst“, erzählt: Der füllige Italiener trat 1958 nach dem „Habemus papam“ („Wir haben einen Papst“) auf die Loggia des Petersdomes in einem viel zu engen Gewand. So musste ihm die Rückennaht aufgetrennt werden.

Papst Benedikt XVI. machte während seiner Amtszeit mit seinen roten Schuhen von sich reden. Hier im Jahr 2011.© picture alliance / INFOPHOTO | Maria Grazia Picciarella
Vanity Fairs Bestgekleidete punkten mit Basketballtaschen und Fransen
In der „Vanity Fair“-Liste der bestgekleideten Persönlichkeiten ist der erste Papst aus den USA in modischer Gesellschaft. Unter den zehn „Originals“ finden sich Künstler, Sportler, Designer und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Angeführt wird die Auswahl von Spike Lee. Der US-Filmemacher ist nicht nur als leidenschaftlicher Fan der New York Knicks bekannt, sondern auch für seine auffälligen Outfits. Zu seinen denkwürdigsten Looks zählt laut „Vanity Fair“ eine von Louis Vuitton entworfene Handtasche in Form eines Basketballnetzes – inklusive Ball.
Abgerundet wird die Liste von der isländischen Musikerin Björk, die seit Jahrzehnten für außergewöhnliche Modeauftritte bekannt ist. Zu den von „Vanity Fair“ hervorgehobenen Looks gehört ein Mantel aus gehäkelten Fransen von Louise Trotter für Bottega Veneta, kombiniert mit einem Fuchs-Kopfschmuck von Shinji Konishi.