Huthi-Angriff auf Aden: Raketen treffen Regierungssitz im Jemen
Südjemen :
Huthi greifen Regierungssitz in Aden an
15.10.2026, 19:45Lesezeit: 2 Min.

Sicherheitskräfte vor dem Al-Maaschik-Palast in Aden (Archivbild)dpa
Die Huthi rücken offenbar weiter nach Süden vor. Ein Raketenangriff traf nun den Palast der Regierung in Aden. Regierungsmitglieder wurden nicht verletzt.
Im Jemen ist der Sitz der international anerkannten Regierung in der südlichen Hafenstadt Aden mit Raketen angegriffen worden. Die Gegend um den Al-Maaschik-Palast sei unter Beschuss geraten, sagten Augenzeugen und Regierungsvertreter der Deutschen Presse-Agentur. Die Regierung sprach von einer „gefährlichen Eskalation“ und teilte mit, Sicherheitsleute und andere Mitarbeiter am Palast seien getötet oder verletzt worden.
Der von der Huthi-Miliz kontrollierte Fernsehsender Al-Masirah berichtete, ein „Militär-Hauptquartier, das von saudischen Offizieren geführt wird“, sei angegriffen worden. Huthi-Militärsprecher Jahja Sari teilte mit, saudische Truppen seien an jedem Ort ein legitimes Ziel der Rebellen.
Rauch über dem Regierungssitz
Der saudische Nachrichtenkanal Al-Hadath berichtete, am Palast hätten sich nach dem Einschlag mehrerer Raketen fünf Explosionen ereignet. In sozialen Medien kursierten Videos, die Rauch über dem Gelände zeigen, in dem die international anerkannte Regierung ihren Sitz hat. In Aden befindet sich auch ein Kommandozentrum des saudisch angeführten Bündnisses, das im Jemen an der Seite der Regierung gegen die Huthi kämpft.
Die international anerkannte Regierung sitzt in Aden im Süden, seit die Huthi-Rebellen die Hauptstadt Sanaa und weitere Teile des Nordjemens 2014 überrannten. Angeführt wird die Regierung von Raschad al-Alimi, der sich aus Sicherheitsgründen aber meist in Riad aufhält. Saudische Medien berichteten, die hohen Vertreter der jemenitischen Regierung seien bei dem Angriff nicht verletzt worden.
Südjemen war lange nicht im Fokus der Huthi
Mit dem Angriff rückt auch der Südjemen stärker in den Fokus der Huthi, die weite Teile des Nordens kontrollieren und die einer Blitzoffensive im September weitere Gebiete entlang der Westküste einnahmen. In vergangenen Jahren schienen Aden und der Süden – vor allem nach einer Waffenruhe ab 2022 – nicht im Fokus der Kämpfe zu stehen. Das könnte sich nun ändern.
Aden werde ein Zentrum für die staatlichen Institutionen im Jemen bleiben, teilte die Regierung mit. Versuche, das öffentliche Leben zu stören oder den Staat zu schwächen würden erfolglos bleiben.
Aden ist eine der größten Städte im Jemen und hat einen wichtigen Hafen östlich der Meerenge Bab al-Mandab. Die Stadt diente über Jahrhunderte als Knotenpunkt für Handel. Der Palast liegt auf einer Anhöhe mit Blick auf die Bucht von Aden.