Sven Adamietz tritt zur Bürgermeisterwahl an – Heavy Metal und Garten als Ausgleich
Stand: 11.08.2026, 06:30 Uhr
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Der 52-jährige Ingenieur kandidiert am 13. September für das Amt des Achimer Bürgermeisters. Er tritt als parteiloser Kandidat an.
Achim – Der Walnussbaum im Garten von Sven Adamietz hängt voller Nüsse: „Von denen haben wir allerdings nicht viel. Bevor wir ernten können, haben die Eichhörnchen sie sich bereits geholt und verbuddelt“, sagt er mit einem Lachen. Was den restlichen Garten angeht: „Hier gibt es keinen Stein, den ich nicht angefasst habe“, erklärt er stolz. Allerdings ist es möglich, dass ab Herbst weniger Zeit für das Fleckchen Grün hinter seinem Haus ist. Denn Adamietz tritt am 13. September zur Wahl des Achimer Bürgermeisters an.
„Dabei war der Gedanke dazu nicht mein eigener“, erinnert er sich. Aus Jux sei er mal gefragt worden, aber dann sei die Idee bei ihm locker weitergereift. „Ich will, dass alles wieder offen und transparent wird“, sagt er. Die Fähigkeiten dazu bringe er mit, ist er überzeugt. „Ich kann netzwerken, und gerade das ist in diesem Amt wichtig.“ Aber auch seine berufliche Expertise wolle er in das Amt einfließen lassen. „Ich bringe Wissen aus dem Planungsbereich und über Bautechnik mit und kann eine technische Sichtweise einbringen.“
Der 52-Jährige ist in Achim aufgewachsen, erst für sein Studium zieht es ihn – zumindest für einige Jahre – aus Achim fort: Freiraumplanung in Bernburg und Osnabrück, dann Stadtplanung in Stuttgart und obendrauf die Qualifikation als technischer Betriebswirt. Inzwischen arbeitet er als Ingenieur für ein Achimer Unternehmen. 2016 zieht es ihn mit seiner Frau Annette und den Kindern Jonas und Ida zurück nach Achim, wo sie dann das Haus bauen – mit dem Walnussbaum im Garten.
Seiner Familie hatte er eines Tages beim Frühstück von seinem Entschluss zur Kandidatur erzählt. „Ich bin erst um den heißen Brei geschlichen und musste drei Anläufe nehmen“, erinnert er sich mit einem Lachen. „Von allen dreien kam sofort: Super Idee! Aber ich denke, erst jetzt mit dem Wahlkampf wird es allen etwas bewusster.“ Inzwischen hängen die Wahlplakate – und seine Kinder werden von ihren Freunden darauf angesprochen. „Natürlich kennen sie diese öffentliche Präsenz schon aus meiner Ratstätigkeit, aber als Bürgermeister wäre das noch bedeutend mehr.“
Seit 2024 sitzt er als parteiloser Nachrücker im Stadtrat – bis zur Ankündigung seiner Kandidatur als Mitglied der Grünen-Fraktion. Die Verbundenheit zu „grünen“ Themen kommt nicht von ungefähr: „Schon als Kind hat mich die Natur begeistert, ich fand die Tierfilme toll und habe alles Wissenschaftliche in mich aufgesogen.“ Noch zu Schulzeiten streckt er seine Fühler in Richtung der Naturschutzorganisationen Nabu und Greenpeace aus – bei Ersterer engagiert er sich heute im Jugendbereich.
Zu Hause entspannt er gerne bei Heavy-Metal-Musik. „Das holt mich einfach ab“, sagt er. Auch der Garten dient als Ausgleich: „Es macht einfach Spaß, zu sehen, wie etwas wächst“, macht er klar. „Jedes Mal, wenn ich im Garten etwas erschaffen habe, sehe ich mir das an und denke nur: Wow, das hast du mit deinen eigenen Händen erreicht.“ Dazwischen wuseln dann gerne seine Hunde umher, Nikita und Caiman. Sie sind ein weiterer Ausgleichsfaktor, wie auch der Fußball: Der Werder-Bremen-Fan Adamietz kickt seit seinem sechsten Lebensjahr. Inzwischen ist er in der Altliga der SG Achim-Uesen angekommen.
„Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, setze ich das auch um – auch, wenn ich da manchmal etwas ungeduldig bin.“ Authentizität ist Adamietz dabei wichtig – und das gilt für ihn besonders für das angestrebte Amt des Bürgermeisters: „Wichtig ist, eine Antenne für andere zu haben und ins Gespräch zu kommen, und natürlich soll die Arbeit auch Spaß machen und alle motiviert zur Arbeit kommen. Am Ende hat das auch einen Effekt auf das Ergebnis.“