Tablet als Zweitbildschirm: Wann und wie es funktioniert
Stand: 21.07.2026, 07:00 Uhr
Wer im Homeoffice oder auf Reisen arbeitet, vermisst schnell den zweiten Bildschirm aus dem Büro. Ein Tablet liegt oft ohnehin im Gepäck. Doch wie lässt es sich als zweiter Bildschirm nutzen?
München – Das Verbinden von Laptop und Tablet geht auf mehreren Wegen. Die gängigsten Lösungen laufen über eingebaute Funktionen von Apple oder Samsung, über die Windows-Projektion oder über Drittanbieter-Apps. Welche Lösung passt, hängt vom Laptop, vom Tablet, vom Betriebssystem und manchmal auch vom Arbeitgeber ab. Wichtig ist hauptsächlich die Geräte-Kombination.
Artikel der KNA
Dieser Beitrag stammt von der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
Bei Apple gibt es für viele Mac-iPad-Konstellationen die Funktion Sidecar. Damit erweitert oder spiegelt das iPad den Mac-Schreibtisch. Damit Sidecar funktioniert, müssen Mac und iPad kompatibel sein.

Auf dem Mac braucht es mindestens macOS Catalina 10.15, auf dem iPad iPadOS 13. Außerdem müssen beide Geräte denselben Apple-Account nutzen, die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiviert haben und im selben WLAN sein.
Samsung bietet „Second screen“
Samsung bietet mit „Second Screen“ eine ähnliche Lösung für bestimmte Galaxy-Tablets. Die Funktion ist laut Samsung für Galaxy Books optimiert und benötigt Windows 10 oder höher. Unterstützt werden Tablets ab der Galaxy-Tab-S7-Serie mit One UI 3.1 oder neuer. Beide Geräte müssen denselben Samsung-Account nutzen und im selben WLAN sein.
Windows kann Bildschirminhalte drahtlos auf geeignete Anzeigen übertragen. Dafür nutzt das System den Funkstandard Miracast. Er sendet Bild und Ton ohne HDMI-Kabel an kompatible Empfänger.
Das heißt aber nicht, dass jedes Tablet automatisch als zweiter Bildschirm funktioniert. Microsoft beschreibt die Funktion vor allem für Fernseher, Projektoren oder entsprechend eingerichtete Windows-PCs.
Unterschiedliche Geräte: Verbindung über Drittanbieter
Schwieriger wird es, wenn Tablet und Computer aus unterschiedlichen Systemwelten kommen – etwa iPad und Windows oder Android-Tablet und Windows. Dann braucht es oft Drittanbieter-Software. Ein Beispiel ist Spacedesk. Laut Anbieter ist die private, nichtkommerzielle Lizenz kostenlos, für geschäftliche Nutzung gibt es eine kostenpflichtige Business-Lizenz.
Weitere Programme sind Duet Display, Splashtop Wired XDisplay und SuperDisplay. Duet Display bewirbt die Nutzung von iPad, Android-Geräten, Mac und PC als zusätzlichen Bildschirm.
Splashtop Wired XDisplay setzt auf eine kabelgebundene Verbindung und nennt iPad, Android-Tablet, Kindle oder Smartphone als mögliche Zusatzanzeige. Mit SuperDisplay lassen sich Android-Smartphones und -Tablets per USB-Kabel als zusätzlichen Bildschirm für Windows-PCs nutzen.
Kosten und Grenzen hängen am Einzelfall
Technisch gibt es bei der Verbindung von Laptop und Tablet Grenzen. Drahtlose Verbindungen reagieren empfindlicher auf Entfernung, schwaches WLAN oder Störungen. Samsung empfiehlt für „Second screen“ ausdrücklich, beide Geräte nah beieinander zu nutzen. Apple verweist bei Sidecar auf mögliche WLAN- und Bluetooth-Probleme, die die Leistung beeinflussen können.
Firmenregeln und Reisesicherheit nicht vergessen
Wer beruflich arbeitet, sollte vorab klären, was erlaubt ist. Das betrifft primär Drittanbieter-Apps und private Tablets. Arbeitsrechtlich fällt das unter „Bring Your Own Device“, also die dienstliche Nutzung privater Geräte. Dafür braucht es in der Regel eine Genehmigung oder Vereinbarung mit dem Arbeitgeber.
Auf Reisen kommt die Sicherheit hinzu. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor Risiken durch öffentliche WLANs und empfiehlt, Geräte und Konten vor Reisebeginn abzusichern.
Kurzer Check vor dem Einsatz des Zweitbildschirms:
– Passen Laptop und Tablet technisch zusammen?
– Soll der Bildschirm gespiegelt oder erweitert werden?
– Ist ein Verbindungskabel nötig?
– Funktioniert die Verbindung im heimischen WLAN stabil?
– Ist die genutzte App bei beruflicher Nutzung erlaubt?
– Sind sensible Arbeitsdaten auf dem Tablet zulässig?
Praktische Zwischenlösung statt Büro-Ersatz
Für ein paar Stunden Arbeit, E-Mail-Checken und Recherche an einem anderen Ort kann ein Tablet als Zweitbildschirm eine gute Lösung sein. Man sollte aber keine perfekte Büro-Atmosphäre erwarten. Je nach Verbindung kann es ruckeln und die Anzeige kleiner sein als gewohnt. Lange Arbeitstage mit präziser Grafikarbeit sollten Sie lieber in der gewohnten Arbeitsatmosphäre verbringen.