taz panterpreis 2026: Hingucken, wo andere wegschauen

Der taz panterpreis geht an das freie Radio CORAX in Halle und an die Gefangenenzeitung der lichtblick. Hier ist die Preisverleihung im Video zu sehen.

Ferdi Balci (der lichtblick, 2. v. l.) und Johanna Fischer (Radio CORAX, 3. v. l.) mit den weiteren Nominierten und Gereon Asmuth

Foto: taz

Ole Schulz

Zwei herausragende Medienprojekte bekommen in diesem Jahr die panterpreise der taz panterstiftung. Der freie Sender Radio CORAX aus Halle gewann den Publikumspreis, der durch eine Onlineabstimmung ermittelt worden war. Die Gefangenenzeitung der lichtblick wurde mit dem Jurypreis ausgezeichnet. Beide erhalten jeweils 5.000 EUR Preisgeld. Die Preise wurde am Mittwochabend in Hamburg im Museum der Arbeit vergeben. Die Verleihung fand im Rahmen der Hamburger Woche der Pressefreiheit statt.

Ausgeschrieben war der taz panterpreis 2026 unter dem Motto „Unabhängig, kritisch, resilient: Medien von unten“. In Zeiten, in denen eine freie Berichterstattung weltweit wie auch lokal unter Druck gerät, stärkt die taz panterstiftung damit zivilgesellschaftliche Initiativen, die genau dort hingucken, wo andere wegschauen. Rund 60 unabhängige Medien hatten sich beworben, sieben von ihnen wurden nominiert.

Radio Corax, Gewinner des Publikumspreises, ist ein nichtkommerzieller, freier Lokalsender aus Halle, der seit einem Vierteljahrhundert täglich 24 Stunden sendet und regelmäßig mit lokalen Institutionen und Initiativen kooperiert. Die AfD will, wenn sie in Sachsen-Anhalt regiert, dem Sender die Förderung durch die Landesmedienanstalt streichen.

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der lichtblick, Gewinner des Jurypreises, ist die einzige unabhängige und unzensierte Gefangenenzeitung Deutschlands. Bereits seit 1968 arbeitet die Redaktion von der lichtblick bundesweit aus der Justizvollzuganstalt Berlin-Tegel heraus.

Neben den beiden Preis­trä­ge­r:in­nen waren fünf weitere unabhängige Medienprojekte nominiert: der Berndt-Media-Verlag, dessen Kulturmagazine im Ruhrgebiet kostenlos in Kneipen und Kulturstätten ausliegen, die Studierendenzeitung UnAufgefordert der Berliner Humboldt-Universität, das junge Münsteraner Lokalmedium RUMS, das Projekt nah:­dran, das jungen Menschen in strukturschwachen Regionen Medienkompetenz vermittelt, und das in einer Geflüchtetenunterkunft gegründete mobile Studio radio connection.

Der seit 2008 von der panterstiftung verliehene Preis für zivilgesellschaftliches Engagement war 2024 zu drei Landtagswahlen im Osten Deutschlands erstmals außerhalb Berlins verliehen worden. In diesem Jahr fand die feierliche, von taz-Redakteur Gereon Asmuth moderierte Preisverleihung im Rahmen der Hamburger Woche der Pressefreiheit in einem gut gefüllten Saal im historischen Backsteinensemble des Museums der Arbeit in Hamburg-Barmbek statt.

Die Keynote kam von der Journalistin, Kolumnistin und Autorin Silke Burmester, die Laudationes auf die Preis­trä­ge­r:in­nen hielten die Journalistin und Autorin Elke Schmitter sowie der Journalist Jan Scheper.

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