Technologie: KI in Endgeräten bietet neue Chance für Europas Chiphersteller
Technologie: KI in Endgeräten bietet neue Chance für Europas Chiphersteller
Der Technikvorstand von NXP registriert eine „gigantisch“ steigende Nachfrage. Sollten sich KI-Anwendungen im Alltag durchsetzen, könnten die Europäer gegenüber Nvidia aufholen.
Roboter: Künstliche Intelligenz abseits der Rechenzentren. Foto: Bloomberg
München. Die Prognose war gewagt: „Der Cloud-Hype wird abklingen“, sagte Lars Reger, Technikvorstand des niederländischen Chipherstellers NXP, zu Jahresbeginn auf der Technologiemesse CES in Las Vegas. Stattdessen werde sich Künstliche Intelligenz (KI) zunehmend auf Endgeräten durchsetzen.
Mit seiner Einschätzung zum Cloud-Geschäft lag der Manager falsch. Der Boom der KI-Rechenzentren ist ungebrochen. Der für NXP wichtigere Teil seiner Prognose sei jedoch eingetreten, sagte Reger dem Handelsblatt. Dezentrale KI in Robotern, Medizintechnik, Hausgeräten oder Autos setze sich „schneller durch als erwartet“.
Dabei werden KI-Modelle direkt auf den Chips der Geräte ausgeführt, statt in Rechenzentren verarbeitet zu werden. „Die Nachfrage steigt gigantisch“, sagte Reger. Es entstehe ein „sehr großer Markt“.
Neue Chancen für Europa
Das eröffnet nicht nur NXP, sondern der gesamten europäischen Halbleiterindustrie neue Chancen. Auch der Münchener Dax-Konzern Infineon und der französisch-italienische Hersteller STMicroelectronics haben sich auf Chips für solche Anwendungen spezialisiert. In der Branche heißt dieser Ansatz „Edge AI“. Der weiter gefasste Begriff lautet „Physical AI“.

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