16-Jähriger soll internationale Hackerbande KillSec geführt haben

Polizei

Teenager Kopf einer internationalen Bande? Polizei Hamburg zerschlägt Hacker-Ring

Das Hamburger LKA war maßgeblich an der „Operation Killswitch“ beteiligt.
Polizei Hamburg

Die Polizei übernimmt die Leak-Seite von „KillSec“ und verhindert weitere Erpressungen. Wie das LKA Hamburg die Operation koordinierte.

Mithilfe von Künstlicher Intelligenz suchten sie Opfer und erpressten sie dann mit gestohlenen Daten: Jetzt hat die Polizei die Kontrolle über die Leak-Seite der Cybercrime-Gruppierung „KillSec“ übernommen – und drei Verdächtige festgenommen.

Bei einer internationalen Operation gegen eine Cybercrime-Gruppierung hat die Polizei drei Tatverdächtige, darunter einen 16-Jährigen, festgenommen. Zudem seien in Griechenland, Rumänien, Spanien und Großbritannien acht Objekte durchsucht worden, teilte die Polizei Hamburg mit. Dabei seien Server, Endgeräte, Datenbestände und Vermögenswerte sichergestellt worden. 

Rund 1000 mutmaßliche Cyberangriffe

Die Maßnahme erfolgte den Angaben zufolge im Rahmen der Operation „KillSwitch“ einer internationalen Ermittlung unter der Leitung deutscher Behörden zu rund 1000 mutmaßlichen Cyberangriffen weltweit, davon mindestens 70 in Deutschland und derzeit 18 mit Bezug zu Hamburg. 

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Die Strafverfolgungsbehörden haben den Angaben zufolge am Mittwoch die Kontrolle über die Leak-Seite der Cybercrime-Gruppierung „KillSec“ übernommen und mindestens 110 Terabyte Daten gegen unbefugten Zugriff gesichert. Die Gruppierung hatte die Seite den Ermittlungen zufolge genutzt, um Organisationen mit der Veröffentlichung zuvor entwendeter Daten zu drohen, sofern diese kein Lösegeld zahlten. In einigen Fällen sei tatsächlich viel Geld geflossen.

Gruppe aus Teenagern nutzte KI

Die Gruppe habe auch KI genutzt, um ihre Ransomware-Infrastruktur aufzubauen, zu betreiben und potenzielle Opfer zu identifizieren. Insgesamt seien bislang rund 500 mutmaßlich erfolgreiche Angriffe identifiziert worden. Die Ermittlungen liefen seit Anfang 2025.

Als mutmaßlichen Administrator und Hauptbetreiber der seit etwa 2024 aktiven Gruppierung identifizierten die Behörden einen 16-Jährigen. Ein tatverdächtiger Entwickler sei im August 18 Jahre alt geworden. Darüber hinaus identifizierten die Behörden eine Person in einer Verhandlungs- sowie eine weitere Person in einer Vertriebspartner-Rolle.

LKA Hamburg leitete Operation gegen „KillSec“

Geleitet wurde die Operation gegen „KillSec“ vom Landeskriminalamt Hamburg und der Staatsanwaltschaft Hamburg. Beteiligt gewesen seien Behörden aus Belgien, Finnland, Deutschland, Griechenland, den Niederlanden, Rumänien, Spanien, der Schweiz, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten. Auch Europol und Eurojust seien in die Ermittlungen eingebunden gewesen.

„Nach der ‚Operation Medusa‘ gegen sexualisierte Gewalt an sedierten Personen, ist der internationale Schlag gegen die Gruppierung ‚KillSec‘ bereits die zweite internationale Operation innerhalb weniger Monate, an der das Hamburger LKA maßgeblich beteiligt war“, erklärte Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD). Die Operation sei auch ein Signal an alle, „die sich in der scheinbaren Anonymität des Internets in Sicherheit wiegen und schwerste Straftaten verüben“. (dpa/mp)