Temporäres Kloster bei Neuzelle feiert Richtfest
Katholische Mönche
Temporäres Kloster bei Neuzelle feiert Richtfest
Für die Brandenburger Mönche aus Neuzelle beginnt bald eine neue Zeit: Am Samstag wird das Richtfest für eine Art Mini-Kloster in Treppeln gefeiert, kaum acht Kilometer vom historischen Kloster mit seiner Barockkirche entfernt. Dort sollen die Neuzeller Mönche 2027 einziehen und so lange wohnen, bis in einigen Jahren das geplante neue, große Kloster in einem nahegelegenen Wald fertig ist.
Auf einem alten Bauernhof entsteht nun ein Kloster im Kleinformat. Vier Wochen sind die Arbeiten derzeit im Verzug, auch wegen Problemen mit der Statik. Richtfest wird dennoch an diesem Wochenende gefeiert – auch wenn der Dachstuhl noch nicht gerichtet ist.
Die Klausur mit den Zellen – das sind die Unterkünfte der Mönche – wird komplett aus Holz gebaut. Derzeit werden die Außenwände gestellt. Die vorgefertigten Elemente bestehen aus sogenanntem Mondholz aus dem Schwarzwald. Mondholz ist Holz von Bäumen, die im Winter während der Saftruhe bei abnehmendem Mond gefällt wurden. Es soll besonders stabil und langlebig sein.
Das kleine Kloster soll später als Gästehaus vom großen Kloster genutzt werden. „Jede Zelle ist gleich aufgebaut, der einzige Unterschied ist, dass die ersten drei Zellen im Erdgeschoss barrierefrei sein werden, denn auch Mönche werden mal älter“, sagte Pater Kilian Müller dem rbb. Die Zellen seien mit Badezimmer, Kleiderschrank, Bett und Schreibtisch ausgestattet.
Das Kloster Neuzelle wurde im 13. Jahrhundert gegründet und 1817 säkularisiert. Die Zisterzienser-Mönche kehrten erst 2018 nach Neuzelle zurück und gründeten ein Priorat. Eingezogen sind sie in das katholische Pfarrhaus auf dem Gelände der barocken Klosteranlagen, die dem Land Brandenburg gehören.
Allerdings wächst die Gemeinschaft, und der Wohnraum ist bereits jetzt zu klein. Klösterliches Leben sei dort nicht mehr möglich, beklagten die Mönche, das Kloster könne nicht mehr wachsen. Deshalb wird künftig ein neues Kloster in Treppeln gebaut.
Planung und Bau des Klosters, mit großer Kirche, Kreuzgang, Zellengang und sonstigen Gebäuden werden allerdings noch Jahre dauern. Damit beauftragt ist die mexikanische Architektin Tatiana Bilbao, die Bauten aus Backstein plant. Bis diese fertig sind, werden die Mönche als Übergangslösung im neuen Mini-Kloster auf dem ausgebauten Bauernhof in Treppeln wohnen.
Sendung: Antenne Brandenburg vom rbb, 17.08.2026, 14:30 Uhr
Audio: Antenne Brandenburg vom rbb, 17.08.2026, Michael Lietz