Tesla, Kia und Ford abgehängt: China-Marke stürmt bei deutschen E-Auto-Käufern nach vorn
Stand: 07.09.2026, 14:25 Uhr
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Laut einer aktuellen Studie spielt das Herkunftsland bei Elektroautos für deutsche Käufer immer weniger eine Rolle. Das spürt vor allem eine chinesische Marke.
München – Made in China: Lange war das eine Art Siegel für Billigprodukte von minderer Qualität. Doch in vielen Bereichen hat sich das längst gewandelt – speziell bei Elektronik wie Computern und Smartphones. Und auch wenn es der ein oder andere nicht wahrhaben will: auch bei Autos mischt China inzwischen ganz vorne mit. Nicht nur die Neuzulassungszahlen des KBA zeigen, dass chinesische Autos hierzulande beliebter werden: Auch eine Studie untermauert nun das Umdenken bei Autokäufern. Vor allem eine China-Marke wird in Deutschland immer attraktiver: BYD.

Die Management- und Technologieberatung BearingPoint hat für ihren „Attraktivitätsindex Elektromobilität 2026“ rund 2.000 Menschen in Deutschland unter anderem danach befragt, welche Marken sie beim Kauf eines Elektroautos in Betracht ziehen würden. Das Ergebnis: In der Gesamtbevölkerung führen weiterhin deutsche Platzhirsche das Feld an – Volkswagen mit 31 Prozent vor Audi (29 Prozent) und BMW (28 Prozent). Der chinesische Hersteller BYD taucht hier nur auf Platz 11 auf.
Konkrete E-Auto-Kaufabsicht: BYD lässt viele etablierte Marken hinter sich
Anders sieht es bei jenen aus, die tatsächlich konkret über den Kauf eines E-Autos nachdenken. In dieser Gruppe der Kaufinteressierten übernimmt zwar BMW mit 44 Prozent die Spitze, gefolgt von Audi (31 Prozent) und Volkswagen (30 Prozent) – doch BYD schafft es mit 20 Prozent bereits auf Platz 5 und lässt damit etablierte Marken wie Kia, Hyundai, Ford, Tesla und Škoda hinter sich.
„Der Vorsprung der etablierten Hersteller schmilzt und der Wettbewerb in Heimatmärkten nimmt zu. Aus welchem Land der Hersteller kommt, ist nicht mehr kaufentscheidend. Harte Fakten und die Kompetenz im Bereich der Elektromobilität müssen die Kunden überzeugen“, sagt Manuel Schuler, globaler Leiter Automotive bei BearingPoint.
Herkunftsland wird laut Studie immer unwichtiger
Der Studie zufolge entscheiden bei konkreter Kaufabsicht vor allem Kaufpreis, Fahrzeugsicherheit, Akku-Langlebigkeit, Reichweite und Garantieabdeckung – das Herkunftsland spielt dagegen kaum noch eine Rolle. Genau davon scheint BYD zu profitieren: mit wettbewerbsfähigen Preisen, hohen Ladeleistungen und umfangreichen Garantien. Bei den neuesten Tests von Euro NCAP holten sich drei China-Modelle – unter anderem der Geely E2 – fünf Sterne, während der beliebte Cupra Raval nur auf vier Sterne kam.
Bei der technischen Ausstattung fahren viele chinesische Hersteller groß auf: BYD packt in einen Kleinstwagen inzwischen sogar ein Lidar-System ein – das bieten viele andere nicht einmal in der Oberklasse. Ein großes Fragezeichen steht allerdings bei Autos aus China hinter dem Datenschutz: Kürzlich deckten französische Sicherheitsexperten eine alarmierende Daten-Sammlung bei einem BYD-Modell auf.
„Die entscheidende Frage ist nicht, ob chinesische Hersteller zu den europäischen Herstellern aufschließen, sondern wie schnell“, sagt Experte Schuler. Hohe Produktionskapazitäten in China, eine schwächelnde dortige Binnenkonjunktur und der Ausbau europäischer Vertriebsnetze dürften den Wettbewerbsdruck seiner Meinung nach in den kommenden Jahren weiter erhöhen. (Quelle: BearingPoint-Studie, eigene Recherche) (sop)