Teurer als geplant: Neuer Hightech-Einsatzleitwagen ersetzt 22 Jahre alten Opel
Stand: 11.08.2026, 06:29 Uhr
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Die Gemeindefeuerwehr Bovenden hat ihren neuen Einsatzleitwagen offiziell in Dienst gestellt. Damit können Einsätze noch besser koordiniert werden.
Bovenden – Modernste Technik für die Einsatzleitung: Der neue ELW der Gemeindefeuerwehr Bovenden ist jetzt offiziell in Dienst gestellt worden. Seine ersten Einsätze hat das 230.000 Euro teure Fahrzeug bereits hinter sich.
„Florian Göttingen-Land 15-11-2“ lautet der Funkrufname des neuen Einsatzleitwagens (ELW) der Gemeindefeuerwehr Bovenden. Das Fahrzeug ist im dortigen Feuerwehrhaus stationiert und wird von Einsatzkräften der Ortsfeuerwehr besetzt. Obwohl der ELW erst jetzt offiziell in Dienst gestellt wurde, hat er seine ersten Bewährungsproben bereits bestanden. Er war auch beim Großbrand eines Dachstuhls in Spanbeck im Juli im Einsatz.
Unterstützung der Einsatzleitung
Der Mercedes-Benz Sprinter bringt 170 PS auf die Straße und wiegt 3,5 Tonnen. Bis zu vier Einsatzkräfte können das Fahrzeug besetzen. Seine wichtigste Aufgabe ist die Unterstützung der Einsatzleitung bei größeren Schadenslagen. Im ELW laufen Informationen zusammen, Einsatzkräfte werden koordiniert, die Lage wird dokumentiert und dargestellt und Kontakt über Funk zur Leitstelle und den Einsatzkräften vor Ort gehalten.

Der Wagen verfügt über zwei PC-Arbeitsplätze am Funktisch und am Kommunikationscenter. Das Betriebssystem Fireboard bietet Module zur Einsatzführung und zur Darstellung von Lagekarten. Über Funk, Telefon und Internet können Informationen schnell ausgetauscht werden. Ein Mikrofon ermöglicht Durchsagen über Außenlautsprecher an die Bevölkerung.
Eine Besonderheit ist die direkte Verbindung zur Feuerwehr-Drohne, die 2025 angeschafft wurde. Ihre Bilder können unmittelbar in den Einsatzleitwagen übertragen und dort ausgewertet werden. So kann sich die Einsatzleitung auch bei größeren Bränden schnell einen Überblick aus der Luft verschaffen.
Moderne Ausstattung für das neue Fahrzeug
Auch äußerlich ist das Fahrzeug modern ausgestattet: LED-Arbeitsscheinwerfer sorgen für eine Rundum-Beleuchtung, eine Markise kann als Vordach genutzt werden. Im Heck befinden sich auch Absicherungsmaterial, Brechwerkzeuge, Stative mit Magnetwand, ein Rettungsrucksack und Sitzbänke.
Das Fahrzeug ist aber deutlich teurer geworden als ursprünglich geplant: „Bereits vor über sechs Jahren wurde im Feuerwehrbedarfsplan festgelegt, dass ein neuer ELW als Ersatzbeschaffung gekauft werden soll“, sagte Gemeindebürgermeister Thomas Brandes (SPD). Ursprünglich waren dafür 137.500 Euro vorgesehen. Jetzt habe nur ein Anbieter ein Angebot abgegeben – die Firma BOS in Haren/Ems. „Es gibt nur noch sehr wenige Hersteller für Spezialfahrzeuge“, so Brandes. Er dankte der Politik dafür, dass sie den Mehrausgaben zugestimmt habe.
Unterstützung vom Feuerwehrverein
Insgesamt kostete der ELW rund 230.000 Euro. Der Feuerwehrverein Bovenden steuerte 5000 Euro zur Materialbeschaffung bei. „Der ELW ist einsatzbereit und wird die Führungsunterstützung bei größeren Schadenslagen mit modernster Ausstattung übernehmen“, sagte Ortsbrandmeister Siebert. Das neue Fahrzeug ersetzt den bisherigen Einsatzleitwagen, einen Opel Movano, der seit 2003 im Dienst war. Dieser wird aber nicht ausgemustert, sondern soll als Mannschaftstransportwagen (MTW) weiterhin genutzt werden.
Aus den 5000 Euro, die der Verein zur Verfügung gestellt hat, wurden auch zwölf Rauchmelder angeschafft. Diese können im Brandfall im Feuerwehrhaus oder in einem der Feuerwehrfahrzeuge per App einen Alarm an die Mobiltelefone der Verantwortlichen senden. „So können wir hoffentlich verhindern, was schon einigen Feuerwehren in Deutschland passiert ist: einen Brand im eigenen Feuerwehrhaus“, sagte Vereinsvorsitzender Michael Dzimalle.