The Social Reckoning: Sie reden im Park, sie reden im Zimmer - Golem.de

Aaron Sorkin wollte kein zweites The Social Network über Facebook drehen. Das ist ihm gelungen. Leider nicht auf gute Art.

8. Oktober 2026 um 08:00 Uhr / Eine Rezension von Daniel Pook

Jeremy Strong als Mark Zuckerberg in The Social Reckoning (Bild: Sony Pictures)

Jeremy Strong als Mark Zuckerberg in The Social Reckoning Bild: Sony Pictures
Inhalt
  1. The Social Reckoning: Sie reden im Park, sie reden im Zimmer
  2. Die Facebook Files als Filmstoff
  3. Facebook als Satireshow
  4. Mark Zuckerberg aus der Bullyparade

Im Jahr 2010 kam David Finchers The Social Network(öffnet im neuen Fenster) ins Kino und war ein Riesenerfolg. Der Film erzählt von Facebooks turbulenten Anfängen sowie späteren Rechtsstreits zwischen CEO Mark Zuckerberg und dessen früheren Wegbegleitern. Aaron Sorkin erhielt für das Drehbuch seinen ersten und bisher einzigen Oscar.

Sechzehn Jahre später folgt jetzt, sehr ähnlich klingend, The Social Reckoning. Wieder aus Sorkins Feder und dieses Mal führt der renommierte Hollywood-Autor selbst Regie.

Obwohl sich das Geschehen wieder um Facebook und Mark Zuckerberg dreht, zudem beide Filme von Sony Pictures produziert wurden, beteuert Sorkin in Interviews(öffnet im neuen Fenster), The Social Reckoning sei keinesfalls Teil zwei von The Social Network.

The Social Reckoning (Filmtrailer)

The Social Reckoning (Filmtrailer) (02:31)

Es sei ein separater, eigenständig funktionierender Film, ohne Überschneidungen mit der vorherigen Geschichte, betont er gebetsmühlenartig(öffnet im neuen Fenster). Ob sich da wohl jemand vor unangenehmen Vergleichen drücken will, weil sein eigener Film nicht ganz so gut geworden ist? Sony hätte sich wahrscheinlich aus Marketinggründen trotzdem lieber The Social Network 2 als Titel gewünscht.

Fast verzweifelt um Annäherung der beiden Werke bemüht, heißt es im Presseheft unbeirrt, man würde nun ein "neues Kapitel zum Erfolgsfilm The Social Network" aufschlagen, für den The Social Reckoning als "Begleitstück" gedacht sei. Immer wieder wird der alte Film im PR-Material erwähnt.

Obwohl Jesse Eisenberg keine Lust mehr(öffnet im neuen Fenster) auf eine Rückkehr als Mark Zuckerberg hatte, die Rolle spielt nun Jeremy Strong, gehen die meisten Zuschauer wohl trotzdem mit der Annahme ins Kino, hierbei handele es sich um eine Fortsetzung von Finchers mit viel Kritikerlob(öffnet im neuen Fenster) und drei Oscars ausgezeichnetem The Social Network.

Und diese Zuschauer werden wohl, genau wie wir, das Kino anschließend mit dem Eindruck verlassen, kein Sequel auf Augenhöhe gesehen zu haben. Stattdessen aber einen Film, der meistens banal vor sich hin plätschert und nur ganz kurz mal herrlich absurd wird.