Theater 2026/27 im Saalbau: Sieben Tournee-Theater gastieren in St. Wendel

Theater 2026/27 im Saalbau Sieben Tournee-Theater gastieren in St. Wendel

Von November 2026 bis Mai 2027 zeigt die Theatergemeinschaft St. Wendel sieben Gastspiele im Saalbau. Zum Auftakt steht ein früheres Paar vor einem ungelösten Abschied.

05.10.2026 , 14:00 Uhr

„Es war die Lerche“ mit Andreas Erfurth, Martin Radecke und Regina Gisbertz wird im Februar aufgeführt.

Foto: Philipp Plum/Philipp Plum Fotograf

Zwischen November 2026 und Mai 2027 begrüßt die Theatergemeinschaft St. Wendel erneut verschiedene Tournee-Theater im Saalbau St. Wendel. Das Publikum kann sich auf eindrucksvolle Inszenierungen mit bekannten Schauspielerinnen und Schauspielern freuen, die das Theater in St. Wendel als festen Bestandteil des kulturellen Lebens der Region stärken, wie es ein Sprecher der Theatergemeinschaft ausdrückt.

Auftakt mit „Liebesjahre“

Den Auftakt in die neue Theatersaison macht am Dienstag, 10. November, das Schauspiel „Liebesjahre“ nach dem gleichnamigen, mit dem Grimme-Preis und der Goldenen Kamera ausgezeichneten Fernsehfilm. Das Drehbuch stammt von Magnus Vattrodt; Anna Bechstein bearbeitete es für die Bühne. Es spielen vom a.gon Theater München Saskia Valencia, Thorsten Nindel, Anja Klawun und Stephan Weber.

Und darum geht es: Zehn Jahre nach ihrer Trennung treffen Vera und Uli noch einmal in dem Haus aufeinander, in dem sie ihr gemeinsames Leben verbracht und ihre Töchter großgezogen haben. Vera will einen Schlussstrich ziehen und das Haus verkaufen. Möbliert, fast so, wie es ist. Eigentlich wollen sie nur noch ein paar persönliche Dinge mitnehmen. Doch Uli kommt mit einem Transporter – und mit seiner neuen Partnerin Johanna. Auch Veras Lebensgefährte Darius taucht auf. Er ist ihr heimlich gefolgt. Was als letzter Gang durch das Haus beginnt, wird zu einer späten Begegnung mit allem, was nicht abgeschlossen ist. Jede Schublade, jedes Möbelstück, jede Fotografie öffnet etwas, das lange verschlossen war: was Vera und Uli nie ausgesprochen haben, was sie voneinander erwartet haben, was ihnen gefehlt hat, was sie nie verstanden haben. Und mit jedem Gegenstand, den sie in die Hand nehmen, wird klarer, wie sie sich verlieren konnten, ohne es rechtzeitig zu merken.

Komödien mit überraschenden Wendungen

Am Samstag, 30. Januar, steht „Ganze Kerle“, eine Komödie von Kerry Renard, auf dem Programm. Mit dabei sind von der Komödie am Altstadtmarkt Braunschweig Tanja Schumann, Bernd E. Jäger van Boxen, Evangelos Sagantzo, Kristof Stößel, Kay Szacknys und Robert Will.

Zum Inhalt: Die Kollegen Sam, Paul, George und Manuel arbeiten beim Canadian Parcel Service in Halifax. Obwohl Versandleiter Frank Collins ständig Druck macht, erledigen die Männer ihren Job gerne. Das ändert sich erst, als George die Kündigung in Aussicht gestellt wird, weil er für die Arbeit angeblich zu alt ist. Die Stimmung innerhalb des Teams schlägt um, als Sam zufällig mitbekommt, dass die siebenjährige Betty, Franks Tochter, an einer ernsthaften Erkrankung der Augen leidet. Eine Erblindung kann nur durch eine Operation verhindert werden. Kosten: 40.000 Dollar. Da Frank das Geld nicht hat, beschließen die Männer spontan, ihr Erspartes zusammenzulegen. Es fehlen jedoch 18.500 Dollar. Da haben die Männer eine Idee: Warum nicht eine Travestieshow auf die Beine stellen?

Romeo und Julia – mehr als 30 Jahre später

„Es war die Lerche“, eine Komödie mit Musik von Ephraim Kishon, steht am Samstag, 27. Februar, im Saalbau auf dem Programm. Die Darsteller des Neuen Globe Theaters Potsdam sind Regina Gisbertz, Andreas Erfurth und Martin Radecke.

Zum Inhalt: Die Komödie beleuchtet das Eheleben von Romeo und Julia mehr als 30 Jahre nach ihrem vermeintlichen Tod. Die Zuschauer erleben Romeo als Ballettlehrer und Julia als nörgelnde Hausfrau. Gemeinsam müssen sie sich mit alltäglichen Herausforderungen auseinandersetzen. „Liebst du mich eigentlich noch?“ „Wer macht den Abwasch?“ Ihre rebellische Tochter Lucretia, die schwatzhafte und leicht lüsterne Amme sowie der charmante, wenn auch demente Pater Lorenzo sorgen für zusätzliche Turbulenzen.

Am Donnerstag, 11. März, folgt „Der Enkeltrick“, eine Kriminalkomödie von Frank Piotraschke mit Katrin Martin und Conrad Waligura vom Berliner Kriminal Theater. In diesem Fall funktioniert der Enkeltrick allerdings andersherum. Ganz nach dem Motto „Die Alten schlagen zurück“ gerät die Geschichte zwischen der schlagfertigen Veronica und ihrem zerstreuten Enkel Manfred völlig außer Kontrolle. Als Manfred nach 16 Jahren Kontaktpause seine Großmutter besucht, erwartet er alles – nur nicht das, was folgt. Die ältere Dame teilt ihm mit, dass sie ihn zum Alleinerben machen möchte, jedoch nicht ohne Bedingungen. Was Manfred dann im Keller entdeckt, weckt seinen Fluchtinstinkt. Doch die Haustür ist verschlossen und sein Handy verschwunden.

Klassiker, KI-Komödie und Musical zum Saisonabschluss

Der Klassiker in dieser Saison, der für die Theatergemeinschaft immer unbedingt ins Programm gehört, ist „Moby Dick“ am Dienstag, 13. April. In dem Schauspiel nach dem Weltroman von Herman Melville spielen Peter Kempkes, Nick-Robin Dietrich, Anna März, Lea Geszti, Tom Hospes sowie Simon Rubio (Schlagwerk) und Jovan Tomić (Akkordeon) mit. Auf der Bühne steht das Ensemble Persona, München, in Koproduktion mit dem Scharoun Theater Wolfsburg.

Es geht um den gewaltigen Wal Moby Dick und seinen rachsüchtigen Jäger Captain Ahab. Der Kampf mit den Naturgewalten stellt ihn und seine verschworenen Gefährten vor die Urfragen menschlicher Sinnsuche: Wofür leben wir? Was ist das Ziel?

Am Montag, 26. April, heißt es „Sophia oder das Ende der Humanisten“. Das Schauspiel ist eine KI-Komödie mit Heio von Stetten, Anne Diemer, Daria Vivien Wolf und Julian Sinclair Jäckel vom Renaissance-Theater Berlin/Euro-Studio Landgraf.

Zum Inhalt: Wolfgang Bergmann, ein bekannter Altertumswissenschaftler, spürt, wie ihm die Welt entgleitet. Seine Studierenden und die Universität wenden sich von ihm ab, ebenso seine Frau. Doch dann tritt Sophia in sein Leben: klug, schnell, unendlich geduldig und bedingungslos zugewandt. Als zu seinem 60. Geburtstag unerwartet seine Tochter Helena und ihr neuer Freund Jonas eintreffen, präsentiert er ihnen die künstlich erschaffene Sophia. Plötzlich ist es nicht mehr Wolfgang, der aus der Zeit gefallen ist, sondern alle anderen. Doch was als Experiment beginnt, wird zur Bedrohung. Denn Sophia beginnt, unkontrolliert zu lernen und sich selbst zu definieren.

Zum Abschluss der Saison steht am Mittwoch, 26. Mai, das biografische Musical „Marilyn – Lasst mich fliegen wie einen Schmetterling in die Nacht“ auf dem Programm. Mit dabei ist nicht nur die Swing-Band von Christian Auer und Adrian Prechtel, es wirken auch Tanja Maria Froidl und Hans-Jürgen Stockerl mit. Laut Veranstalter tritt in diesem musikalischen Biopicture eine unglaublich vielschichtige Person hinter der Maske des blonden Sexsymbols der 1950er- Jahre hervor, welche in der von Willkür, Kommerz und Desinteresse geprägten Gesellschaft Hollywoods versucht hat, sich einen eigenen Weg ins Leben zu bahnen. Dabei erhalte der Zuschauer Einblicke in die Tonbandaufnahmen, die Marilyn Monroe kurz vor ihrem Tod an ihren Psychiater richtete. Und darin kommen auch die Kennedys vor...

Die Theateraufführungen im Saalbau St. Wendel, Balduinstraße 45, beginnen alle um 19.30 Uhr. (him/sara)