Traurige Bilanz eines Sommers: Warum die Tierheime gerade jetzt so voll sind
Tierheime am Limit: Im Sommer steigt die Zahl der abgegebenen Hunde und Katzen
Stand: 07.09.2026, 20:00 Uhr
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Zur Ferienzeit verschärft sich die Lage in den Tierheimen drastisch. Welche Gründe das hat und wie Sie helfen können.
Die Tierschutzorganisation Pfotenhilfe aus Österreich zieht eine traurige Sommerbilanz: Seit Mai hat sie über 200 Katzen aufgenommen – über die Hälfte davon im Kittenalter. Hinzu kämen über 40 Hunde, die seit Januar bei der Pfotenhilfe gelandet seien, wie der ORF auf seiner Webseite berichtet. Sinkende Vermittlungsanfragen und täglich bis zu fünf Anrufe von Menschen, die ihr Tier abgeben möchten, bringen den Tierschutz vor Ort an seine Grenzen.
Auch Deutsche Tierheime sind in der Ferienzeit am Limit
Das Problem beschränkt sich nicht nur auf Österreich. Auch in Deutschland spitzt sich die Lage in den Tierheimen seit Jahren dramatisch zu. Vor allem die gestiegenen Tierarztkosten sind für viele Haustierbesitzer nicht mehr leistbar. Kommen Hunde oder Katzen aus unseriöser Zucht oder von Vermehrern, haben sie häufig Krankheiten und benötigen eine intensive medizinische Betreuung – die wiederum kostspielig werden kann.
Dass gerade in den Sommermonaten viele Tiere ihr Zuhause verlieren, liegt häufig daran, dass Tiere unüberlegt angeschafft werden. Steht der Urlaub vor der Tür, wissen die Menschen nicht, wohin mit dem Haustier, und geben es im Tierheim ab. Nicht nur Hunde und Katzen, auch viele Kleintiere wie Kaninchen und Meerschweinchen oder Vögel werden zur Ferienzeit abgegeben. Hinzu kommt die steigende Zahl der Fundtiere im Sommer, wenn Fenster und Türen häufiger offenstehen und Hund oder Katze entwischen. Der Hamburger Tierschutzverein berichtete Anfang August gegenüber der dpa, dass sie seit Juni 183 Fundtiere aufgenommen hätten, die bis dato nicht wieder abgeholt worden seien.
„Kittenschwemme“ verschärft die Situation in den Tierheimen
Bei Katzen verschärft sich in den Sommermonaten die Situation, weil dann viele Kitten zur Welt kommen. Wie dramatisch die Situation ist, bestätigt auch der Katzenschutzreport des Deutschen Tierschutzbundes, der Anfang August veröffentlicht wurde: In Deutschland leben Millionen Straßenkatzen, die von unkastrierten Freigängern abstammen. Für die Tiere bedeutet das großes Leid. Werden Babykatzen auf der Straße geboren, haben sie kaum eine Überlebenschance.
Tierheime und Tierschutzvereine nehmen die Straßenkatzen und -kitten bei sich auf, pflegen sie gesund, kastrieren sie und vermitteln sie in ein liebevolles Zuhause. Seit Jahren fordert der Deutsche Tierschutzbund daher eine bundesweite Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Freigänger. Bislang wurde dies jedoch nur von einzelnen Städten und Kommunen umgesetzt. Eine Kastration ist auch bei Wohnungskatzen sinnvoll. Sollten sie doch einmal entwischen, können sie auf dem Freigang keinen Nachwuchs zeugen.
Viele Tierheime hätten laut Tierschutzbund bereits einen Aufnahmestopp verhängt: Es fehle an Geld, Platz und Personal, um alle Tiere versorgen zu können. Wer den Tierschutz unterstützen möchte, kann selbst ein Tier adoptieren, statt es vom Züchter zu kaufen, oder sich als Pflegestelle melden. Doch auch durch Spenden, Mitgliedschaften oder ehrenamtliche Mitarbeit ist vielen Tierschutzvereinen und Tierheimen geholfen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum sind Tierheime gerade im Sommer so voll?
Im Sommer sind viele Tierheime besonders voll, weil während der Ferienzeit viele Menschen ihre Haustiere abgeben. Oft wurden Tiere unüberlegt angeschafft und die Besitzer wissen während des Urlaubs nicht, wohin mit ihnen. Zusätzlich können sich viele Menschen die gestiegenen Tierarztkosten nicht mehr leisten. Dadurch verlieren viele Tiere ihr Zuhause.
Warum kommen im Sommer so viele Katzen ins Tierheim?
Im Sommer werden besonders viele Kätzchen geboren. Viele stammen von unkastrierten Freigängern oder Straßenkatzen ab. Millionen Straßenkatzen leben in Deutschland, und ihre Jungtiere haben auf der Straße kaum Überlebenschancen. Tierheime und Tierschutzvereine nehmen diese Katzen auf, versorgen sie, kastrieren sie und versuchen, ihnen ein neues Zuhause zu vermitteln.
Wie kann man das Leid der Straßenkatzen eindämmen?
Das Leid der Straßenkatzen kann vorrangig durch Kastration eingedämmt werden. Der Deutsche Tierschutzbund fordert deshalb eine bundesweite Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Freigänger. Dadurch könnten sich weniger Katzen unkontrolliert vermehren. Außerdem helfen Tierheime und Tierschutzvereine, indem sie Straßenkatzen aufnehmen, medizinisch versorgen, kastrieren und in geeignete Zuhause vermitteln.
Warum sollten auch Wohnungskatzen kastriert sein?
Auch Wohnungskatzen sollten kastriert werden, weil sie jederzeit aus der Wohnung entkommen und draußen Nachkommen zeugen können. Eine entlaufene Katze kann sich bereits während ihres Freigangs fortpflanzen oder trächtig zurückkommen. Durch die Kastration wird verhindert, dass Wohnungskatzen zur Vermehrung der ohnehin großen Zahl an Straßenkatzen beitragen.
Wie kann man den Tierschutz und Tierheime unterstützen?
Man kann Tierheime und den Tierschutz auf verschiedene Weise unterstützen. Eine Möglichkeit ist, ein Tier aus dem Tierheim zu adoptieren, statt eines vom Züchter zu kaufen. Außerdem helfen Spenden, Mitgliedschaften und ehrenamtliche Mitarbeit. Diese Unterstützung ist besonders wichtig, weil vielen Tierheimen Geld, Platz und Personal fehlen.