Tischtennis: Sabine Winter startet knifflige EM-Mission
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Tischtennis-Spielerin aus Bad Soden Badetag in Slowenien? Winter startet knifflige EM-Mission
Dank ihres steilen Aufstiegs reist Sabine Winter mit Titelambitionen zur Tischtennis-EM. Eine Verletzung aus dem Sommer bremst die Mit-Favoritin aus Bad Soden allerdings.
Sabine Winter will bei der EM weit kommen. Bild © IMAGO / VCG
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00:39 Min.|Mathias Merget
Bild © picture-alliance/dpa| zur Audio-Einzelseite
Die Suche nach einem Badeort in Slowenien hat Sabine Winter vertagt. Erst, wenn die "Anti-Heldin" Europas Thron erklommen hat, will sie sich mit geeigneten Gewässern beschäftigen. "Das Problem löse ich, falls es tatsächlich dazu kommen sollte", sagte Winter vor ihrer großen Mission. Und ohnehin gelte ja: "Baden geht man nur bei Titeln."
Nach dem Team-Triumph 2025 sprang das deutsche Tischtennis-Ass aus Bad Soden mit der Mannschaft im Adria-Ort Zadar ins Wasser, in London gab es statt einem Sprung in die Themse nach WM-Bronze ein gediegenes Dinner. In Ljubljana fehlt es an einer geeigneten Stelle zum Planschen. Winters Zurückhaltung ist aber nicht nur deshalb begründet.
In den vergangenen Wochen "nicht titelreif"
Bei der EM in Sloweniens Hauptstadt genießt Winter zwar einen Status als Mitfavoritin auf ihren ersten großen Einzel-Titel, "aber in den letzten Wochen habe ich mich definitiv nicht titelreif präsentiert", sagte die deutsche Topspielerin zuletzt offen. Immerhin ging es mit zwei Siegen beim WTT-Smash in Peking bergauf, an ihre Erfolge der ersten Jahreshälfte konnte Winter aber auch wegen einer Verletzung zuletzt nicht anknüpfen.
Ihr Bandscheibenvorfall aus dem Sommer habe es "sicherlich auch nicht leichter gemacht", und "er verschwindet halt leider auch nicht einfach von einem Tag auf den anderen wieder". Doch die aufsteigende Formkurve stimmt die 34 Jahre alte Spätdurchstarterin vor ihrem ersten Stresstest optimistisch.
Aktuell Neunte der Weltrangliste
Sie sei "wieder voll im Training" und habe "in der letzten Woche sehr intensiv trainieren können. Die Trainingsform geht bergauf", sagt Winter, die als beste Europäerin in der Weltrangliste an Position eins gesetzt ist. Ihr Auftaktmatch bestreitet sie am Mittwoch gegen eine Qualifikantin.
Ihren Status hat sich Winter in den letzten zwölf Monaten mit vielen Topleistungen erarbeitet. Nach einem Wechsel zu einem Anti-Topspin-Belag stieg sie zur neuen deutschen Hoffnungsträgerin auf - und zur Top-Ten-Spielerin. In die EM startet sie als Neunte in der von Chinesinnen und Japanerinnen dominierten Weltrangliste, zweitbeste Spielerin des Kontinents ist ihre deutsche Doppelpartnerin Ying Han (Platz 16). Sie sind die einzigen EM-Teilnehmerinnen aus den Top 20.
Im Einzel und im Doppel mit Medaillenchancen
Das alles bedeutet aber rein gar nichts. "Die Setzung gewinnt ja leider keine Spiele", sagt Winter. Was ihr Standing aber zeige: "Dass ich an einem guten Tag definitiv zu den Besten Europas zähle und dort alle schlagen kann." In der Doppelkonkurrenz bewies sie das schon vor einer gefühlten Ewigkeit: 2013 holte sie den EM-Titel mit Petrissa Solja, 2016 wiederholte sie den Triumph an der Seite von Kristin Silbereisen.
Im Doppel scheinen die Medaillenchancen wieder gut zu stehen. Und auch auf ihrer Solo-Mission bleibt Winter trotz leiser Zweifel optimistisch: "Noch ist der Traum für 2026 nicht ausgeträumt." Vielleicht geht sie auch in Ljubljana baden.