Tödlicher Unfall in den USA: Europa-Park hat vergleichbare Achterbahn – was das für den „Silver Star“ bedeutet

Stand: 16.10.2026, 13:44 Uhr

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In den USA wurde ein Mann aus einer Achterbahn geschleudert – im Europa-Park steht eine Bahn desselben Herstellers. Was Parkbesucher wissen müssen.

Rust – In den USA ist Anfang der Woche (12. Oktober) ein 42-jähriger Mann aus der Achterbahn „Goliath“ im Park Six Flags Over Georgia geschleudert worden. Er verstarb noch am Unfallort. Der Betreiber schloss die Anlage sowie vorsorglich mehrere vergleichbare Bahnen in Nordamerika. Nun richten sich die Blicke nach Deutschland: Sowohl die US-Achterbahn als auch das Aushängeschild des Europa-Parks in Rust, die berühmte Achterbahn „Silver Star“, stammen von demselben Hersteller.

„Silver Star“ im Europa-Park.

Nach einem tödlichen Achterbahn-Unfall in den USA gibt es Sorge um den baugleichen „Silver Star“. © Silas Stein/dpa

Europa-Park verweist auf TÜV und tägliche Kontrollroutinen

Trotz der Tragödie bleibt der „Silver Star“ in Baden-Württemberg jedoch uneingeschränkt in Betrieb. Das teilte ein Sprecher des Freizeitparks mit. Grundlage für die Entscheidung seien „klar definierte Prüf-, Wartungs- und Sicherheitsprozesse, die jährlichen TÜV‑Prüfungen sowie tägliche technische Kontrollen vor der Parköffnung“. Insbesondere die sensiblen Rückhaltesysteme und Verriegelungen würden jeden Morgen vor dem ersten Gast auf Zustand und Funktionsfähigkeit überprüft.

„Generell gilt: Die Sicherheit der Gäste und Mitarbeitenden hat im Europa-Park höchste Priorität“, so der Parksprecher. Zu den genauen Ursachen des Vorfalls in den USA könne man keine Einschätzung abgeben, verfolge jedoch alle sicherheitsrelevanten Entwicklungen in der Branche aufmerksam. Zuvor hatten die Badischen Neuesten Nachrichten über die Weiterfahrt berichtet.

Schweizer Renommier-Hersteller baute „Goliath“ und „Silver Star“

Sowohl die „Goliath“ als auch die 2002 eröffnete Achterbahn „Silver Star“ wurden von dem Schweizer Ingenieurbüro Bolliger & Mabillard (B&M) konstruiert. Das Unternehmen gilt weltweit als einer der Marktführer für Großachterbahnen und hat auch in Deutschland bekannte Attraktionen wie die „Black Mamba“ im Phantasialand oder „Flug der Dämonen“ im Heide Park realisiert.

Mit einer Höhe von 73 Metern, Geschwindigkeiten von bis zu 127 km/h und einer Streckenlänge von 1620 Metern zählt der „Silver Star“ zu den schnellsten und längsten Achterbahnen Deutschlands. Bei B&M-Hypercoastern kommen sogenannte Clamshell-Beckenbügel zum Einsatz: Diese liegen gepolstert tief auf den Oberschenkeln auf und ermöglichen bei rasanten Hügelabfahrten (Airtime) viel Bewegungsfreiheit am gesamten Oberkörper, während der Unterkörper formschlüssig gesichert ist.

Strenge deutsche Sicherheitsstandards: Doppelter Boden für Fahrgäste

Dass eine Bahn in den USA vorübergehend gestoppt wird, während sie in Deutschland weiterfährt, liegt vor allem an den unterschiedlichen behördlichen Kontrollsystemen. In Deutschland unterliegen Fahrgeschäfte der strengen Norm DIN EN 13814.

  • Doppelte Prüfung: Vor dem Start prüft das Parkpersonal jeden Bügel manuell per Handdruck. Zusätzlich registrieren elektronische Sensoren den exakten Einrastwinkel und geben den Zug erst frei, wenn alle Plätze verriegelt sind.
  • Blockzonen-Sicherheit: Moderne Achterbahnen sind in voneinander getrennte Blockabschnitte unterteilt. Tritt eine Unregelmäßigkeit auf – etwa bei externen Strom- oder Spannungsstörungen –, bremst das System den Zug automatisch in einem sicheren Haltebereich ab.
  • Unabhängige TÜV-Hauptuntersuchung: Neben den täglichen Checklisten der Parktechniker wird die gesamte Mechanik, Schweißnähte und Elektronik mindestens einmal jährlich von unabhängigen Sachverständigen des TÜV abgenommen.

In der Vergangenheit gab es im Europa-Park vereinzelte Vorfälle – etwa den Einsturz eines mobilen Tauchbeckens bei einer Wassershow im Sommer 2023. Bei den fest installierten Großachterbahnen gelten die Sicherheitsroutinen aber als vorbildlich.