Tölzer Löwen besiegen Erding mit 10:6 – Trainer moniert fehlende Struktur

Stand: 20.09.2026, 22:40 Uhr

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Lufthoheit: Toms Prokopovics und die Tölzer Löwen setzen sich gegen die Erdinger (v.li.) Fabian Bassler, Paul Pfenninger und Torhüter David Zabolotny mit 10:6 durch.

Lufthoheit: Toms Prokopovics und die Tölzer Löwen setzen sich gegen die Erdinger (v.li.) Fabian Bassler, Paul Pfenninger und Torhüter David Zabolotny mit 10:6 durch. © Tamara Rabuser (or)

Die Tölzer Löwen gewinnen ihr erstes Heimspiel der Saison gegen die Erding Gladiators mit 10:6. Kapitän Sandro Schönberger steuert vier Punkte bei – Trainer Kammerer hat trotzdem etwas zu bemängeln.

Bad Tölz – Erstes Heimspiel, erster Sieg, 16 Tore, aber doch noch ein Stück Weg, bis bei den Tölzer Löwen alles so läuft wie gewünscht. Mit 10:6 fieselten die Buam am Sonntagabend die Erding Gladiators ab. Ein souveräner Sieg in einem „wilden Spiel“, wie Trainer Axel Kammerer sagt. Wild, weil die – teilweise wunderbar herausgespielten – Tore auf beiden Seiten des Eises sehr leicht fielen. „Wir haben viele Tore geschossen, aber unsere Grundordnung hat noch nicht gepasst“, moniert Kammerer.

Symptomatisch vielleicht die 50. Minute, als es innerhalb von 31 Sekunden dreimal schepperte, zweimal hinter Johannes Kurrer, der im zweiten Drittel den entnervten David Zabolotny im Gladiators-Kasten ablöste. Einmal aber auch hinter Enrico Salvarani, der ein paar Unsicherheiten, aber auch gute Paraden zeigte, ganz stark etwa gegen den unverwüstlichen Erdinger Rene Röthke (44 Jahre). „Wir haben drei Punkte geholt, das war unser Ziel, und das haben wir erreicht“, sagt Kammerer.

Der Löwen-Coach hatte mehr und bessere Schüsse gefordert, mehr Struktur und geradliniges, zielgerichtetes Eishockey. Seine Schützlinge hielten sich nur an Ersteres: 54:19 lautete die Bilanz der Torversuche zugunsten der Hausherren. Im Powerplay bestimmten die Löwen das Spiel, legten schnell auf 1:0 und 2:1 vor. „Wir haben Druck entwickelt, waren nicht mehr offensiv harmlos wie zuletzt“, sagt Kammerer. „Diesmal haben wir die Tore erzwungen, hatten viel Verkehr vor dem Tor.“ Doch nach hinten ließen die Tölzer noch zu viel zu, zogen deshalb nicht entscheidend davon. „Liegt auch daran, dass wir immer wieder zu viele Geschenke verteilt haben“, meint Kammerer. „Ich wünsche mir künftig mehr Struktur. Trotzdem ist es uns gelungen, das Spiel immer wieder auf unsere Seite zu ziehen.“

Und bei den meisten Löwen schien ein bisschen der Knoten im Torabschluss aufzugehen. Etwa bei Yannick Wenzel, der zweimal traf und vor Ende des ersten Drittels doch noch den beruhigenden 5:2-Vorsprung herstellte. Zuvor wurde Julian Lautenschlagers Treffer die Anerkennung nach Videobeweis versagt. Wenzel vollstreckte in einer 2:1-Situation ein wohlüberlegtes Zuspiel von Sandro Schönberger.

Überhaupt Schönberger: Der Löwen-Kapitän und 39-jährige Trainings-Weltmeister scheint die Vorbereitung mit Vorsprung abgeschlossen zu haben. Er hatte geniale Aktionen nach vorn, bereitete zwei Treffer vor und schoss zwei selbst. Mit vier Punkten ist er zusammen mit Wenzel nun Topscorer der Löwen. Zum Zungeschnalzen auch der Treffer von Michael Keränen zum 9:5. Der Finne schlenzte die Scheibe aus der Drehung ansatzlos unter die Latte. Vielleicht ebenfalls ein Knotenlöser beim 36-Jährigen, der auch schon das 2:1 eingeleitet hatte. Kammerer freut‘s: „Wir hatten viele verschiedene Torschützen.“

Auch wenn die Erdinger bei fast jedem Tölzer Torerfolg mit einem Treffer antworteten, war die Partie spätestens mit Wenzels 7:3 per Kracher ins lange Eck entschieden. Carl Larsson brachte Erding per Doppelpack noch einmal auf 5:7 heran. Der zweite Treffer des Schweden nach bösem Schnitzer in der Tölzer Abwehr. Doch viel mehr ließ Salvarani nicht mehr zu. Der dritte Treffer von Erdings Kontingentstürmer Olivier Pouliot zum 6:10 war gleichzeitig der Endstand.