Tölzer Löwen schießen HC Tigers mit 6:2 aus der Arena
Stand: 23.10.2026, 23:17 Uhr
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Der Tölzer Paradesturm ließ die Dornbirner Verteidiger stehen wie Slalomstangen. Im Schlussdrittel sorgte eine Schlägerei noch für Wirbel – und zwei Sperrenstrafen.
Bad Tölz – Galavorstellung der Tölzer Löwen: Fast fehlerfrei, laufstark, phasenweise sehr dominant, mit vielen Aktionen zum Tor und eiskalten Abschlüssen ließen sie dem Hockey Club Tigers am Freitagabend keine Chance. Mit 6:2 schossen sie den Oberliga-Neuling von der österreichischen Seite des Bodensees aus Dornbirn aus der Hacker-Pschorr-Arena. Defensiv – abgesehen von einer Risiko-Phase im Mittelabschnitt – fehlerfrei, setzten sich die Hausherren immer wieder erfolgreich durch und erzielten zum Teil wunderschöne Tore.
Für Axel Kammerer war es das Spiel mit dem erwartet offenen Visier, für den Geschmack des Löwen-Trainers manchmal zu offen. „Der Spielverlauf war für uns sehr günstig, auch wenn wir ab und zu zu viel Risiko gegangen sind. Letztlich waren die Tore zur richtigen Zeit für uns entscheidend.“ Ein ungefährdeter Sieg, auch wenn es im letzten Drittel nach einer Meinungsverschiedenheit und zwei Spieldauerstrafen noch etwas wild wurde.
Die Tölzer fackelten gar nicht lange, und schon nach schneller 2:0-Führung war klar, wohin die Reise gehen würde. Nach kaum einer Minute versenkte Justin Braun den Puck zum 1:0 hinter Lorenz Widhalm im HC-Kasten. Und gleich nachdem sich die Löwen in Powerplay-Formation begeben hatten, schloss Julian Lautenschlager trocken zum 2:0 ab.
Überhaupt der Tölzer Paradesturm. Der erlebte – genau wie Löwen-Topscorer Toms Prokopovis – einen Sahnetag. Lautenschlager, Michael Keränen und Topi Piipponen fuhren ihre Angriffe fast nach Belieben, ließen die Dornbirner Verteidiger stehen wie Slalomstangen. Nach Pöschmanns 1:2-Anschlusstreffer per Konter und der Chance zum 2:2 erhöhten Keränen und Prokopovics auf 4:1. Der Finne drosch die Scheibe abgeklärt in die Maschen, wenige Sekunden, nachdem sich die Löwen im zweiten Powerplay vor dem HC‑Tor festgesetzt hatten. Und keine zwei Minuten später schloss der Tölzer Blauhelm ein Solo kaltschnäuzig zum 4:1 ab.
Die Partie so gut wie entschieden, zu harmlos und ungenau die Gäste, zu dominant die Tölzer. An diesem Abend schien der Torabschluss keinerlei Probleme zu bereiten: Lukas Wagner traf aus spitzem Winkel humorlos zum 5:1 ins Kreuzeck, Lautenschlager schoss aus dem Lauf heraus ohne Zögern das 6:1. Der Sieg hätte bei vereinzelten Chancen der Österreicher auch noch höher ausfallen können. Prokopovics vergab schon zuvor zwei gute Möglichkeiten, scheiterte bei einem Solo am Torhüter. Yannick Wenzel verfehlte aus guter Position im Slot die Scheibe. Keränen vertändelte bei seinem Alleingang, und Isi Sahanoglu machte alles richtig bis auf den Abschluss: Er stand völlig frei am langen Pfosten, sein Schuss ging allerdings auf Widhalm.
Den Tigers fehlte jede Aussicht auf Erfolg. Und der Frust saß doch recht tief, nachdem bei Dornbirn auch im Schlussdrittel nichts mehr zusammenging, die Fehler sich summierten, die Pässe immer seltener ankamen. So gerieten sich David König und Florian Krumpe nach einem Bandencheck in die Haare, unterstützt von Alex Grossrubatscher und Tobias Metzler. König und Krumpe gingen vorzeitig zum Duschen. Grossrubatscher (5 Minuten) und Metzler (5+2) durften in die Kühlbox. Und ausgerechnet in Unterzahl mit Wut im Bauch kam Roberts Lipsbergs zum 2:6‑Anschlusstreffer. „Das letzte Drittel hat mir nicht gefallen“, moniert Kammerer. „Die Strafen und zu viele schlampige Pässe, wir hätten es cleverer runterspielen können.“ Doch der Tölzer Sieg geriet zu keiner Zeit ins Wackeln.
Zwischendrin gab‘s eine weitere gute Nachricht: Florian Krumpe verlängert um zwei weitere Saisons. Allerdings ärgert sich Kammerer über die Strafzeit des „Mister Zuverlässig“. „Er wird uns am Sonntag in Lindau fehlen.“