Lebt Wal Timmy doch noch? DNA-Proben stimmen nicht überein – Pressekonferenz für heute angekündigt

Toter Buckelwal auf Anholt doch nicht Timmy? Pressekonferenz noch heute angekündigt

Stand: 22.07.2026, 07:25 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Am Wal-Kadaver auf Anholt wurde der Tracker entdeckt, der Timmy einst eingesetzt wurde. Dennoch sollen die DNA-Proben nicht übereinstimmen.

Hamburg – Lebt der mehrfach in der Ostsee gestrandete Buckelwal doch noch? Bei dem toten Wal, der Mitte Mai an die dänische Insel Anholt gespült wurde, soll es sich gar nicht um Timmy handeln. Das soll jetzt zumindest laut Informationen der Bild eine DNA-Analyse bestätigen. Eine abrupt angesetzte Pressekonferenz deutet darauf hin, dass es überraschende Erkenntnisse geben könnte.

Wochenlang lag der tote Buckelwal am Strand der dänischen Insel Anholt.

Wochenlang lag der tote Buckelwal am Strand der dänischen Insel Anholt. © Marcus Golejewski/dpa

Für die Identifizierung des Meeresriesen wurden zwei DNA-Proben verglichen: Eine entnahm der amerikanische Wal-Experte Jeff Forster, als er kurz vor der Freilassung einen Tracker-Bolzen durch Timmys Rückenflosse bohrte. Die zweite Probe sammelten Mitglieder der privaten Wal-Initiative am Strand von Anholt.

Toter Buckelwal doch nicht Timmy? Pressekonferenz am Mittwoch erwartet

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, ist am Mittwoch (22. Juli) gegen 14 Uhr eine Pressekonferenz zum gestrandeten Buckelwal in Hamburg geplant. Darin soll auch das Ergebnis der DNA-Analyse thematisiert werden. Die genaue Teilnehmerliste ist noch nicht bekannt. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) und das Meeresmuseum aus Stralsund würden aber nicht teilnehmen.

Die Bild-Zeitung will das Ergebnis bereits kennen. Die beiden Proben sollen nicht miteinander übereinstimmen. Aber: Unabhängige Zeugen für die Probenentnahme der DNA gab es keine, auch der Versand ans Labor wurde nicht überwacht. Weder die Verantwortlichen im Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns noch das Meeresmuseum hatten eigene Proben von Timmy entnommen. Als der Buckelwal vor der Insel Poel gestrandet war, verzichtete das Meeresmuseum nach eigenen Angaben auf eine Probe, um das Tier nicht zu stressen.

DNA-Probe von Timmy sorgt für Fragen: „Wo wurde die analysiert?“

Meeresbiologe Robert Marc Lehmann hatte sich Mitte Juni in einem YouTube-Video zu dem gesammelten DNA-Material geäußert. Das sei von der privaten Initiative vor Poel entnommen worden. „Da wurde festgestellt, dass es sich um ein Männchen handelt.“ Der vor Anholt gestrandete Wal war allerdings weiblich.

„Wer hat wann wie, wo, mit wem eine DNA-Probe genommen? Wo wurde die analysiert? Was ist dabei rausgekommen und darauf gibt es keine Antworten?“, fragte sich Lehmann in dem Video. „Das finde ich komisch. Da wurde gelogen oder irgendwas versaubeutelt.“

Trotz des DNA-Ergebnisses deuten viele Spuren auf Anholt nach wie vor auf Timmy hin. Am Kadaver wurde der Tracker gefunden, mit dem der Buckelwal vor seiner Freilassung ausgestattet worden war. Die Seriennummer des GPS-Senders stimmte überein. „Das Ortungsgerät befindet sich nun im Besitz der dänischen Regierung“, hieß es damals in einer Pressemitteilung. Auch der Verlauf der Schwanzflosse sowie die Verletzungen am Kadaver deuteten auf Timmy hin.

Timmy hatte monatelang für Schlagzeilen gesorgt. Das Tier strandete mehrfach an der Ostseeküste vor Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Eine private Initiative transportierte den Buckelwal schließlich Richtung Nordsee und setzte ihn im Skagerrak frei. Unsere Karte zeigt seinen letzten Weg. (Quellen: Bild, dpa) (kas)