Tour: Schmid gewinnt Vogesen-Etappe - Pidcock macht Minuten gut

Mauro Schmid: Mit Wheelie zum Überraschungssieg auf der 13. Etappe der Tour de France

Tour de France, 13. Etappe Schmid feiert Sieg in den Vogesen mit einem Wheelie

Stand: 17.07.2026 • 18:37 Uhr

Mauro Schmid hat die 13. Etappe der Tour de France gewonnen. Der Schweizer setzte sich in Belfort im Sprint eines Ausreißer-Duos durch und feierte seinen Sieg mit einem Wheelie auf der Ziellinie. Tom Pidcock wurde Dritter und machte bei der ersten Vogesen-Etappe einen Sprung im Gesamtklassement.

Von Ralf Schloßmacher

Schmid hatte 16 Kilometer vor dem Ziel mit einer Attacke aus einer zehnköpfigen Ausreißergruppe Erfolg. Nur Harold Tejada folgte dem Schweizer. Das Duo arbeitete gut zusammen und ließ die Verfolger nicht mehr herankommen. Auf dem letzten Kilometer war Schmid der cleverere Fahrer und hatte im Sprint die besseren Beine. Der 26-Jährige vom Team Jayco AlUla feierte den größten Erfolg seiner Karriere.

Der Sprint weckte bei Schmid auch Erinnerungen an die Tour im Vorjahr. Bei der 11. Etappe nach Toulouse war er ganz knapp Jonas Abrahamsen unterlegen. "Die ersten 50 Meter dachte ich, vielleicht ist es so wie im Vorjahr. Aber dann habe ich meine Beine wieder gespürt", erzählte er im Sieger-Interview.

Pidcock nun 13 Sekunden hinter Evenepoel

Nur zwei Sekunden dahinter gewann Pidcock den Sprint der Verfolger. Erst 7:32 Minuten hinter den Ausreißern erreichte das Hauptfeld mit Tadej Pogacar und den Anwärtern auf die Podiumsplätze das Ziel. Pidcock, der vor der Etappe Zehnter war, rückte auf den vierten Platz vor. Der Brite hat nun 13 Sekunden Rückstand auf den Dritten Remco Evenepoel. Florian Lipowitz verlor einen Platz und ist nun Siebter.

Nach zwei Flachetappen ging es bei der 13. Etappe in die Vogesen und wieder höher hinaus. 30 Kilometer vor dem Ziel passierte die Tour den 1.173 Meter hohen Ballon d’Alsace. Nach der Bergwertung der 1. Kategorie ging es nur noch bergab ins Ziel. Das längste Teilstück der Rundfahrt führte über 205 Kilometer von Dole in die Garnisonsstadt Belfort.

Nach dem Start standen 150 weitgehend flache Kilometer an, und es wurde unübersichtlich. Viele Fahrer wollten in die Ausreißergruppe, es folgte Attacke auf Attacke. Entsprechend hoch war das Renntempo in der ersten Stunde mit 55,3 km/h im Schnitt. Rückenwind hatte die Profis dabei zudem angeschoben.

Große Spitzengruppen

37 Fahrer schafften es dann schließlich in die erste Gruppe, die richtig wegkam. Mit dabei waren Pidcock und die Deutschen Michel Heßmann und John Degenkolb. Auch Sprinter Jasper Philipsen hatte es nach vorne geschafft. Das gefiel aber Lidl-Trek mit Mads Pedersen im Grünen Trikot nicht - und so initiierte die deutsche Equipe eine 20-köpfige Verfolgergruppe.

91 Kilometer vor dem Ziel gab es den Zusammenschluss. 57 Fahrer waren nun vorne. Das Hauptfeld dahinter hatte bereits knapp sieben Minuten Rückstand. Damit war früh klar, dass der Etappensieg an einen Ausreißer gehen würde. Der Fahrer mit der besten Platzierung in der Spitzengruppe war Pidcock mit 11:49 Minuten Rückstand auf das Gelbe Trikot.

Das Peloton bei der 13. Etappe

Philipsen beim Zwischensprint vor Pedersen

Beim Zwischensprint 68 Kilomter vor dem Ziel gab es einen Dreikampf um die 25 Punkte. Philipsen setzte sich klar durch, Pedersen lag hauchdünn vor Biniam Girmay und holte sich noch 20 Punkte. In der Punktewertung rückt Philipsen damit auf Platz zwei vor.

39 Kilometer vor dem Ziel ging das Rennen so richtig los. Es ging in den 8,9 Kilometer langen Anstieg zum Ballon d'Alsace. Mehr als 40 Fahrer waren immer noch in der Spitzengruppe dabei. Nach der Hälfte des Anstiegs waren es nur noch 19 Profis vorne. Die zehn Punkte an der Bergwertung holte sich Pidcock. Mit acht Mitstreitern nahm er dann die Abfahrt in Angriff. Auf der Abfahrt konnte Tim Wellens noch aufschließen.

Erst nach dem steileren Teil der Abfahrt begannen die Attacken in der Spitzengruppe. Schmid trat 16 Kilometer vor dem Ziel an, Tejada reagierte sofort und sprang ans Hinterrad des Schweizers. Das Duo hatte Erfolg, auch weil sich die Vefolger nicht einig waren. Sechs Kilometer vor dem Ziel hatten die beiden 20 Sekunden Vorsprung, am Teufelslappen noch 18. Zeit genug, um sich zu belauern. 200 Meter vor dem Ziel eröffnete Schmid dann den Sprint.

Schwere Bergetappe in den Vogesen am Samstag

Am Samstag folgt bei der Tour eine anspruchsvolle Kletterei in den Vogesen. Von Mulhouse geht es bei der 14. Etappe über 155 Kilometer nach Le Markstein Fellering. Allein drei Bergwertungen der 1. Kategorie müssen die Profis dabei meistern. An der Strecke dürften auch viele Fans aus Deutschland zu sehen sein, denn die Tour bewegt sich an diesem Tag in Nähe der deutschen Grenze.