Traditionsreiche Schneiderei schließt nach 36 Jahren: „Die wissen jetzt nicht, wo sie hinsollen“

Stand: 21.08.2026, 07:01 Uhr

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Nach 36 Jahren schließt Gabriele Hausner ihr Atelier in Dortmund. Alter und Pflege zu Hause gaben den Ausschlag. Für viele Stammkunden beginnt nun die Suche.

Dortmund – Nach 36 Jahren ist Schluss: Das Änderungsatelier von Gabriele Hausner im Rosental 44 in Dortmund schließt seine Türen endgültig. Die 74-jährige Schneiderin hat sich nach mehr als drei Jahrzehnten dazu entschlossen, ihr Geschäft aufzugeben – eine Entscheidung, die vor allem mit ihrem Alter und der familiären Situation zusammenhängt.

Frau arbeitet an Nähmaschine.

Dortmund verliert eine traditionsreiche Schneiderei. (Symbolbild) © VadimVasenin/PantherMedia

„Die Schließung hat mehrere Gründe. Allen voran altersmäßig. Ich bin 74 Jahre alt und mein Mann ist pflegebedürftig“, erklärt Hausner im Gespräch mit wa.de. Auch wirtschaftlich lohne sich der Weiterbetrieb des Geschäfts für sie nicht: „Finanziell macht es für mich keinen Sinn mehr.“

36 Jahre im Rosental – jetzt schließt das Atelier

Besonders schwer fällt der Abschied vielen langjährigen Kundinnen und Kunden. „Ich war 36 Jahre hier und meine Stammkunden sind entsprechend traurig. Da gab es auch schon die ersten Reaktionen und Anrufe – die wissen jetzt nicht, wo sie hinsollen“, berichtet die Schneiderin. Die Nachricht von der Schließung hat sich unter den treuen Kunden bereits herumgesprochen, viele reagierten bestürzt.

Hausner ist gelernte Damenschneiderin und hat sich in ihrem Atelier auch anspruchsvollen Änderungen gewidmet, die weit über einfache Kürzungen hinausgingen. „Das war nicht einfach nur Hosen kürzen und solche Dinge“, sagt sie. Gerade dieses Handwerk werde immer seltener angeboten: „Das macht ja kaum noch jemand“, meint sie.

Mit der Schließung des Änderungsateliers Ende August 2026 verliert Dortmund ein Stück Handwerkstradition. Für viele Kundinnen und Kunden aus dem Rosental und der Umgebung bedeutet das Aus von Gabriele Hausners Geschäft nicht nur den Verlust einer vertrauten Anlaufstelle, sondern auch die Suche nach einer Alternative für qualifizierte Änderungsschneiderei – ein Angebot, das zunehmend rar wird.