Tränen vor der Kurve: Weiser feiert emotionales Werder-Comeback – und setzt sich gegen die Ärzte durch

Stand: 12.09.2026, 23:30 Uhr

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Samt Tränen vor der Fankurve: Mitchell Weiser hat nach 14-monatiger Verletzungspause ein emotionales Comeback für Werder Bremen gefeiert!

Bremen – 14 Monate Leidenszeit – für Mitchell Weiser sind sie am Samstagabend zu Ende gegangen, an einem für ihn ganz besonders emotionalen Ort. Im Rhein-Energie-Stadion des 1. FC Köln feierte der Profi des SV Werder Bremen nach auskuriertem Kreuzbandriss in der Schlussphase sein lang ersehntes Comeback. Und damit ausgerechnet vor der Kulisse, vor der er 2012 im Kölner Trikot sein Bundesligadebüt gegeben hatte. „Ich habe es sehr vermisst, auf dem Platz zu stehen und in einem Stadion mit den Jungs um Punkte zu kämpfen“, sagte ein sichtlich bewegter Weiser nach dem 1:1, das er mit Werder verbucht hatte. „Da ist am Ende ein bisschen was hochgekommen.“

Samt Tränen vor der Fankurve: Mitchell Weiser (links) hat nach 14-monatiger Verletzungspause ein emotionales Comeback für Werder Bremen gefeiert!

Samt Tränen vor der Fankurve: Mitchell Weiser (links) hat nach 14-monatiger Verletzungspause ein emotionales Comeback für Werder Bremen gefeiert! © IMAGO/Nordphoto/Wiegand

Werder Bremens Mitchell Weiser über sein Comeback: „Diese zehn Minuten Spielzeit waren unfassbar schön“

Als sich der 32-Jährige nach dem Schlusspfiff vor dem Gästeblock hatte feiern lassen, standen ihm Tränen in den Augen. „Diese zehn Minuten Spielzeit waren unfassbar schön“, sagte er – und verriet, dass er unter der Woche bei Werder Bremen hart dafür hatte kämpfen müssen. „Wenn es nach anderen Leuten gegangen wäre, wäre es wohl erst im nächsten Spiel zum Comeback gekommen. In den letzten ein, zwei Wochen habe ich mich auf dem Trainingsplatz aber echt gut gefühlt. 18.30 Uhr, auswärts in Köln – das war dann mein großes Ziel. Dafür habe ich in mehreren Gesprächen gekämpft, und der Trainer hat es mir zum Glück ermöglicht.“ Offensichtlich entgegen des ärztlichen Rats. „Die medizinische Abteilung war etwas vorsichtiger“, sagte Mitchell Weiser und hob hervor: „Ich habe aber ein gutes Körpergefühl und keine Angst. Darum geht es am Ende.“

Bei Werder Bremen waren hinterher unisono alle Protagonisten happy, Mitchell Weiser wieder im Kreise des Teams zu wissen. Niclas Füllkrug, der mit seinem Treffer zum 1:1 den Punktgewinn ermöglicht hatte, verdrückte nach dem Spiel sogar eine Träne mit dem Kollegen: „Ich musste mitweinen, als ich mit ihm vor der Kurve stand, denn ich kenne das ja leider selbst alles.“ Sprich: lange Ausfallzeiten und den harten Kampf für die Rückkehr. Füllkrug: „Da geht man durch Momente in der Reha, in denen man denkt: ,Wie soll das jemals wieder werden?‘“ Dunkle Stunden, die auch Weiser durchgemacht hat.

Werder Bremens Daniel Thioune über Mitchell Weiser: „Ich habe gedacht, der fliegt uns gleich um die Ohren“

„Es ist eine große Ungewissheit da, jeden Tag“, berichtete der Rückkehrer, der nach Ablauf der Reha zurück auf dem Rasen zudem feststellen musste, „wie schnell gewisse Sachen verloren gehen“. Mit jedem Training komme aber die Sicherheit zurück. Von einem Punkt geht Mitchell Weiser ohnehin fest aus: „Ich bin der festen Überzeugung, dass ich besser sein werde als vor der Verletzung. Jetzt brauche ich Einsatzminuten und Rhythmus.“

Was wiederum zu mehr Ausdauer führen wird, denn da hat der 32-Jährige reichlich Nachholbedarf, wie er selbst mit einem Augenzwinkern einräumte. „Ich habe nach den zehn Minuten heute gepumpt wie sonst nach 90 nicht“, gestand Mitchell Weiser. Und Daniel Thioune, Cheftrainer des SV Werder Bremen, ergänzte: „Ich habe gedacht, der fliegt uns gleich um die Ohren, so wie er nach zehn Minuten komplett ausgelaugt über den Platz getrabt ist.“ (dco/bvo)