Trinkwasserknappheit "könnte sich zuspitzen", warnt Hydrologe in "ZiB 2"

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Trinkwasserknappheit "könnte sich zuspitzen", warnt Hydrologe in "ZiB 2"

Waldbrandgefahr werde über den ganzen Sommer extrem hoch bleiben, erklärt Günter Blöschl von der TU Wien bei Martin Thür

Harald Fidler

Kann man in tiefer Ruhe am Pult der ZiB 2 sitzen, die Hände übereinandergelegt, und doch Alarm schlagen über das knappe Trinkwasser und die extrem hohe Gefahr von Waldbränden? Der renommierte Hydrologe Günter Blöschl von der Technischen Universität Wien zeigte Donnerstagabend bei Martin Thür, wie das zusammengeht.

"Niederschlag in nächsten Wochen entscheidend"

"Bisher war die Situation zwar knapp, aber nicht so dramatisch", analysiert der Leiter des Instituts für Wasserbau und Ingenieurhydrologie der Technischen Universität den Trinkwasserstand im Land. Aber er fügt gleich an: "Das könnte sich in den nächsten Wochen zuspitzen. Es kommt darauf an, ob jetzt noch Niederschläge kommen. Die nächsten Wochen werden entscheidend."

Waldbrandgefahr bleibt "extrem hoch"

In diesem Sommer seien die "Böden trockener noch als im Jahr 2003, davon geht eine hohe Gefahr aus", betont Blöschl mit Verweis auf das besonders heiße Jahr 2003: "Wir haben eine hohe Gefahr des Waldbrandes." Bürgerinnen und Bürger müssten im Wald, auf Feldern besonders vorsichtig sein: "Das gilt für ganz Österreich." Und er warnt: Die Waldbrandgefahr werde über den ganzen Sommer "extrem hoch" bleiben.

Damit sich die Böden von der Trockenheit erholen könnten, brauche es 100 oder 200 Liter Regen pro Quadratmeter. Die Menge falle normalerweise in mehreren Monaten – "also sehr viel", ordnet Blöschl grob ein.

"Sehr viel Energie in der Atmosphäre"

Murenabgänge wie in Tirol und Hochwässer führt der Hydrologe aber nicht direkt auf die Trockenheit zurück: "Hochwässer in Trockenperioden hängen nicht mit den trockenen Böden zusammen, sondern mit der hohen Gewitterhäufigkeit. Es ist sehr viel Energie in der Atmosphäre, weil es so heiß ist. Das führt zur Gewitterbildung und die zu den Murenabgängen."

"Wasserschloss Österreich"

Muss sich das lange als besonders wasserreich gefeierte Land also vom Bild des "Wasserschlosses Österreich" verabschieden, fragt Thür. Blöschl beruhigt erst einmal: "Österreich ist im Vergleich zu anderen Ländern noch immer ein sehr wasserreiches Land." 1,1 Kubikmeter Wasser pro Quadratmeter pro Jahr regne es im Schnitt pro Jahr, "das ist sehr viel".

Mann mit Glatze, Brille und grauem Sakko sitzt links im Bild am blauen Studiopult der ZIB 2 einem gestikulierenden Mann mit grauem Haar und dunklem Sakko vor dem nachtblauen Studiohintergrund der
Abschied vom "Wasserschloss"? Hydrologe Günter Blöschl und ORF-Anchor Martin Thür in der "ZIB 2".

Das Aber kommt in ebenso ruhigem Ton: Nun gebe es "eine gewisse Tendenz zu häufigen Trockenheiten". Bei den Temperaturen sei der Trend "viel eindeutiger", sagt Blöschl, jedoch: "Bei den Trockenheiten gibt es gewisse Trends in Richtung weniger Wasser." Das liege am Niederschlag, vor allem aber an erhöhter Verdunstung: "In den letzten Jahrzehnten hat die Verdunstung um 17 Prozent zugenommen." In Österreich fehle damit zusätzlich so viel Wasser, "wie alle Menschen auf der Welt gemeinsam trinken in einem Jahr".

Soll niemand mehr sagen, man habe keinen Dunst, wo das Problem liegt. (Harald Fidler, 31.7.2026)

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