Zu wenig Wasser in der Spree: Länder beraten
Berlin, Brandenburg und Sachsen
Zu wenig Wasser in der Spree: Länder beraten
Das Brandenburger Landesamt für Umwelt (LfU) hat wegen der niedrigen Pegel in Südbrandenburg eine länderübergreifende Arbeitsgruppe einberufen. Ziel sei es, die verbliebenen Reserven in den Wasserspeichern besser zu verwalten, teilte das LfU am Dienstag mit. An der Arbeitsgruppe beteiligen sich demnach Berlin, Brandenburg und Sachsen.
Nur 70 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge
Das Spreegebiet befindet sich laut Landesamt in einer “angespannten wasserwirtschaftlichen Situation“. Grund seien die geringen Niederschläge im Winter und Frühjahr. Im oberen Einzugsgebiet wurden bisher vielerorts nur rund 70 Prozent der für den Jahreszeitraum typischen Niederschlagsmenge erreicht. "Dies zeigen unter anderem die Messungen an der DWD-Wetterstation Kubschütz bei Bautzen", so das Landesamt.
Besonders trocken ist es im sächsischen Teil des Einzugsgebietes der Spree. Zum Beginn des Sommers waren die Speicher im Spreegebiet nur zur Hälfte gefüllt. In der Folge könne nicht genug Wasser in die Spree geleitet werden, um die Situation zu entschärfen.
"Die Auswirkungen zeigen sich insbesondere an den Pegeln Leibsch Unterpegel (UP) und Große Tränke Unterpegel. Die dort festgelegten Mindestabflüsse werden seit Ende Mai dauerhaft unterschritten. Am Pegel Leibsch UP beträgt der Mindestabfluss 4,5 Kubikmeter pro Sekunde. Seit dem 25. Mai wurden dort im Mittel lediglich 3,46 Kubikmeter pro Sekunde erreicht.“
Jüngster Regen gibt nur kurze Entspannung
Zwar hätten die jüngsten Niederschläge im Spreewald zu einer vorübergehenden Entspannung geführt, mit dem trockenen und warmen Wetter in den kommenden Tagen sei aber von einem erneuten Rückgang der Abflüsse auszugehen, so das Landesamt. Daher solle die Talsperre in Spremberg in den kommenden Tagen mehr Wasser in die Spree abgeben.
Es soll so lange Wasser abgegeben werden, bis der Wasserstand in der Talsperre von derzeit 90,33 Metern über dem Meeresspiegel auf 90 Meter abgesunken ist. Dann könnten an der Talsperre erforderliche Instandhaltungsarbeiten durchgeführt werden. Aufgrund der geringen Reserven in den Speichern im Oberlauf der Spree bleibt die Situation angespannt, so das Landesamt.
Die Niedrigwasser-Ampel Brandenburgs warnt aktuell an 25 von 26 Messstellen, dass zu wenig Wasser hindurchfließt.
Sendung: rbb 88.8, 28.07.2026, 12:30 Uhr
Audio: rbb 88.8, 28.07.2026, Silke Mehring