Trockenheit: Rheinpegel bei Düsseldorf sinkt auf historischen Tiefstand

Auch bei Düsseldorf ist der Rhein nun so flach wie nie zuvor. Am Freitagmorgen sank der Pegel auf 14 Zentimeter – neun weniger als der bisherige Tiefstand.

Quelle: DIE ZEIT, AFP, dpa,

maw

Aktualisiert am 7. August 2026, 13:05 Uhr

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Rheinpegel Düsseldorf Niedrigwasser Rekord Schifffahrt
Der Rheinpegel bei Düsseldorf lag Freitagmorgen zwischenzeitlich nur noch bei 14 Zentimetern. © Hesham Elsherif/​Getty Images

Infolge anhaltender Trockenheit ist der Rheinpegel bei Düsseldorf auf einen historischen Tiefpunkt gesunken. Nach Daten der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes lag der Pegel Freitagfrüh zwischenzeitlich nur noch bei 14 Zentimetern. Der bislang niedrigste bekannte Wasserstand war 2018 mit 23 Zentimetern gemessen worden.

Auch an anderen Orten entlang des Rheins wie Koblenz und Köln sowie in anderen Flüssen wie der Donau wurde weiter Niedrigwasser registriert. Laut der Bundesanstalt für Gewässerkunde wurden die Niedrigwassermarken in vielen Gewässerabschnitten in diesem Jahr »ungewöhnlich früh« unterschritten. Vor allem die Schifffahrt sei erheblich beeinträchtigt.

In der Donau in Budapest gab das Niedrigwasser die Überreste von zwei deutschen Wehrmachtssoldaten sowie einem Motorrad und 35 Tellerminen zur Panzerabwehr frei. Mitarbeiter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge hätten die Gebeine der Soldaten exhumiert, teilte der Volksbund mit. Auch der Kampfmittelräumdienst sei im Einsatz gewesen. »Der Volksbund rechnet damit, dass auch aus Schiffswracks, die derzeit aus Flüssen auftauchen, Kriegstote zu bergen sein könnten.«

Aufgrund des niedrigen Pegelstands in der Donau bei Budapest kam ein Wehrmachtsmotorrad aus dem Zweiten Weltkrieg am Flussboden zum Vorschein. © Gabor-Kohlrusz/​ Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge/​dpa

Ökonomen sehen Gefährdung des Wirtschaftswachstums durch Niedrigwasser

Der Deutschen Wetterdienst (DWD) erwartet vorerst keine Niederschläge, die zu einer Entspannung der Lage führen. Allenfalls im äußersten Norden könne zum Start in die Woche auf ein bisschen Regen gehofft werden, teilte der DWD mit. Auch einzelne Gewitter oder Unwetter änderten die Lage nicht wesentlich.

Zuletzt waren Wirtschaftsverbände mit dem neuen Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) zusammengekommen, um über den wirtschaftlichen Umgang mit dem extremen Niedrigwasser des Rheins und anderer Flüsse zu sprechen. Ökonomen warnten, das Niedrigwasser könne eine Ausweitung der Produktion in der Industrie in diesem Jahr verhindern und die leichte Konjunkturerholung bremsen. 

Infolge der niedrigen Pegelstände können Transportschiffe deutlich weniger laden, was die Belieferung der Industrie mit Vorprodukten erschwert und die Transportkosten erhöht. Die Produktion war zuletzt den dritten Monat in Folge überraschend gestiegen. Insbesondere die Chemie- und die Stahlindustrie sind auf Massengütertransporte über die Flüsse angewiesen.