Trotz E-Auto-Boom gelingt Tesla nur ein Mini-Comeback: Studie nennt entscheidenden Grund

Trotz Förderprämie und E-Auto-Boom: Studie zeigt, warum Tesla nicht zu alter Stärke zurückfindet

Stand: 07.08.2026, 06:23 Uhr

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Deutschlands E-Auto-Markt wächst, doch Tesla kann nicht an vergangene Glanzzeiten anknüpfen. Eine Studie zeigt, warum der Konzern trotz des Rückenwinds nicht richtig in Fahrt kommt.

Frankfurt – Der Markt für Elektroautos wächst in Deutschland weiter. Im ersten Halbjahr war fast jedes vierte neu zugelassene Auto ein E-Auto. Auch Tesla verkaufte mehr Fahrzeuge als im Vorjahreszeitraum: Knapp 29.000 Autos der Marke wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) neu zugelassen. Doch der US-Konzern profitiert vom Boom deutlich weniger als früher – und das, obwohl Tesla aktuell am meisten von der deutschen E-Auto-Förderung profitiert. Sein Anteil am gesamten deutschen Automarkt liegt bei rund zwei Prozent. 2022 waren es noch 2,6 Prozent, damals verkaufte Tesla fast 70.000 Fahrzeuge.

Tesla-Ladesäule

Trotz E-Auto-Boom findet Tesla in Deutschland nicht zu alter Stärke zurück – eine Studie erklärt, was dahintersteckt. (Symbolbild) © Sven Simon/Imago

Warum die Marke trotz des wachsenden Interesses an Elektroautos nicht zu alter Stärke zurückfindet, zeigt eine Studie der Marktforschungsunternehmen Uranos und Dynata für den Spiegel. Befragt wurden 1031 Tesla-Besitzer und Menschen, die über den Kauf eines Elektroautos nachdenken. Demnach ist vor allem Elon Musk zum Problem für die Marke geworden. 50 Prozent der Tesla-Gegner nennen politische oder kontroverse Äußerungen des Unternehmers als Grund für ihre Ablehnung, 44 Prozent verweisen auf sein Verhalten in der Öffentlichkeit. Musk hatte sich unter anderem im Umfeld der Regierung von US-Präsident Donald Trump engagiert und Sympathien für die AfD erkennen lassen.

Tesla-Befürworter: Warum sie sich für ein Auto der Marke entscheiden

Bei den Tesla-Befürwortern stehen hingegen andere Aspekte im Vordergrund. 56 Prozent interessieren sich für die Marke, weil sie Tesla für innovativ halten. 52 Prozent wollen auf ein Elektroauto umsteigen, 43 Prozent überzeugt die technologische Leistung des Unternehmens. Die Haltung zu Tesla hängt laut der Studie weniger vom Alter oder Einkommen ab als von der politischen Weltanschauung. Der E-Auto-Markt insgesamt wird der Studie zufolge inzwischen nicht nur vom Umweltbewusstsein angetrieben. 51 Prozent nennen ökologische Gründe für den Umstieg, 49 Prozent verweisen auf finanzielle Vorteile.

Nur noch zwei Modelle in Deutschland im Programm

Neben den in der Studie genannten Gründen, könnte aber auch das Modellangebot eine Rolle für den wenig überzeugenden Absatz spielen. Denn Tesla hat in Deutschland nur noch zwei Baureihen im Programm: das Kompakt-SUV Model Y und die Mittelklasse-Limousine Model 3. Die Produktion der deutlich teureren Baureihen – Model S und Model X – wurde in diesem Jahr eingestellt.

Der Konzern selbst hält aber am Standort Deutschland fest. In Grünheide bei Berlin sollen ab 2027 Batteriezellen hergestellt werden. Tesla will dafür mehr als eine Milliarde Euro investieren und rund 1500 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Die geplante Kapazität von bis zu 18 Gigawattstunden bleibt allerdings deutlich hinter den ursprünglichen Ankündigungen zurück.

Grünheide: 7500 Fahrzeuge sollen pro Woche vom Band laufen

Auch die Fahrzeugproduktion soll steigen. Ab Oktober plant Tesla in Brandenburg rund 7500 Autos pro Woche. Im vergangenen Jahr liefen dort etwa 202.000 Model Y vom Band. Die Fabrik war damit nur zu rund 54 Prozent ausgelastet. Das Werk könnte laut Genehmigung bis zu 500.000 Fahrzeuge im Jahr produzieren. (Quellen: Spiegel, KBA, eigene Recherche) (sop)