China holt im KI-Wettstreit auf: Warum in Deutschland trotzdem hauptsächlich US-Modelle zum Einsatz kommen

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In Deutschland kommen bisher vor allem KI-Anwendungen von US-Anbietern wie OpenAI, Google und Microsoft zum Einsatz. Im internationalen Vergleich haben sie ihren Vorsprung allerdings längst eingebüßt.

Von Noëlle Bölling

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Trotz Spitzenleistung: Chinesische KI-Modelle spielen für deutsche Unternehmen keine Rolle

Chinesische KI-Modelle lassen Sicherheitsfragen offen. (Foto: Mehaniq / Shutterstock)

Chinesische KI-Modelle gelten als äußerst leistungsfähig und sind dabei deutlich günstiger als Modelle der US-Konkurrenz. Dennoch kommen KI-Anwendungen aus China in deutschen Unternehmen bisher kaum zum Einsatz. Nur zwei Prozent der Unternehmen, die KI einsetzen, nutzen Deepseek, weitere ein Prozent Qwen von Alibaba. Damit liegen sie weit hinter den führenden Anbietern aus den USA. Das geht aus einer repräsentativen Befragung von 603 Unternehmen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom hervor.

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Chinesische KI-Anbieter holen messbar auf

Seit der Veröffentlichung von ChatGPT im November 2022 tobt nicht nur innerhalb der USA ein erbitterter Wettstreit. Unternehmen wie OpenAI, Anthropic und Google konkurrieren auch mit KI-Laboren aus China. Zwar hatten die USA lange die Nase vorn, aber der qualitative Abstand ist deutlich geschrumpft. Der AI Index Report 2026 der Stanford University hat diesen sogar konkret beziffert. Demnach lag Claude Opus 4.6 von Anthropic im März 2026 nur noch 2,7 Prozent vor dem chinesischen KI-Modell Dola-Seed 2.0. Vor allem bei Patenten hat China die Nase vorn: Laut Analyse war das Land im Jahr 2024 für über 74 Prozent aller weltweiten KI-Patenterteilungen verantwortlich, während nur 12 Prozent auf die USA entfielen.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht überraschend, dass Innovationen aus Fernost die US-amerikanische Konkurrenz regelmäßig aufschrecken. Das zeigte sich auch bei der Veröffentlichung von Kimi K3 des Pekinger Startups Moonshot AI. „K3 ist das bislang leistungsstärkste Open-Source-Programmiermodell von Moonshot AI”, heißt es in einer Pressemitteilung. „Es arbeitet mit minimaler menschlicher Überwachung, kann lange Entwicklungssitzungen durchhalten, sich in riesigen Repositories zurechtfinden und Terminal-Tools koordinieren.“ Das Startup gibt an, Kimi K3 sei gegenüber Anthropics Fable 5 „konkurrenzfähig” und übertreffe Modelle wie Opus 4.8 sowie GPT-5.6 Sol und GPT-5.5 „deutlich”. Laut Fortune hatten US-Analyst:innen nicht damit gerechnet, dass China schon jetzt ein Modell auf dem Niveau von Fable 5 veröffentlichen würde.

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Deutsche Unternehmen setzen auf US-Anbieter

KI-Modelle aus China werden auch wegen ihrer niedrigeren Kosten beliebter. K3 gilt für chinesische Verhältnisse als relativ teuer. Es kostet 15 Dollar pro Million Ausgabe-Token, während das Konkurrenzmodell Deepseek V4 bei gerade einmal 0,87 Dollar liegt. US-Modelle sind deutlich teurer: Bei Fable 5 kostet dieselbe Ausgabemenge 50 Dollar. Für deutsche Unternehmen spielen chinesische Modelle trotzdem bisher kaum eine Rolle – vor allem wegen Bedenken bezüglich Datenschutz und Cybersicherheit.

Stattdessen dominieren hierzulande weiterhin US-Anbieter. Laut Bitkom-Umfrage setzen 76 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen auf OpenAI. Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 70 Prozent. Auf Platz zwei und drei folgen Microsoft Copilot mit 35 Prozent und Gemini von Google mit 28 Prozent. Meta und Anthropic landen mit acht beziehungsweise drei Prozent abgeschlagen dahinter. Keines der befragten Unternehmen nutzt Modelle des führenden europäischen Anbieters Mistral.

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„Die deutsche Wirtschaft setzt bei Künstlicher Intelligenz derzeit fast ausschließlich auf Anwendungen aus den USA. Wer digitale Souveränität will, muss europäischen Anbietern eine Chance geben“, kommentiert Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. „Zugleich braucht nicht jede Aufgabe im Unternehmen das größte und neueste Modell. Für viele Anwendungen genügen spezialisierte, kleinere Systeme, die sich zudem kostengünstiger einsetzen lassen – gerade hier liegt eine Chance für europäische Anbieter.“

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