„Noch nie gehört“: Trump dementiert US-Waffenangebot an China und blamiert seinen eigenen Botschafter

Stand: 29.09.2026, 07:54 Uhr

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Verkaufen die USA Waffen an China? Ein historischer Tabubruch stünde damit im Raum. Vor laufenden Kameras will der US-Präsident davon nichts wissen.

Washington, D.C. – US-Präsident Donald Trump widerspricht seinem eigenen Botschafter: Ein Angebot für Waffenverkäufe an China hat er laut eigener Aussage nie gemacht. Zuvor hatte der US-Botschafter in Peking, David Perdue, in einem Fernsehinterview behauptet, Trump habe Chinas Staatschef Xi Jinping gefragt, „ob dieser welche kaufen wolle“. Ein solches Geschäft würde das seit 1990 geltende US-Waffenembargo gegen China brechen.

US-Waffen für China? Fragen nach angeblicher Trump-Offerte

US-Waffenverkauf an China? Trump (r.) dementiert Angebot an Xi (Archivbild) © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

Dementi im Weißen Haus

Gegenüber Journalisten gab Trump an, von einem derartigen Angebot „noch nie gehört“ zu haben. Er kündigte an, Perdue zu den Aussagen befragen zu müssen. Rüstungsgeschäfte mit Xi habe er während dessen Besuchs in Washington explizit nicht besprochen. Dennoch nutzte Trump den Vorfall für eine Spitze gegen Peking: China würde vermutlich gerne amerikanische Waffen kaufen, „weil wir bessere Ausrüstung herstellen als sie, also ist es vielleicht eine gute Idee.“

Perdue hatte seine Behauptung zuvor mit einem direkten Zitat des Präsidenten untermauert: „Präsident Trump sagt weiterhin: ‚Hey, wir verkaufen Waffen an andere Leute in aller Welt.‘“ Wann genau dieses angebliche Angebot in Washington formuliert worden sein soll und wie Xi reagierte, ließ der Botschafter offen. Weitere Treffen zwischen Trump und Xi sind beim Apec-Gipfel im November in Shenzhen sowie beim G20-Gipfel im Dezember in Miami geplant.

Peking reagiert zurückhaltend

Die chinesische Führung ging auf das angebliche Angebot nicht direkt ein. Der Sprecher des Außenministeriums, Guo Jiakun, erklärte lediglich, China stärke seine Verteidigungsfähigkeit auf Grundlage eigener Bedürfnisse. Das US-Außenministerium verwies zur Klärung der Lage auf das Gesetz: Waffenverkäufe an China sind seit der Niederschlagung der Tiananmen-Proteste im Jahr 1989 verboten. Ein „Angebot“ an Peking gebe es folglich nicht.

Der Taiwan-Faktor

Ein US-Waffenverkauf an China hätte direkte Auswirkungen auf US-Verbündete in Ostasien, insbesondere auf das unabhängig regierte Taiwan. China betrachtet die Insel als abtrünnige Provinz, die notfalls mit militärischer Gewalt an das Festland gebunden werden soll. Die USA erkennen Taiwan offiziell nicht als Staat an, sind jedoch per Gesetz verpflichtet, der Insel Rüstungsgüter zur Selbstverteidigung zu liefern.

Zuletzt gestalteten sich diese Lieferungen volatil: Im Dezember verkündeten die USA einen Rüstungsvertrag über elf Milliarden Dollar mit Taiwan, legten im Mai jedoch ein weiteres Paket im Wert von 14 Milliarden Dollar auf Eis. Trump bezeichnete diesen Schritt offen als „sehr gutes Verhandlungsargument“ gegenüber China.

Botschafter Perdue betonte derweil die offizielle US-Haltung: Im Rahmen der Ein-China-Politik befürworte Washington weder Taiwans Unabhängigkeit noch militärischen Zwang durch Peking. Xi Jinping hatte Trump in Washington bereits aufgefordert, sich ausdrücklich gegen eine Unabhängigkeit der Insel zu stellen. Trump bestätigte diese Angaben nicht. (Quellen: AFP, dpa) (frs)