Trump fordert Europa zur Kasse: USA wollen Ukraine-Hilfe aus Biden-Ära zurück

Stand: 04.09.2026, 14:02 Uhr

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Trump fordert Europa: Rückzahlung von Ukraine-Hilfe aus Biden-Ära.

Washington – US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, von europäischen Ländern die Rückzahlung von Militärhilfe zu verlangen, die die USA unter seinem Vorgänger Joe Biden an die Ukraine geleistet haben. Das schrieb er am 3. September auf seiner Plattform Truth Social. Gleichzeitig signalisierte er einen vorübergehenden Stopp von Waffenverkäufen an verbündete Nationen.

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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.

„Hunderte Milliarden Dollar wurden der Ukraine und der NATO unentgeltlich gegeben – Geld, das Europa bezahlt hätte, wenn man es nur gefragt hätte. Aber wir werden dieses Geld einfordern, wenn auch etwas verspätet“, schrieb Trump. „Wir nehmen die Munition für uns selbst, die USA, statt sie an andere zu verkaufen. Aber die Verkäufe an Verbündete werden bald wieder beginnen.“

Trump fordert Europa zur Kasse: USA wollen Ukraine-Hilfe aus Biden-Ära zurück

Trump fordert Europa: Rückzahlung von Ukraine-Hilfe aus Biden-Ära. © © IMAGO / ABACAPRESS / Archivbild

Trump behauptete, die Biden-Regierung habe der Ukraine mehr Munition geliefert als die USA bislang im Iran-Krieg eingesetzt hätten. Die genaue Summe nannte er nicht.

Laut dem Kiel Institut für Weltwirtschaft haben die USA seit Februar 2022 Militärhilfe im Wert von 64,62 Milliarden Euro an die Ukraine bereitgestellt. Europäische Staaten haben im selben Zeitraum rund 108,83 Milliarden Euro an Militärhilfe zugesagt.

Iran-Krieg verbraucht US-Munition

Trumps Forderung kommt inmitten wachsender Spannungen zwischen Washington und seinen europäischen Verbündeten. Europa und die NATO-Länder hatten sich geweigert, die USA im Krieg gegen den Iran zu unterstützen.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete bereits im August, die US-Armee habe ihre Bestände an hochpräzisen Langstreckenraketen im Iran-Krieg größtenteils aufgebraucht – was Fragen über die militärische Schlagkraft der USA aufgeworfen hatte.

In demselben Truth-Social-Post wies Trump entsprechende Berichte scharf zurück und bezeichnete Journalisten, die darüber berichteten, als „verräterischen Abschaum“. Die USA hätten „nahezu unbegrenzte“ Mengen an Munition mittlerer und hoher Güte. Am 1. September hatten die USA erneut 100 Luftangriffe auf den Iran geflogen.

Europa zahlt bereits – über PURL

Seit Juli 2025 läuft die PURL-Initiative (Prioritised Ukraine Requirements List), bei der europäische NATO-Mitglieder US-Waffen für die Ukraine kaufen. Bis März 2026 haben Verbündete laut Congressional Research Service bereits mehr als 4,8 Milliarden Dollar zugesagt. Trump erwähnte die Initiative in seinem Post nicht.

Trump fordert seit Jahren Rückzahlung

Trumps Forderung ist keine neue Idee. Beim CPAC-Kongress im Februar hatte Trump erklärt, die USA würden ihr Geld zurückbekommen – nach dem Ukraine-Rohstoffabkommen, das Washington Zugang zur Hälfte der ukrainischen Einnahmen aus kritischen Rohstoffen gibt.

Unter Trumps zweiter Amtszeit ist die direkte US-Militärhilfe an die Ukraine auf nahezu null gesunken, während Europa und NATO-Verbündete die finanzielle Last der Unterstützung übernommen haben. Quellen: Trump/Truth Social, Kiel Institut, Congressional Research Service, Reuters, Kyiv Independent, nif/red.