Trump jubelt über AfD-Sieg – Merz verschiebt geplantes Gespräch
Stand: 10.09.2026, 20:18 Uhr
Kommentare
Trump feiert den AfD-Wahlsieg. Stunden später verschiebt Merz ein geplantes Telefonat.
Donald Trump hat den Rekordsieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt begeistert gefeiert. Nur wenige Stunden später verschob Bundeskanzler Friedrich Merz ein geplantes Telefonat mit dem US-Präsidenten. Ob Trumps Einmischung in den deutschen Wahlkampf dabei eine Rolle spielte, ließ die Bundesregierung offen.
Content-Partnerschaft
Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.
Trump feiert AfD-Ergebnis mit „MGGA“
Trump reagierte am Dienstag mit einem überschwänglichen Beitrag auf Truth Social: „Wow! Die populistische Partei in Deutschland hatte gerade einen richtig tollen Abend“, schrieb der Präsident. Die Deutschen hätten genug von einer aus seiner Sicht „absolut schrecklichen“ Einwanderungspolitik. Zum Schluss setzte Trump das Kürzel „MGGA“.

Gemeint sein könnte „Make Germany Great Again“ – angelehnt an Trumps eigenen MAGA-Slogan. Das Weiße Haus erklärte laut US-Portal Axios zunächst nicht, wofür die Abkürzung genau stehen sollte. Auch auf die Frage, auf welche Epoche der deutschen Geschichte Trump damit anspiele, kam keine Antwort.
Der Anlass für seinen Jubel: Die AfD erreichte bei der Landtagswahl am Sonntag einen neuen Höchstwert. Nach dem vorläufigen Ergebnis des Statistischen Landesamts Sachsen-Anhalt kam sie auf 43,8 Prozent und gewann damit 23,0 Prozentpunkte hinzu. Die CDU stürzte auf 17,2 Prozent ab und verlor 19,9 Punkte. Die Wahlbeteiligung lag bei 77,8 Prozent.
Merz verschiebt Telefonat mit Trump
Für Mittwoch war eigentlich ein Gespräch zwischen Merz und Trump vorgesehen. Dabei sollte es um den 25. Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 gehen, erklärte Regierungssprecher Stefan Kornelius in Berlin. Doch der Kanzler verschob den Termin kurzfristig.
Warum, sagte Kornelius nicht. Auch einen möglichen Zusammenhang mit Trumps AfD-Post wollte er nicht kommentieren. Eine gewöhnliche Terminkollision schloss der Sprecher allerdings als Grund aus. Stattdessen erinnerte er an die bekannte Haltung des Kanzlers: Merz habe mehrfach klargemacht, dass Kommentare ausländischer Politiker zur deutschen Innenpolitik – vor allem rund um Wahlen – für ihn „nicht infrage kommen“.
US-Politiker unterstützen AfD schon länger
Trump ist nicht der erste prominente Unterstützer der Partei aus den USA. Elon Musk hatte die AfD vor der Bundstagswahl 2025 als einzige politische Kraft bezeichnet, die Deutschland „retten“ könne. Kaum im Amt, traf der US-Vizepräsident JD Vance im vergangenen Jahr auch Vertreter der Partei. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz wandte er sich anschließend gegen die politische „Brandmauer“.
Auch in den USA stößt die AfD auf deutliche Kritik. Ein aktuelles Briefing des American Jewish Committee (AJC) wirft der Partei vor, regelmäßig Verschwörungserzählungen und codierte Sprache zu nutzen, die an antisemitische Denkmuster anknüpfen. Ihre pro-israelische Haltung sei selektiv und keine Abkehr vom Antisemitismus, so die Organisation. Quellen: AJC, Axios, Bundesregierung, Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Trump / Truth Social, nif/red.