Trump will seinen Gaza-Plan retten – mit der Hamas am Verhandlungstisch
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In den USA steht die Hamas auf der Liste der Terrororganisationen – in Kairo hingegen sitzen US-Vertreter mit Hamas-Führern am selben Tisch: Zu einem raren Treffen zwischen dem US-Abgesandten Jared Kushner und Hamas-Führer Khalil Al-Hayya kam es am Sonntag in der ägyptischen Metropole.

Es ist das zweite direkte Treffen zwischen einem US-Vertreter und einem Hamas-Führer. Das erste Zusammentreffen hatte im Oktober 2025 stattgefunden, als es darum ging, einen Durchbruch im Ringen um die Freilassung der israelischen Geiseln aus Hamas-Gewalt zu erreichen. Tatsächlich erklärte sich die Hamas danach – mit einigem Druck ihrer Geldgeber – bereit, die verbleibenden Geiseln freizulassen und die Leichname der getöteten Geiseln an Israel zu übergeben.
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Gaza: Israels Armee dehnt Besatzung trotz Waffenruhe deutlich aus
Dass man nun wieder auf ein Treffen mit dem israelischen Erzfeind setzt, zeigt, wie dringlich die Lage aus Sicht der USA ist. Präsident Donald Trump setzt alles daran, seinen Gaza-Plan zu retten. Trump hatte Ende Juli einen konkreten Fahrplan präsentiert, um Gaza aus der aktuellen Stagnation zu befreien. Seit Monaten gibt es keine Fortschritte im Bemühen, Gaza in eine Zukunft zu führen – ohne Hamas-Diktatur, aber auch ohne israelische Besatzung.
Israels Armee hat seit Beginn der Waffenruhe seine Besatzung sogar deutlich ausgedehnt – von 52 Prozent der Fläche Gazas auf fast 70 Prozent. Derzeit leben über zwei Millionen Palästinenser auf einem winzigen Gebiet eng gedrängt in Zelten und Notbehausungen – weiterhin unter der Herrschaft der Hamas. Auf den zwei Dritteln, die von Israel kontrolliert werden, leben praktisch keine Palästinenser. Wer sich der israelischen Besatzungszone nähert, riskiert, erschossen zu werden.
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Hamas knüpft Waffenabgabe an Truppenabzug Israels
Trumps neuer Vorstoß, um Bewegung in die Sache zu bringen, wurde von Israels Regierung unumwunden abgelehnt. Die Hamas hatte Trumps neuen 15-Punkte-Plan zwar ursprünglich akzeptiert – und sogar der eigenen Entwaffnung zugestimmt. Später erklärte die Terrororganisation jedoch, dass man die Waffen erst abgeben werde, wenn das israelische Militär Gaza verlassen habe.
Der Plan sieht jedoch vor, dass Israel seine Truppen phasenweise aus Gaza abzieht – und jeweils erst, wenn die Hamas in dem betreffenden Gebiet ihre Waffen abgelegt hat. In dem 90-minütigen Gespräch zwischen Kushner und den Hamas-Vertretern soll es vor allem darum gegangen sein, die Hamas auf diesen Phasen-Fahrplan einzuschwören.
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Netanjahu ringt um Zugeständnisse beim Truppenrückzug aus Gaza
Hochrangige Hamas-Vertreter bestätigten Kushner grundsätzlich ihre Bereitschaft zur Abrüstung, wie eine mit den Einzelheiten des Treffens vertraute Quelle dem israelischen Investigativjournalisten Barak Ravid mitteilte. Der Quelle zufolge war das 90-minütige Treffen „sehr produktiv“.
Die heikle Frage des israelischen Truppenrückzugs erwartete Kushner am Montag in Jerusalem, wo er Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu zu einem langen Gespräch traf. Netanjahu steckt mitten im Wahlkampf, es geht um sein politisches Überleben. Sein Spielraum für Zugeständnisse ist entsprechend klein.
Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass Netanjahus Worte und Taten nicht immer deckungsgleich sind, wenn es um Gaza geht. So hat der Premier zwar vor Kameras sein pauschales Nein zum Trump-Plan verkündet. Vor Ort in Gaza zeigt sich jedoch eine Änderung der Lage. Israelische Angriffe auf Gaza haben in den vergangenen Wochen abgenommen – wohl auf Anordnung Netanjahus.