„Die negativen Auswirkungen können nicht vollständig vermieden werden“: Trump treibt Triumphbogen voran

Trumps Triumphbogen soll US-Denkmäler beeinträchtigen – Regierung zieht es trotzdem durch

Stand: 17.09.2026, 14:00 Uhr

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Der Standort des von Präsident Donald Trump vorgeschlagenen Bogens, nahe dem Nationalfriedhof Arlington.

Der Standort des von Präsident Donald Trump vorgeschlagenen Bogens, nahe dem Nationalfriedhof Arlington. © Matt McClain/The Washington Post

Trump plant einen 76-Meter-Triumphbogen in Washington. Historische Stätten wären betroffen – doch die Regierung treibt das Projekt weiter voran. Eine Analyse.

Washington, D.C. – Bundesbeamte räumen ein, dass der geplante Triumphbogen von Präsident Donald Trump historische Stätten unweigerlich beeinträchtigen wird, wenn er wie vorgesehen gebaut wird. Dennoch müsse das Projekt vorangetrieben werden, heißt es in einem Dokument des National Park Service und in E-Mails, die The Washington Post vorliegen.

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Trumps geplanter Triumphbogen soll 76 Meter hoch werden und im Memorial Circle entstehen. Der Verkehrskreisel liegt innerhalb der Grenzen Washingtons nahe dem Arlington National Cemetery. Denkmalschützer, Veteranenverbände und andere haben die Regierung aufgefordert, das Denkmal zu verkleinern oder an einem anderen Ort zu bauen. Sie warnen, das gewaltige Bauwerk werde den Friedhof überschatten und den feierlichen Korridor zwischen dem Friedhof und dem Lincoln Memorial unterbrechen. Dieser Korridor war ursprünglich an dieser Stelle vorgesehen. Zudem werde der Triumphbogen weitere Beeinträchtigungen verursachen.

Beamte des National Park Service teilen die Einschätzung, dass der Triumphbogen den Friedhof, das Lincoln Memorial und mehrere Dutzend weitere historische Stätten beeinträchtigen würde.

„Die negativen Auswirkungen können nicht vollständig vermieden werden“, schrieben Beamte des National Park Service in einem am Dienstag verbreiteten und von *The Washington Post* eingesehenen Dokument. Das Projekt könne jedoch nicht an einem anderen Ort errichtet werden, weil „der vorgeschlagene Standort im Memorial Circle für das Vorhaben von zentraler Bedeutung ist“, heißt es in dem Dokument des National Park Service.

Das Dokument ist ein Vereinbarungsentwurf, den die Regierung von den örtlichen Denkmalschutzbehörden unterzeichnen lassen möchte. Der Entwurf ist Teil eines bundesrechtlich vorgeschriebenen Verfahrens, in dem die Regierung Stellungnahmen zu dem Projekt einholt.

National Park Service plant Maßnahmen zur Schadensbegrenzung

Die Beeinträchtigungen ließen sich dem Vorschlag zufolge nicht vermeiden. Deshalb wollten Bundesbeamte Maßnahmen ergreifen, die die Folgen des Triumphbogens ihrer Ansicht nach mildern sollten. Dazu zählten etwa neue Schilder und Webseiten, die die Öffentlichkeit über das Projekt informieren sollten.

Die Beamten erklärten außerdem, sie wollten die Arbeiten so planen, dass Beisetzungen auf dem Friedhof möglichst ungestört blieben. Außerdem wollten sie die derzeitige Landschaft dokumentieren, bevor die Arbeiten begännen.

„Der National Park Service erkennt an, dass der Memorial Circle in einer äußerst sensiblen historischen und der Erinnerungskultur gewidmeten Landschaft liegt und dass der Standort des Vorhabens zu negativen Auswirkungen auf historische Stätten beiträgt, deren Bedeutung mit ihrer Umgebung, Gestaltung, Atmosphäre, Verbindung, räumlicher Organisation, Verkehrsführung sowie den prägenden Sichtachsen und Ausblicken verbunden ist“, heißt es in dem Vereinbarungsentwurf.

Tammy Stidham, eine leitende Beamtin des National Park Service, bat Denkmalschützer, örtliche Denkmalschutzbehörden und andere Gruppen, die Vereinbarung bis Montag, 12 Uhr, zu prüfen und zu unterzeichnen. Das geht aus einer von The Post eingesehenen E-Mail hervor. Ihre Zustimmung würde der Regierung helfen, die nach dem National Historic Preservation Act vorgeschriebenen Beratungen abzuschließen, insbesondere nach der als Abschnitt 106 bekannten Bestimmung. Zudem könnte sie das Verfahren für die endgültige Genehmigung des Triumphbogens beschleunigen.

Stidham sagte vergangene Woche, die Regierung hoffe, das Projekt bereits im November der National Capital Planning Commission zur Genehmigung vorlegen zu können. Das Gremium prüft Bauvorhaben des Bundes.

Auf Fragen zu dem Vereinbarungsentwurf antworteten weder Stidham noch das Innenministerium, dem der National Park Service untersteht.

Ein Sprecher des Innenministeriums verteidigte, wie die Regierung mit dem Triumphbogen umgeht und Stellungnahmen aus der Öffentlichkeit einholt.

„Während des gesamten Konsultationsverfahrens hat das Innenministerium mehr als 100.000 Stellungnahmen aus der Öffentlichkeit erhalten, Dutzende Organisationen als konsultierte Parteien anerkannt und die Stellungnahmefristen verlängert, um eine umfassendere Diskussion zu ermöglichen“, schrieb der Sprecher in einer E-Mail. „Aus diesem Verfahren zu schließen, es sei rechtswidrig, zeigt ein mangelndes Verständnis der tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort sowie der Funktionsweise des Verfahrens nach Abschnitt 106.“

Trump beharrt auf Standort und Höhe des Triumphbogens

Trump hat gesagt, der Triumphbogen solle der höchste der Welt sein und genau 76 Meter hoch werden. Damit wolle Trump den 250. Jahrestag der Nation markieren, den das Land in diesem Jahr feierte. Der Präsident und seine Stellvertreter erklärten außerdem, der Triumphbogen müsse im Memorial Circle stehen. Abgeordnete hätten dort vor einem Jahrhundert ein ähnliches Projekt genehmigt, das jedoch nie gebaut worden sei.

„Der Triumphbogen im Memorial Circle wird nicht nur in Washington, D.C., sondern auf der ganzen Welt eines der bekanntesten Wahrzeichen werden“, sagte Sprecher Davis Ingle vom Weißen Haus in einer Erklärung. „Er wird das Besuchererlebnis auf dem Arlington National Cemetery für Veteranen, die Familien der Gefallenen und alle Amerikaner verbessern und als sichtbare Erinnerung an die edlen Opfer dienen, die so viele amerikanische Helden im Laufe unserer 250-jährigen Geschichte gebracht haben, damit wir heute unsere Freiheiten genießen können.“

Örtliche Denkmalschützer erklärten, der Zeitplan der Regierung, die öffentliche Beteiligung zu beenden und mit dem Bau des Triumphbogens zu beginnen, sei zu ehrgeizig. Sie kritisierten auch den Vereinbarungsentwurf. Der Entwurf bleibe zudem hinter den Anforderungen des Bundesrechts zurück. Danach müsse die Regierung die negativen Auswirkungen eines Projekts vermeiden oder so gering wie möglich halten, statt sie nur abzumildern.

„Dies steht nicht im Einklang mit der Praxis des National Park Service, den Vorschriften des National Park Service oder dem Ziel des National Historic Preservation Act“, schrieb Rebecca Miller, Geschäftsführerin der DC Preservation League, am Dienstag an Stidham, andere Bundesbeamte und Kollegen bei Denkmalschutzorganisationen. Miller forderte die Regierung außerdem auf, ihre Gespräche mit örtlichen Denkmalschützern über alternative Möglichkeiten für den Bau des Triumphbogens fortzusetzen. Die E-Mail lag *The Post* vor.

Beamte des National Park Service hatten zuvor gesagt, sie hätten Änderungen an dem Vorschlag für den Triumphbogen geprüft.

„Wir haben eine geringere Höhe des Triumphbogens geprüft. Wir haben eine vollständige Verlegung des Projekts in Betracht gezogen“, sagte Stidham vergangene Woche bei einem Treffen mit Denkmalschützern, wie aus einer vom National Park Service online veröffentlichten Audioaufnahme hervorgeht. „Es wurde festgestellt, dass die Alternativen entweder größere Auswirkungen auf historische Stätten hätten oder dem standortabhängigen Zweck und Bedarf des Vorhabens nicht gerecht würden.“

Denkmalschützer kritisieren geplante Ausgleichsmaßnahmen

Bundesbeamte erklärten außerdem, sie wollten mehrere Webseiten einrichten, darunter eine über Triumphbögen. Damit wollten sie die Bedeutung von Trumps Projekt erläutern.

„Auf der Webseite würden die Ursprünge und die Verwendung von Triumphbögen in unterschiedlichen historischen und kulturellen Zusammenhängen behandelt, ihre Verbindung zu militärischem Sieg, bürgerlicher Identität, nationalen Feierlichkeiten und dem öffentlichen Gedenken sowie die Frage, in welcher Beziehung der geplante Triumphbogen zu diesen Traditionen steht oder sich von ihnen unterscheidet“, heißt es in dem von *The Post* eingesehenen Dokument des National Park Service.

Denkmalschützer halten die vorgeschlagenen Ausgleichsmaßnahmen für unzureichend und fordern die Beamten auf, das Verfahren zu verlangsamen.

„Die Regierung geht sehr transparent mit ihrer offenen Feindseligkeit gegenüber der Beteiligung der Öffentlichkeit und dem Regulierungsverfahren um. Das Ergebnis wird sein, dass eine der meistverehrten und symbolträchtigsten Kulturlandschaften der Nation dauerhaft entstellt wird“, sagte Charles Birnbaum, Gründer der örtlichen Interessenvertretung und Bildungsorganisation Cultural Landscape Foundation, in einer Erklärung.

Wenn die örtlichen Denkmalschutzbehörden die Vereinbarung nicht unterzeichnen, könnte ein Verfahren zur Klärung von Streitigkeiten nach dem Denkmalschutzrecht des Bundes beginnen. Der Advisory Council on Historic Preservation würde das Verfahren überwachen. Vertreter der Trump-Regierung leiten diese Bundesbehörde. Die Regierung braucht nicht die Zustimmung der Denkmalschützer, um das Projekt voranzutreiben.

Der Advisory Council on Historic Preservation lehnte am Mittwoch eine Stellungnahme ab.

Zum Autor:

Dan Diamond ist Korrespondent von The Washington Post im Weißen Haus und berichtet schwerpunktmäßig über Politik, öffentliche Gesundheit und die Umgestaltung Washingtons durch Präsident Trump. Seine E-Mail-Adresse lautet [email protected]; über Signal ist er unter @dan_diamond.01 erreichbar.

Dieser Artikel war zuerst am 16. September 2026 in englischer Sprache bei der „Washingtonpost.com“ erschienen – im Zuge einer Kooperation steht er nun in Übersetzung auch den Lesern der IPPEN.MEDIA-Portale zur Verfügung.