TSV Brunsbrock: Oldies duschen im Bach – und Schuster nagelt Stollen unter
Stand: 11.08.2026, 06:27 Uhr
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Gut 20 ehemalige Fußballer des TSV Brunsbrock trafen sich auf dem Hof von Erich Drewes. Sie erzählten, wie sie vor dem Bau der Umkleidekabinen im nahegelegenen Gohbach geduscht haben.
Brunsbrock – Klaus Grubert aus Südkampen, Jahrgang 1934, war der älteste Teilnehmer der Oldie-Zusammenkunft auf dem Oldie-Hof Pannenberg von Erich Drewes.
Der 92-Jährige begann ein Jahr nach der Gründung des TSV Brunsbrock seine Lehre beim Schmied Friedrich Badenhoop in Bendingbostel. Grubert wohnte in Groß Eilstorf und brauchte daher eine Lehrstelle mit Kost und Logis. So kam es, dass er im 1949 gegründeten Verein anfing, Fußball zu spielen. „Noch auf dem alten Platz in der Heide“, erinnert er sich. Dieser Sportplatz, mehrere Hundert Meter gegenüber der jetzigen Sportanlage auf der anderen Seite der Landesstraße, hatte es damals in sich und forderte maximale Körperbeherrschung der Spieler. Bei Regen sorgte die Unebenheit des Platzes dafür, dass sich vor einem Tor immer eine große Wasserlache bildete. Erst 1964 wurde der neue Sportplatz auf der jetzigen Anlage eingeweiht.
Erich Drewes, begeisterter Fußballspieler von Kindesbeinen an, war viele Jahre die „gute Seele“ des TSV Brunsbrock. „Eine zeitlang spielte ich sogar ,schwarz‘: Meine Eltern verweigerten die Unterschrift unter den notwendigen Spielerpass.“

Er hatte zu fast allen Spielern einen ausgezeichneten Kontakt, und so lud er am vergangenen Samstag Weggefährten ein. Gut 20 Spieler kamen, und es gab viel zu reden und zu lachen. Alle hatten Erich Drewes beim Umbau der Platzanlagen in Kohlenförde geholfen. Heinrich Rosebrock aus Kreepen erinnerte sich: „Beim Bau der Umkleidekabinen war ich mit dem Trecker und Frontlader vor Ort, um die Sandarbeiten zu erledigen.“ Er fing spät mit dem Fußballspielen an, „mit 13 oder 14“. Vorher bolzten die Jungs auf dem Kreepener Schulhof. Rosebrock wohnte gegenüber, kam aus dem Kuhstall und hatte Gummistiefel an, an denen noch Kuhdung haftete.
Der Vater von Gerhard Heinze war Lehrer in Bendingbostel. „Mein Vater kam aus der Nähe von Danzig und spielte dort aktiv Fußball“, so Heinze, der von 1958 bis 1964 in Bendingbostel lebte. Lehrer Heinze führte das Fußballspielen in der Schule ein. Damals gab es nur zwei Pausen – jede Pause war eine Halbzeit.
„Auch die Mädchen durften mitspielen“, wusste Gerhard Heinze. Besonders Anke Wischmann und Uschi Otten spielten gut und manchmal sogar besser als die Jungs.
Immer an Karfreitag wurde im Ort Fußball gespielt. Für den sicheren Halt der Spieler auf dem Fußballplatz an der Kohlenförde sorgte Schuster Lindhorst aus Schafwinkel. „Er hat unter die Fußballschuhe eigenhändig Stollen aus Leder untergenagelt“, wusste sein Enkel Gernot Buxel. Dieser spielte von 1960 bis 1968 in Brunsbrock und 1966 mit der Kreisauswahl im Verdener Stadion gegen Werder Bremen.

Bevor die Umkleidekabinen und das Vereinsheim gebaut wurden, durften sich die Spieler auf der Diele beim Vereinswirt Meyer abduschen. Einige Anwesende erinnerten sich daran, dass auch der nahegelegene Gohbach genutzt wurde.
Erich Drewes bekam viel Lob von den Anwesenden. So wurde unter anderem daran erinnert, dass dank seines Einsatzes die Sportanlage Anfang der 70er-Jahre als erste im Kreis Verden schneefrei war – woraufhin viele Mannschaften dort spielen wollten.
Zwei Anekdoten aus dem Bereich der Schiedsrichter brachten die Anwesenden noch immer zum Lachen: Mitgründer Karl Hermann ließ sich nicht aus der Ruhe bringen: „Wer hier vom Platz fliegt, bestimme immer noch ich!“ Und von Atze Müller aus Verden ist überliefert: „Hier pfeifen nur zwei: Ich und der Wind!“ Im Laufe des Tages wurden viele Erinnerungen ausgetauscht, und bei kalten Getränken und Grillgut verging der Tag im Nu.