TSV Wabern verliert 1:4 gegen Neuling Rengershausen – Herpe sieht Rot

Stand: 16.08.2026, 19:00 Uhr

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Fußball Verbandsliga: TSV Wabern geg. TuSpo Rengershausen: Links: Hüseyin Cakmak (Tuspo) rechts: Kerim Akin (TSV)    Foto: Pressebilder Hahn

Torschützen unter sich: Waberns Kerim Akin (r.), der allerdings beim 1:3 keine gute Figur abgab, tanzt hier mit Rengershausens Hüseyin Cakmak um den Ball. © Pressebilder Hahn

Der TSV Wabern unterliegt dem Aufsteiger TuSpo Rengershausen nach Führung mit 1:4. Spielertrainer Patrick Herpe kassiert in der 88. Minute die Rote Karte.

Wabern – So schnell trennt sich die Spreu vom Weizen. Noch vor einer Woche grüßten die Fußballer des TSV Wabern nach einem 5:1-Sieg über den OSC Vellmar vom Platz an der Sonne. Nach dem 0:2 in Dörnberg setzte es am heimischen Reiherwald eine 1:4 (1:1)-Niederlage gegen den TuSpo Rengershausen. Gegen den Verbandsliga-Neuling, der nach einem wilden 4:6 im Derby in Vellmar die passende Antwort gab.

Keine Selbstverständlichkeit, denn trotz reichlich höherklassiger Erfahrung spielt Rengershausen als Verein erstmals auf diesem Niveau und musste nach der souveränen Meisterschaft in der Gruppenliga Kassel 2 einen Umbruch meistern. Sechs Neuzugänge wurden in Wabern eingesetzt. Beim TSV, den TuSpo-Trainer Boris Bajic vor der Saison als Mitfavorit um die Meisterschaft genannt hatte und dies auch vor dem Spiel bekräftigte. „Ich habe großen Respekt vor der Arbeit, die seit Jahren in Wabern geleistet wird.“

Wende nach Trinkpause

Auch auf dem Platz war viel Respekt auf beiden Seiten zu spüren – inklusive Tempo, Körperlichkeit und Intensität in den Zweikämpfen. Chancen waren eher ein rares Gut. Die Waberner hielten dabei mehr ihre Positionen, während es die Rengershäuser variabler angingen. Jubel gab es zunächst nach einer Besonderheit. Denn Kerim Akin, der kleinste Spieler auf dem Platz, köpfte eine Hereingabe von Peer Küllmer zum 1:0 ein (23.). Pech jedoch für ihr Team, dass es Sekunden später eine Trinkpause gab, die Bajic clever ausnutzte. Bis dahin hatte es der Tuspo hauptsächlich mit langen Bällen versucht, die der emsige Paul Kuntze, Luca Wendel und Lennart Klinge in Reihe abfingen. „Ich habe meine Jungs daran erinnert, dass wir fußballerisch begeistern wollen und dass es jetzt mit den langen Bällen gut ist. Die Jungs hören sehr gut zu und waren auch wieder mutiger“, erklärte Bajic, der in Melsungen als Spieler auf diesem Niveau jahrelang ein Leistungsträger war.

Schon der nächste Angriff saß. Balleroberung Malte Bandowski, Ablage Yasin Akman, ansatzloser Abschluss von Hüseyin Cakmak – 1:1 (28.). Angetrieben von Kraftpaket Pascal Itter, Rechtsverteidiger Patrick Krengel mit weiterhin Hessenliga-Format und Emin Dag, der sich immer wieder tief fallen ließ, übernahmen die Gäste mehr und mehr die Kontrolle. Wie abgezockt Dag vor dem Tor ist, bewies der 32-Jährige kurz nach dem Seitenwechsel. Ein Haken nach einem Angriff über die Krengel-Seite und schon war Tobias Girschikofsky erneut geschlagen (48.). Das Jubeln an alter Wirkungsstätte überließ Dag indes ausschließlich seinen Teamkollegen. Diese mussten nach einem Kuntze-Solo, das Krengel auf der Linie beendete (51.), und bei einem Rohde-Abschluss mit Torwart Moritz Schunke als Sieger (52.) nur noch zwei brenzlige Situationen überstehen.

Akman entscheidet Spiel

Genauer zielte auf der Gegenseite gleich zweimal Yasin Akman. Dem Ex-Baunataler gelang ein Doppelschlag zur Entscheidung (55., 61.). Zunächst hatte Tim Bode clever Akin den Ball abgeluchst und den 25-Jährigen in Position zum 3:1 gebracht, ehe Akman auch von Cakmaks Zuarbeit zum 4:1 profitierte. Anschließend wechselten beide Reihen munter durch und die auch konditionell stärkeren Gäste ließen nichts mehr anbrennen. Ärgerlich daher, dass Patrick Herpe im Angriff an der Außenlinie nachsetzte und gegen Onur Büyükata zu spät kam, mit dem er sich knackige Duelle geliefert hatte. Für dieses Foulspiel sah der Spielertrainer Rot (88.) und darf daher in naher Zukunft nicht mehr coachen. „Das war dumm von mir, da muss ich wegbleiben“, übte Herpe Selbstkritik und sagte: „Bei den Gegentoren waren wir zu offen und hätten uns mehr unterstützen müssen. Rengershausen war aber auch brutal effektiv.“

(von Sebastian Schmidt)